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Angeblich sind erst rund 1000 WM-Tickets an deutsche Anhänger verkauft © imago

Laut Medienberichten ist die Nachfrage nach Tickets für die Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft äußerst gering.

München - Die deutsche Nationalmannschaft muss bei der WM in Südafrika offenbar auf die erhoffte Fan-Unterstützung verzichten.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hat der DFB in der am Mittwochnacht ausgelaufenen Verkaufsrunde nur um die tausend Tickets für die Vorrundenspiele gegen Australien, Ghana und Serbien abgesetzt.

Der DFB wollte dies am Donnerstag weder bestätigen, noch dementieren.

"Wir kommentieren keinerlei Zahlen, solange uns noch nichts vorliegt. Wir warten, welche Zahlen uns von der FIFA vorgelegt werden, dann sehen wir weiter", sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger. 181113(Diashow: Hier wird gespielt)

Verkäufe schleppend

Dem DFB stehen wie jedem Teilnehmerland jeweils zwölf Prozent der Tickets aus seinen drei Vorrundenspielen zu - insgesamt fast 21.000 Karten.

Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" verliefen auch die Verkäufe in anderen Ländern schleppend.

Selbst in England sollen noch Karten aller Kategorien verfügbar sein.

Verlängerung der Verkaufsfrist

Der Niederländische Fußballverband KNVB soll bei der FIFA sogar wegen einer Verlängerung der Verkaufsfrist angefragt haben.

Zugleich klagen internationale Ticket-Agenten, dass sie auf ihren Kontingenten festsitzen würden.

Der Weltverband gab auf "SZ"-Anfrage mit Verweis auf den laufenden generellen Verkauf keine präzisen Zahlen heraus.

"Ergebnisse nicht überwältigend"

DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt, der als Berater des südafrikanischen Organisationskomitees tätig ist, bestätigte im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt", dass sich die Veranstalter Sorgen machen.

"Wir denken Tag und Nacht nach, wie man das zu einem guten Ende bringen kann. Die Ergebnisse sind nicht überwältigend", sagte Schmidt.

Er hofft jetzt auf die kommenden Wochen, "damit wir die Stadien einigermaßen füllen können", und fordert: "Die Reiseanbieter werden mit ihren Preisen runtergehen müssen."

2000 Karten pro Partie nicht erreichbar

Deren Probleme beschreibt in der "Welt" Reiseveranstalter Wolfgang Vieten. "Das Geschäft läuft nicht so wie erwartet. Wir bringen einige hundert deutsche Fans zu jedem Spiel, aber 1000 bis 2000 pro Partie werden wir nicht erreichen", sagte er.

Weil die Karten der Veranstalter, die der FIFA bereits bezahlt werden mussten, laut Vertrag nur mit Pauschalarrangements vertrieben werden dürfen, liegt die Konsequenz liegen bleibender Pakete für Vieten auf der Hand: "Dann bleiben unsere Sitze in den Stadien leer."

Anfragen übers Internet

Die FIFA hielt aber fest, dass über ihre Internet-Plattform namentlich Interessenten aus England, den USA und Deutschland angefragt hätten.

Weiter gab sie bekannt, dass man in dieser Verkaufsphase einen "signifikanten Interessensanstieg" bei den südafrikanischen Fans verzeichnet habe.

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