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Ottmar Hitzfeld bedankt sich beim Schweizer Torjäger Alexander Frei © imago

Vogts bleibt mit Aserbaidschan Punktelieferant, Rehhagel mit Griechenland auf Kurs und Hitzfeld trotz des ersten Sieges noch viel Arbeit:

München - Nach den ersten beschwerlichen Etappen in der WM-Qualifikation darf sich von den deutschen Trainern bislang nur Rehhagel angesichts der tadellosen Ausbeute von drei Siegen in drei Spielen ernsthaft mit der Südafrika-Expedition beschäftigen.

Einen Schritt aus der Krise machte Hitzfeld mit der Schweiz. Nach der blamablen 1:2-Pleite gegen Luxemburg durfte der Erfolgscoach beim mühsamen 2:1 gegen Lettland den ersten Dreier in der WM-Qualifikation bejubeln.

"Der Sieg ist kein Grund, jetzt euphorisch zu sein. Wir mussten uns nach der Luxemburg-Blamage freischwimmen und freikämpfen. Das ist uns gelungen", meinte Hitzfeld, wohl wissend dass am Mittwoch in Griechenland ein anderes Kaliber auf die Eidgenossen wartet. Für diese Partie nominierte Hitzfeld Fabian Lustenberger von Bundesligist Hertha BSC Berlin nach.

"Nervosität war spürbar"

Hitzfeld gestand ein, dass der Schock des Luxemburg-Debakels bei seinen Schützlingen vor dem Spiel noch tief gesessen habe:´

"Die Nervosität war zu Beginn spürbar, als wir auch nicht so gut kombinierten. Wir mussten uns nach der Luxemburg-Blamage freischwimmen und freikämpfen. Das ist uns gelungen. Es war unter den aktuellen Verhältnissen eine ordentliche Leistung."

Der schwache Start der Eidgenossen in die Gruppe 2 mit nur einem Punkt aus zwei Partien hatte auch bei Hitzfeld seine Spuren hinterlassen. Der gebürtige Lörracher, der sein Team im Vergleich zum Luxemburg-Spiel auf vier Positionen verändert hatte, wirkte während des Spiels vor 18.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena in St. Gallen äußerst nervös.

Erst als der frühere Bundesliga-Profi Blaise N'Kufo nach der Führung durch den Dortmunder Alexander Frei (63.) und dem Ausgleich durch Deniss Ivanovs (71.) gegen dezimierte Letten (Gelb-Rote Karte für Juris Laizans in der 69. Minute) das Tor zum Endstand erzielte (73.), konnte Hitzfeld aufatmen.

Dritter Sieg für Rehhagels Griechen

Otto Rehhagel hat mit den Griechen die EM-Enttäuschung offenbar gut überwunden. Beim 3:0 gegen Moldawien - zwei Tore erzielte dabei der Nürnberger Angelos Charisteas - gab es bereits den dritten Sieg im dritten Spiel.

"Drei Siege haben wir uns vor den schweren Spielen vorgenommen. Das ist uns gelungen", meinte Rehhagel zufrieden.

Erste Blamage für Brückner

Ein anderer Trainerfuchs, der im Gegensatz zu Rehhagel noch am Anfang seiner Amtszeit steht, hat bereits seine erste Blamage erlebt: Die von Karel Brückner trainierten Österreicher kamen auf den Färöern nur zu einem 1:1.

Ob Österreich mal wieder das Ziel WM-Teilnahme erreichen wird, ist mehr als fraglich. Wie schon bei der 0:1-Pleite vor 18 Jahren ? damals im schwedischen Landskrona - blamierte sich der Weltranglisten-82. in Torshavn kräftig.

"Es ist ein großer Verlust"

"Wenn wir in Litauen und auf den Färöern nicht gewinnen, brauchen wir nicht zu glauben, in Serbien oder in Frankreich bestehen zu können. Die gute Ausgangssituation aus dem ersten Spiel haben wir uns damit verhauen. Das war kein Ruhmesblatt", meinte Brückners Assistent Andreas Herzog.

Wohlwahr, war nach dem 3:1 gegen Frankreich zum Auftakt der WM-Qualifikation noch die Euphorie ausgebrochen, herrscht inzwischen wieder Ernüchterung und Ratlosigkeit.

"Es ist ein großer Verlust. Wir haben zwei Punkte verloren. Jetzt müssen wir uns drei gegen Serbien holen", sagte Brückner mit Blick auf das nächste Gruppenspiel gegen Spitzenreiter Serbien.

90 Minuten lang Standbild

Gegen die extrem defensiv eingestellten Färinger tat sich Österreich sehr schwer und geriet in der 47. Minute durch ein Tor von Bogi Lokin sogar in Rückstand. 68 Sekunden später schaffte der frühere Stuttgarter Martin Stranzl den Ausgleich.

In der Heimat mussten die Fußballfans den peinlichen Auftritt nicht mit ansehen. Die geplante Live-Übertragung des ORF fiel aus, weil ein Teil der technischen Ausrüstung nicht angeliefert worden war.

Thomas König kommentierte 90 Minuten lang zu einem Standbild des Stadions in Torshavn. Am Sonntag wurde eine Aufzeichnung nachgeliefert.

Vogts' Taktik geht nicht auf

Wie schon in Wales ging Vogts' Mauer-Taktik beim 0:1 in Finnland nicht ganz auf.

"Wir wollten dicht machen, das ist uns auch ganz gut gelungen. Wir müssen aus unseren wenigen Chancen aber auch mal ein Tor machen", haderte der frühere Bundestrainer und muss mit einem Punkt aus drei Spielen vielmehr den Zweikampf um die Rote Laterne gegen Liechtenstein ins Auge fassen.

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