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Argentiniens Superstar Lionel Messi (r.) wurde 2009 zum Weltfußballer gewählt © getty

In Teil 2 des WM-Checks nimmt SPORT1 die Gruppe B unter die Lupe.

Von Christian Stüwe

München - 32 Teams machen sich auf den Weg nach Südafrika, um den neuen Weltmeister zu ermitteln.

182382(DIASHOW: 32 Teams ? 32 Stars)

Die Vorrunde wird in acht Vierergruppen ausgespielt, SPORT1 stellt in den kommenden Wochen jeweils eine Gruppe vor. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Der zweite Teil ist der Gruppe B mit Argentinien, Südkorea, Nigeria und Griechenland gewidmet.

Die Mannschaften der Gruppe B im Porträt:

Argentinien:

Größte Erfolge: Die "Gauchos" nehmen zum 15. Mal an einer WM teil. Als Gastgeber holte sich Argentinien 1978 den Titel, acht Jahre später sicherte sich die Mannschaft um den überragenden Diego Maradona, der nun Trainer ist, den Pokal in Mexiko.

Weltranglistenplatz: 7 (Stand: 28. April 2010)

Trainer: Diego Maradona

Star: Das argentinische Team verfügt fast ausschließlich über Stars. Lionel Messi überragt sie jedoch alle. Auch wenn er für die "Albiceleste" bislang selten solch überragenden Leistungen bringt wie für den FC Barcelona.

Situation: Argentinien ist einer der großen Favoriten auf den Titel.

Die Offensive ist mit Messi, Carlos Tevez, Gonzalo Higuain, Sergio Agüero oder Angel di Maria spektakulär besetzt. Auch die Abwehr ist sehr solide, wie zuletzt die deutsche Nationalmannschaft bei der 0:1-Testspielniederlage erkennen musste.

Ein gewisser Unsicherheitsfaktor ist Trainer Maradona, der wie eh und je zwischen Genie und Wahnsinn pendelt.

"El Diez" berief in den letzten 18 Monaten mehr als hundert Spieler in die Nationalmannschaft, zuletzt völlig überraschend den bereits 36-jährigen Ariel Ortega.

Maradona bleibt völlig unberechenbar und dürfte auch bei der WM für einigen Trubel sorgen.

Nigeria:

Größte Erfolge: Bei bisher drei Teilnahmen erreichte Nigeria zwei Mal das Achtelfinale.

Weltranglistenplatz: 20 (Stand: 28. April 2010)

Trainer: Lars Lagerbäck

Star: Der mittlerweile 33-jährige Nwankwo Kanu ist eine Legende im nigerianischen Fußball. Sollte Lagerbäck auf den Routinier vom Premier-League-Absteiger Portsmouth setzten, wäre er der Star.

Allerdings sieht der Schwede Kanu als Wackelkandidaten an, da andere Spieler in ihren Klubs auf höherem Niveau spielen.

Etwa Chelseas John Obi Mikel, Wolfsburgs Obafemi Martins oder Hoffenheims Chinedu Obasi.

Situation: Im Februar hat der Schwede Lagerbäck das Traineramt übernommen. Die Ansprüche an ihn sind hoch, der Verband hat das Halbfinale als Ziel ausgerufen.

Das Potenzial von den Einzelspielern her ist durchaus vorhanden, nun muss Lagerbäck aus den oft zu eigensinnigen "Super Eagles" ein Kollektiv schaffen.

Südkorea:

Größte Erfolge: Südkorea ist zum achten Mal bei einer WM. Seit 1986 sind die "Reds" immer dabei gewesen. Der größte Erfolg war der vierte Platz bei der Heim-WM 2002.

Weltranglistenplatz: 47 (Stand: 28. April 2010)

Trainer: Huh Jung-Moo

Star: Ji-Sung Park von Manchester United ragt aus dem gewohnt kampf- und laufstarken Kollektiv heraus.

Situation: Außer bei dem Turnier im eigenen Land ist Südkorea noch nie über die Vorrunde hinaus gekommen. Das soll sich in diesem Jahr mit aller Macht ändern.

Trainer-Routinier Huh will bei seiner wohl letzten WM mindestens ins Achtel-, lieber aber ins Viertelfinale.

Das lässt sich auch der Verband einiges kosten. Jeder Spieler würde allein für den Achtelfinal-Einzug umgerechnet bis zu 111.400 Euro an Prämien erhalten.

Allerdings verlief die Qualifikation für Südafrika nicht so reibungslos wie sonst, besonders der ebenfalls qualifizierte Nachbar Nordkorea machte den "Taeguk Warriors" Probleme.

Griechenland:

Größte Erfolge: Die Griechen sind in Südafrika erst zum zweiten Mal bei einer WM dabei. In den USA spielten sie 1994 eine eher unglückliche Rolle.

Mit 0:10-Treffern schieden sie in der Vorrunde aus, Gegner waren damals unter anderem auch Argentinien und Nigeria.

Weltranglistenplatz: 12 (Stand: 28. April 2010)

Trainer: Otto Rehhagel

Star: Sotirios Kyrgiakos vom FC Liverpool ist ein Innenverteidiger ganz nach Rehhagels Geschmack. Groß, hart, mit spektakulären Tacklings und extrem kopfballstark - allerdings ist der Ex-Frankfurter im Spiel nach vorne stark limitiert.

Situation: Die Staatskrise, Krawalle und Wettskandale in der Liga - die Situation im griechischen Fußball ist im Moment alles andere als optimal.

Auf der anderen Seite kann ein solches Turnier auch Ablenkung verschaffen. Der Europameister von 2004 will endlich sein erstes Tor bei einer WM-Endrunde erzielen.

Dennoch wird Rehhagel wohl wieder auf seine bewährte Taktik setzen und in Defensive Beton anrühren lassen.

SPORT1-Prognose:

Argentinien ist der große Favorit und wird sich in der Gruppe B den ersten Platz sichern. Sollte Lagerbäck das nigerianische Team in den Griff kriegen, sind die "Super Eagles" erster Anwärter auf den zweiten Platz.

Südkorea und Griechenland sind die Außenseiter in der Gruppe B und dürften Platz drei und vier ausspielen.

So schätzt Nigerias Stürmer Obafemi Martins vom VfL Wolfsburg die Lage bei SPORT1 ein:

"Griechenland ist sehr unbequem, Südkorea nicht zu unterschätzen. Argentinien ist für mich der große Favorit. Es ist eine sehr starke Mannschaft, die vielleicht sogar für den Titel infrage kommt. Wir haben uns kein konkretes Ziel gesetzt. Wir wollen uns teuer verkaufen und soweit wie möglich kommen."

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