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Steven Pienaar bestritt in der Saison 2006/07 25 Bundesliga-Spiele für Dortmund © getty

In Teil 1 des WM-Checks nimmt SPORT1 die Gruppe A unter die Lupe.

Von Christian Stüwe

München - 32 Teams machen sich auf den Weg nach Südafrika, um den neuen Weltmeister zu ermitteln.

182382(DIASHOW: 32 Teams ? 32 Stars)

Die Vorrunde wird in acht Vierergruppen ausgespielt, SPORT1 stellt in den kommenden Wochen jeweils eine Gruppe vor. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Den Anfang macht die Gruppe A mit Gastgeber Südafrika, Mexiko, Uruguay und Frankreich.

Die Mannschaften der Gruppe A im Porträt:

Südafrika:

Größte Erfolge: Südafrika ist zum dritten Mal bei einer WM mit dabei. 1998 und 2002 war aber jeweils in der Vorrunde Schluss. Der einzige Sieg bei einer WM gelang 2002 in Japan und Südkorea gegen Slowenien.

Weltranglistenplatz: 88 (Stand: 31. März 2010)

Trainer: Carlos Alberto Parreira

Star: Steven Pienaar vom FC Everton. Der frühere Dortmunder organisiert das defensive Mittelfeld der "Bafana Bafana".

Situation: Der Druck auf Südafrikas Team ist enorm. Staatspräsident Jacob Zuma sprach gerade erst wieder vom Titelgewinn. Tatsächlich wird es für das Team des Brasilianers Parreira aber nicht einfach, die schwere Vorrundengruppe A zu überstehen.

Sollte Südafrika die Vorrunde nicht schaffen, wären sie der erste Gastgeber, der bereits nach der Gruppenphase ausscheidet. Die Mannschaft setzt aber auf die Unterstützung der Fans im eigenen Land und will den Heimvorteil nutzen.

Im vergangenen Jahr ließ die "Bafana Bafana" beim Confed-Cup aufhorchen, als sie sich im Spiel um den dritten Platz Europameister Spanien nur knapp geschlagen geben musste.

Aktuell scheint das Team von dieser Form aber weit entfernt. Beim torlosen Unentschieden im Testspiel gegen WM-Teilnehmer Nordkorea in Wiesbaden konnten die Südafrikaner nicht überzeugen.

Mexiko:

Größte Erfolge: Mexiko war schon 14-mal bei einer WM vertreten. 1970 und 1986 erreichte "El Tri" jeweils im eigenen Land das Viertelfinale. Mehr war aber trotz teilweise starker Auftritte nicht drin.

Weltranglistenplatz: 17 (Stand: 31. März 2010)

Trainer: Javier Aquirre

Star: Barca-Verteidiger Rafael Marquez ist der Kapitän des mexikanischen Teams.

Situation: Mexiko schickt meist ein starkes Team ins Rennen. Die Spieler sind in Europa häufig nicht so bekannt, da viele in der heimischen Liga spielen. Mit Giovani dos Santos (Galatasaray) und Carlos Vela (Arsenal) verfügt "El Tri" aber über zwei starke Legionäre im Angriff.

Die Qualifikation zur WM in der Nord- und Mittelamerikagruppe war allerdings von Patzern gegen Außenseiter geprägt und wurde letztlich zur Zitterpartie. Die Mexikaner sind diesmal nicht ganz so stark wie in den vergangenen Jahren einzuschätzen.

Uruguay:

Größte Erfolge: Uruguay läuft zum elften Mal bei einer WM auf. 1930 gewannen die Südamerikaner im eigenen Land, auch 1950 eroberte Uruguay den Titel. Die großen Erfolge liegen allerdings lange zurück.

Weltranglistenplatz: 18 (Stand: 31. März 2010)

Trainer: Oscar Tabarez

Star: Stürmer Diego Forlan von Atletico Madrid ist der herausragende Spieler im Team.

Situation: Fast schon traditionell ist Uruguay in der Defensive stark besetzt.

Diego Lugano von Fenerbahce Istanbul, Diego Godin von Villarreal und Maxi Pereira von Benfica Lissabon sind verlässliche Größen. Dazu kommt mit Andres Scotti von Colo Colo (Chile) ein Routinier, so dass die Viererkette schwer zu überwinden sein dürfte.

Ist Forlan im Angriff allerdings abgemeldet, läuft wenig in der Offensive zusammen.

Frankreich:

Größte Erfolge: Frankreich nimmt zum 13. Mal an einer WM teil. 1998 gewannen "Les Bleus" im eigenen Land den Titel.

Weltranglistenplatz: 8 (Stand: 31. März 2010)

Trainer: Raymond Domenech

Stars: Thierry Henry, Karim Benzema, Nicolas Anelka oder Franck Ribery ? es ist schwer, sich im hochkarätig besetzten Kader der Franzosen auf einen Star festzulegen.

Situation: Normalerweise wäre Frankreich ein ganz heißer Titelkandidat. Allerdings sind die Spannungen zwischen Mannschaft und Trainer Domenech nicht zu übersehen. Die "Equipe Tricolore" kann selten das große Potenzial abrufen, die Qualifikation gelang erst in den Playoffs gegen Irland in der Verlängerung durch ein eigentlich irreguläres Tor, dem ein Handspiel von Henry voraus ging.

Aktuell erschüttert auch noch ein Sexskandal um eine minderjährige Prostituierte, mit der mehrere Nationalspieler verkehrt haben sollen, das Team. Eine gelungene Einstimmung auf eine WM sieht anders aus.

SPORT1-Prognose:

Allen Problemen zum Trotz setzt sich Frankreich in Gruppe A durch. Den zweiten Platz sichert sich Mexiko vor Uruguay. Südafrika hat in der schweren Gruppe trotz Heimvorteil keine Chance.

Das sagt SPORT1-Experte Sean Dundee:

"Das ist eine sehr schwere Gruppe, da waren wesentlich leichtere Gegner im Lostopf. Vielleicht gewinnt Südafrika zumindest eins der ersten zwei Spiele gegen Mexiko oder Uruguay und dann kommt es zum Endspiel gegen Frankreich. Die spielen ja in den letzten Monaten auch nicht unbedingt den besten Fußball. Aber bis dahin hat Südafrika noch viel Arbeit vor sich."

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