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Hitzfeld (r.) und Rehhagel trafen in der Bundesliga bereits 14 Mal aufeinander © getty

Unterschiedliche Vorzeichen vor dem Duell der deutschen Trainer: Die Griechen sind gelassen, die Schweizer müssen schon zittern.

Frankfurt - Der "General" ist zu Gast beim "König", doch Geschenke gibt es mit Blick auf die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika nicht zu verteilen.

Ottmar Hitzfeld ist als Trainer der Schweizer Nationalmannschaft im Spitzenspiel der Qualifikationsgruppe 2 gegen Tabellenführer Griechenland am Mittwoch in Piräus zum Siegen verdammt und muss dabei auch das Duell der Trainer-Routiniers gegen Otto Rehhagel für sich entscheiden.

"Am Mittwoch erleben wir ein Spitzenspiel um den Gruppensieg. Ich erwarte, dass sowohl Griechenland als auch Israel noch Punkte lassen werden", sagte Hitzfeld, dem die grundsätzlich defensiv ausgerichtete Spielweise der Hellenen allerdings Kopfzerbrechen bereitet.

"Das Problem mit Rehhagels Mannschaften ist, dass sie über eine hohe Disziplin verfügen und bestens organisiert sind.", so der Trainer der Schweizer.

Schweiz weiter unter Druck

Trotz des 2:1 gegen Lettland am Samstag herrscht bei den Eidgenossen, die nach drei Spielen erst vier Punkte aufweisen, weiter Alarmstimmung. Denn bei einer Niederlage in Griechenland würde der Rückstand auf den ersten Tabellenplatz bereits auf acht Punkte anwachsen.

Gewinnt Israel gleichzeitig in Lettland, wäre auch der zu den Play-offs berechtigende Platz zwei bereits sechs Zähler entfernt. Die erste WM-Teilnahme des 59-jährigen Hitzfeld wäre damit in weite Ferne gerückt.

"Ein ganz anderes Kaliber"

So warnte auch Kapitän Alexander Frei nach dem Sieg gegen Lettland davor, den ersten Pflichtspielerfolg unter Hitzfeld vor dem Duell mit dem Europameister von 2004 überzubewerten.

"Griechenland ist ein ganz anderes Kaliber als Lettland. Sie führen die Tabelle souverän an und verfügen deshalb über ein entsprechend großes Selbstvertrauen", sagte der Angreifer von Bundesligist Borussia Dortmund.

Frankfurts Verteidiger Christoph Spycher warnte derweil vor den gefährlichen Freistößen und Eckbällen der Griechen: "Da müssen wir vorsichtig sein. Die Griechen sind bei ruhenden Bällen extrem gefährlich."

Einige Eidgenossen verletzt

Neben den immer noch offensichtlichen spielerischen Sorgen hat Hitzfeld vor dem richtungweisenden Spiel in der Hafenstadt auch mit Personalproblemen zu kämpfen. Innenverteidiger Johan Djourou ist verletzt, Eldin Jakupovic wurde wegen familiärer Angelegenheiten freigestellt.

Dafür nominierte Hitzfeld in Hertha BSC Berlin-Profi Fabian Lustenberger, Boris Smilanic und Johnny Leoni gleich drei Spieler nach.

Griechen nach Traumstart gelassen

Gelassen, aber konzentriert geht derweil das vom EM-Debakel gut erholte Griechenland in das vierte WM-Qualifikationsspiel. Mit neun Punkten aus drei Spielen und 8:0 Toren legten die Griechen einen perfekten Start hin.

"Für die WM-Qualifikation war es wichtig, die ersten drei Spiele zu gewinnen. Aber mit der Schweiz kommt jetzt der erste richtige Gegner", warnte Rehhagel, der als Bundesliga-Coach gegen Hitzfeld in 14 Spielen siebenmal verlor, fünfmal gewann und zweimal remis spielte.

"Noch ist nichts gewonnen"

Angreifer Angelos Charisteas vom strauchelnden Zweitligisten 1. FC Nürnberg, der bislang drei der acht Treffer der Griechen in der Qualifikation erzielte, sieht sein Team trotz der derzeitigen Erfolgsserie unterdessen noch längst nicht sicher in Südafrika.

"Noch ist nichts gewonnen. Wir sind erst auf halbem Weg, denn wir haben uns für die Heimspiele gegen Moldawien und am Mittwoch gegen die Schweiz sechs Punkte zum Ziel gesetzt", sagte Charisteas, der beim Trainer-Vergleich zwischen Hitzfeld und Rehhagel keinen Zweifel an seinem mittlerweile 70 Jahre alten Coach aufkommen ließ:

"Otto ist der König in Griechenland. In den sieben Jahren, seit er unser Trainer ist, waren wir fast nur erfolgreich. Wir sind glücklich, dass er bis 2010 verlängert hat. Eine Zukunft ohne Rehhagel ist für uns unvorstellbar."

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