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Steven Gerrard spielt seit 1998 für den FC Liverpool © getty

Während der Liverpooler sich bei Englands Nationalelf zum Sorgenkind entwickelt, spuckt beim Gegner ein Ex-Stuttgarter große Töne.

Von Christian Stüwe

München - Sportlich läuft es bei Englands Nationalmannschaft derzeit rund.

Vor dem Qualifikationsspiel in Weißrussland (Mi., ab 20:15 LIVE ) führen die "Three Lions" die Tabelle der Gruppe 6 nach drei Siegen aus drei Spielen souverän an.

Da sich das Mutterland des Fußballs nach Jahren der Enttäuschungen mal wieder anschickt, eine souveräne Qualifikation für die WM 2010 zu spielen und Trainer Fabio Capello sicher im Sattel sitzt, richten sich die Blicke derzeit auf Nebenschauplätze.

Etwa auf Steven Gerrard. Der Liverpooler ist im Verein der absolute Chef, ein Weltklassespieler.

Im Trikot der Nationalmannschaft blieben ihm große Momente bisher allerdings verwehrt. "Ganz spontan fallen mir keine ein", erklärt der 28-Jährige vor der Partie in Minsk: "Ich muss konstanter werden, wenn ich für England spiele."

Offenbar plant Capello das Duo Frank Lampard und Gerrard im zentralen Mittelfeld zu sprengen. Und der Leidtragende dürfte wohl Gerrard sein, zumal Gareth Barry von Aston Villa dem Etablierten ordentlich Druck macht.

Gerrard: Ziel Startelf

Dessen ist sich der Kapitän der "Reds" bewusst: "Wenn der Trainer sich entscheidet, Frank spielen zu lassen und nicht mich, werde ich hart arbeiten, um wieder in die Mannschaft zu kommen."

Stammspieler in der Nationalelf zu sein ist für Gerrard alles andere als selbstverständlich: "Mein Ziel ist es in der Startelf zu bleiben und genauso beständig zu spielen wie in Liverpool."

Ein bescheidenes Ziel für einen Spieler, der den Traditionsklub von der Anfield Road zum Gewinn der Champions League führte.

Die Psyche als Knackpunkt?

Trotz seiner wackligen Position ist Gerrard allerdings voll des Lobes für den neuen Trainer Capello: "Wenn es jemanden gibt, der das Zusammenspiel zwischen Frank und mir verbessern kann, ist es Fabio und sein Team. Er macht mir als Trainer keine Angst, er gibt mir Anregungen."

Der Knackpunkt scheint Gerrards Psyche zu sein. Im Trikot der Liverpooler zeichnet ihn sein unbändiger Siegeswille aus, spielt er für die "Three Lions" wirkt er oft gehemmt.

"Vielleicht denke ich einfach zu viel nach", räumt Gerrard ein: "Ich bin einfach angespannter, wenn ich für England spiele. In Anfield bin ich viel entspannter."

Terry und Cole fallen aus

Beim Auswärtsspiel in Minsk wird Gerrard aber wohl doch eine weitere Chance bekommen, sein Können in der Nationalelf unter Beweis zu stellen.

Denn mit Kapitän John Terry (Rückenprobleme) und Ashley Cole (Oberschenkel) fallen zwei feste Größen aus.

"Es tut weh, erfahrene Spieler zu verlieren", erklärte Capello, der deshalb wohl doch auf die Erfahrung Gerrads zurückgreifen dürfte.

Cole wird ausgebuht

Währendessen hat sich der verletzte Cole zum zweiten Sorgenkind der "Three Lions" entwickelt.

Mit einem Fehlpass leitete der Verteidiger das Gegentor beim 5:1-Sieg gegen Kasachstan am Samstag ein. Und wurde fortan von den Fans im Wembley-Stadion konsequent bei jedem Ballkontakt ausgebuht.

Trost kommt ausgerechnet vom anderen Sorgenkind Gerrard: "Nimm es wie Mann. Die anderen Spieler stehen hinter dir."

Hleb spuckt große Töne

Bei Gegner Weißrussland mit dem deutschen Trainer Bernd Stange steht derzeit ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Alexander Hleb auf Grund einer Fußverletzung.

"Ich will unbedingt gegen England spielen", kündigt der Mittelfeldmann vom FC Barcelona Großes an: "Wenn ich dabei bin, werden wir gewinnen. Wenn nicht, wird es Unentschieden ausgehen."

Der frühere Arsenal- und Stuttgart-Profi übt sich vor der Partie nicht gerade in Bescheidenheit: "Irgendetwas sagt mir, dass wir Geschichte für den weißrussischen Fußball schreiben werden."

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