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David Beckham (l.) wurde gegen Kroatien für Theo Walcott eingewechselt © getty

Obwohl Beckham mit Los Angeles Galaxy erfolglos ist, gehört er im Gegensatz zu Owen zum Kader der "Three Lions".

Von Christian Stüwe

München - Die englische Nationalmannschaft erlebt nach dem beeindruckenden 4:1-Sieg in Kroatien derzeit ein Hoch.

Unter dem neuen Trainer Fabio Capello gelang zumindest eine kleine Wiedergutmachung für die Schmach der verpassten EM-Qualifikation. Damals hatten die Kroaten die "Three Lions" im entscheidenden Spiel im heimischen Wembley gedemütigt.

"Durch das Resultat gegen Kroatien haben wir endlich die Last von unseren Schultern abgeworfen", sagt Capello vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan (Sa., ab 18.45 Uhr LIVE).

Fast scheint es, als ob der englische Fußball die Schatten der Vergangenheit hinter sich gelassen habe und unter dem italienischen Meistercoach einer besseren Zukunft entgegenblicken würde.

Doch mit David Beckham befindet sich noch immer ein Relikt der wenig erfolgreichen letzten Jahre im Kader der Engländer.

"Das Selbstbewusstsein aus den Klubs"

"Die Mannschaft muss mit Selbstbewusstein spielen", fordert Capello von seinen Spielern: "Mit dem Selbstbewusstsein, dass sie in ihren Klubs haben."

Was für Frank Lampard, Wayne Rooney, John Terry und Steven Gerrard gilt, gilt mit Sicherheit nicht für Beckham.

"Becks" Klub Los Angeles Galaxy dümpelt in der ohnehin nicht sonderlich starken Major Soccer League vor sich hin. Aus den letzten 15 Partien holte Galaxy nur einen Sieg, die Play-Off-Plätze noch zu erreichen wird mehr als schwer.

Auffällig eher abseits des Platzes

Der 33-Jährige fiel zuletzt in erster Linie auf, wenn er mit Gattin Victoria über die roten Teppiche marschierte, oder mit dem Sohnemann bei den L.A. Lakers auf der Tribüne saß.

Umso verwunderlicher ist es also, dass Capello für das Spiel gegen Kasachstan und die Auswärtspartie in Minsk gegen Weissrussland auf Beckham setzt.

Im Mutterland des Fußballs sorgt die Nominierung des "Glamour-Boys" durchaus für Diskussionen.

Owen nicht dabei

Zumal ein Spieler wie Michael Owen von Newcastle United nicht berufen wurde. Owen sei nicht in Form, begründete Capello die Nichtberücksichtigung des Stürmers von den "Magpies".

Unter diesen Gesichtspunkten dürfte Beckham allemal nicht dabei sein. Zumal der ehemalige Kapitän der "Three Lions" in den letzten Spielen nur zu Kurzeinsätzen kam.

Doch vielleicht liegt genau hier der Punkt. Beckham, der frühere Star und Kopf des Teams, nimmt die Anreise aus den USA in Kauf, um sich dann ohne zu murren auf die Bank zu setzen.

Jung oder erfahren?

Gegen Kroatien spielte Arsenals Theo Walcott groß auf und erzielte drei Treffer. Der 19-Jährige ist ein Vertreter der neuen Generation des englischen Fußballs.

Vor der Partie gegen Kroatien wurde in England diskutiert, ob man auf den erfahrenen Beckham setzen oder einem jungen Spieler wie Walcott das Vertrauen schenken solle.

Capello entschied sich für Walcott und wurde belohnt. Beckham, in seinem 106. Länderspiel genau sechs Minuten auf dem Feld, zeigte sich nach der Partie frei von Neid und mehr als begeistert von Walcott.

Beckham als guter Geist

"Wenn er sich so weiterentwickelt, wird er unglaublich", lobte Beckham: "Er ist zwar noch ein junger Kerl, aber er hat schon viel Erfahrung. Er kann jedem Verteidiger der Welt einen schlimmen Tag bereiten."

Wenn Beckham auch von der Leistung eigentlich nicht mehr ins Team gehört, könnte genau hier seine Stärke liegen. Er scheint sich als guter Geist der "Three Lions" zu etablieren. Als ein erfahrener Spieler in der Hinterhand, der den jungen Spielern zur Seite steht.

Vielleicht sogar bis zur WM 2010, immerhin liegt England in der Gruppe 6 ja diesmal auf Kurs.

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