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Bei der WM 2006 setzte sich William Gallas (l.) mit Frankreich gegen Fernando Torres und Spanien durch © imago

30 Spiele, sieben WM-Duelle und leidenschaftlicher Kampf um die Plätze im Kader für die Endrunde. In Europa wird für die WM getestet.

München - Am Mittwoch (ab 15.30 LIVESCORES) stehen in einem Mammutprogramm in Europas Stadien wichtige Tests zur Standortbestimmung für die Teilnehmer an der Weltmeisterschaft in Südafrika an.

Und die Nationaltrainer von 27 der 32 WM-Teilnehmer wollen sehen, auf welches Personal sie endgültig setzen können.

"Abgerechnet wird im Juni. Aber ich kann jetzt noch ein neues System ausprobieren und die vier, fünf Spieler finden, die unseren Kader in Südafrika komplettieren werden", sagte Italiens Trainer Marcello Lippi vor dem Spiel gegen Kamerun.

Spanien will Revanche gegen Frankreich

Neben dem Klassiker zwischen Deutschland und Argentinien steht (ab 20.15 Uhr LIVE) vor allem das Duell zwischen Vizeweltmeister Frankreich und Europameister Spanien im Mittelpunkt des Interesses.

"Wir wollen unbedingt gegen sie spielen, besonders, nachdem sie uns bei der letzten WM ausgeschaltet haben", sagte Stürmerstar Fernando Torres.

Der Torjäger vom FC Liverpool, der nach einem Monat Pause wegen einer Knieverletzung wieder ins Geschehen eingreift, will offensichtlich Revanche für die 1:3-Niederlage im WM-Achtelfinale 2006 in Hannover.

"Wir sind immer motiviert, wenn wir gegen sie spielen. Seit wir die Europameisterschaft gewonnen haben, muss Frankreich auf uns in einer anderen Art und Weise schauen", sagte Torres, der zuletzt verletzungsbedingt gefehlt hatte.

Bei den Franzosen kehrt Franck Ribery ins Team zurück.

Viele Verletzter bei Italien und der Schweiz

Italien fehlen gegen Kamerun Startorwart Gianluigi Buffon sowie die Leistungsträger Fabio Grosso, Mauro Camoranesi, Vincenzo Iaquinta, Alberto Gilardino und Gianluca Zambrotta.

Dafür nominierte Lippi weithin unbekannte Spieler wie Andrea Cossu (Cagliari) oder Leonardo Bonucci (Bari). Milans Alessandro Nesta wird kein Comeback geben.

"Er hat mir gesagt, dass er sich nicht in der Lage fühle", sagte Lippi. "Das tut mir leid. Ich wollte ihm einen Schubs geben."

Ottmar Hitzfeld muss beim Test der Schweizer "Nati" gegen Uruguay auf die verletzten Diego Benaglio, Alex Frei, Benjamin Huggel, Blaise Nkufo und Philippe Senderos verzichten.

Ghanas Coach nominiert Hoffenheims Tagoe

In drei weiteren Begegnungen treffen WM-Teilnehmer direkt aufeinander:

Die Elfenbeinküste spielt in London gegen Südkorea, Algerien gegen Deutschlands Gruppengegner Serbien und die Niederlande gegen die USA.

Für das Spiel von Deutschlands WM-Gruppengegner Ghana in Bosnien-Herzegowina berief Trainer Milovan Rajevac gleich fünf Profis, die im Januar beim Afrika Cup noch nicht zum Kader gehörten.

Mit dabei: Hoffenheims Prince Tagoe, der ehemalige Kölner Derek Boateng (FC Getafe) und Sulley Muntari von Inter Mailand.

Serbien mit fünf Deutschland-Profis

Serbien tritt in Algerien mit fünf Deutschland-Profis an: Gojko Kacar (Berlin), Neven Subotic (Dortmund), Zdravko Kuzmanovic (Stuttgart), Zoran Tosic (Köln) und Antonio Rukavina (1860 München).

Australien, Deutschlands erster Gegner bei der WM, spielt in der Qualifikation zur Asienmeisterschaft gegen Indonesien.

Otto Rehhagel testet zudem mit Griechenland gegen den Senegal und England gegen Afrikameister Ägypten.

Rooney stärkt Terry den Rücken

In England, das sich souverän für die Endrunde qualifiziert hatte, gerät das Sportliche derzeit ein wenig in den Hintergrund.

Seit etwa vier Wochen hält die Sex-Affäre um John Terry die Öffentlichkeit in Atem. Wegen der Liasion mit der Ex-Freundin seines Nationalmannschaftkollegen Wayne Bridge entzog Teammanager Fabio Capello dem Innenverteidiger das Kapitänsamt.

"Ich hoffe, dass er von den Fans gut empfangen wird. Wenn man sich auf dem Weg zu einer WM befindet, dann will man die Fans hinter sich haben. Die volle Unterstützung ist sehr wichtig", sagte Stürmerstar Wayne Rooney vor dem Spiel. "John ist immer noch ein Leader und ein sehr wichtiger Spieler für uns."

Capello hält Bridge die Tür offen

Ob es die England-Supporter im Wembley-Stadion beim Spiel gegen Ägypten genauso sehen, bleibt abzuwarten.

Bridge jedenfalls hat die Nase voll. Der Verteidiger erklärte seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft, weil er das Team "nicht spalten" wolle.

Vor dem 2:4 Chelseas gegen Manchester City am vergangenen Wochenende hatte Bridge Terry den Handschlag verweigert, der Blues-Skipper wurde von den Gästefans bei jeder Ballberührung verhöhnt.

Capello hält Bridge aber die Tür offen, zumal er auf der linken Abwehrseite wenig Alternativen hat.

Die wichtigsten Testspiele im Überblick:

Elfenbeinküste - Südkorea in London (15.30 Uhr)

Griechenland - Senegal in Piräus (16 Uhr)

Slowakei - Norwegen in Zillna (17 Uhr)

Algerien - Serbien in Algiers (19.15)

Südafrika - Namibia in Durban (19.30)

Schweiz - Uruguay in St. Gallen (20.15)

Österreich - Dänemark in Wien (20.30)

Italien - Kamerun in Monte Carlo (20.45)

Niederlande - USA in Amsterdam (20.45)

Slowenien - Katar in Maribor (20.45)

England - Ägypten in London (21 Uhr)

Frankreich - Spanien in Saint-Denis (21 Uhr)

Portugal - China in Coimbra (21.45)

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