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Esteban Cambiasso (r.) machte bisher 42 Länderspiele für Argentinien © getty

Ein argentinisches Trainerduell bestimmt den Rückrundenauftakt der südamerikanischen WM-Quali. Brasilien empfängt Kolumbien.

Rio de Janeiro/Santiago de Chile - Ein argentinisches Trainerduell gibt dem Rückrundenauftakt in der südamerikanischen Qualifikation zur Fußball-WM-Endrunde 2010 seinen besonderen Reiz.

Marcelo Bielsa, wegen seiner taktischen Verrücktheiten El Loco genannt, trifft am Donnerstag mit Chile (ab 2.15 Uhr LIVESCORES) auf sein Heimatland Argentinien, wo Alfio Basile mit Spitznamen Coco auf individuelle Stärken setzt.

Zwischen den Fußball-Philosophien der beiden mögen Welten liegen, in der Eliminatorias-Tabelle sind die Gauchos (16 Punkte) nur einen Platz und drei Zähler vor dem Andenteam.

Vorneweg stürmt Paraguay (20), das Schlusslicht Peru (7) zu Gast hat. Auch der Tabellenzweite Brasilien (16) steht vor einer vermeintlich leichten Aufgabe gegen Kolumbien (10).

Personalsorgen auf beiden Seiten

Am Rio de la Plata sehen viele im Duell Loco gegen Coco eine Neuauflage der epochalen Auseinandersetzung zwischen den beiden Weltmeistertrainer Cesar Luis Menotti und Carlos Bilardo in den 80er Jahren.

Zum Unwillen der Spieler. "Das Spiel heißt Chile gegen Argentinien, nicht Bielsa gegen Basile", klagt Esteban Cambiasso von Italiens Meister Inter Mailand.

Personalsorgen gibt es auf beiden Seiten. Basile muss die gelbgesperrten Juan Roman Riquelme und Carlos Tevez ersetzen.

Historischer Sieg in Planung

Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen des Münchners Martin Demichelis sowie von Javier Mascherano und Sergio Agüero, die am Samstag die harte Gangart der Uruguayer (2:1) kennen lernten.

Noch schlimmer erwischte es Chile in Ecuador (0:1), wo Ismael Fuentes und Gonzalo Jara Rot sahen, sowie Alexis Sanchez und Roberto Cereceda eine Gelbsperre mit heimbrachten.

Mit dem Leverkusener Arturo Vidal will "La Roja" jedoch die Schwarze Serie von 35 Jahren ohne Sieg gegen den großen Nachbarn beenden.

Tabus gilt es auch für Brasilien und Kolumbien in Rio de Janeiro zu brechen. Die Selecao hat zuletzt vor vier Jahren zwei Siege in Folge in den Eliminatorias eingefahren.

Diziplin im Maracana

Vor gut einem Monat blamierten sich die Stars vom Zuckerhut nach einem 3:0 in Chile mit einem 0:0 gegen Bolivien im Engenhao-Stadion von Rio.

Diesmal ist das mystische Maracana die Bühne. "Wir müssen diszipliniert aufspielen und jeden Gegner ernst nehmen", fordert Kapitän Lucio.

Neben dem Münchner dürfte auch Wolfsburgs Josue von Beginn an spielen, während für den Hamburger Alex Silva wohl nur die Reservistenrolle bleibt.

Dunga weiter unbeliebt

Zwei Tage vor dem Duell waren erst 26.000 der 87.000 Tickets verkauft. Die Cariocas zeigen vor allem Dunga die kalte Schulter.

In einer in Rio durchgeführten Umfrage sprachen sich nur 9,89 Prozent für den derzeitigen Job-Inhaber aus. Vorne lagen Wanderley Luxemburgo (31,03) und Luiz Felipe Scolari (25,61).

Immerhin stimmt die Bilanz gegen die Cafeteros. In Eliminatorias-Spielen gab es noch nie eine Niederlage und seit 39 Jahren kein Gegentor gegen Kolumbien.

Peru, ein gern gesehener Gast

Insgesamt führt Brasilien die Statistik mit 14:2 Siegen an. Die von Interimscoach Eduardo Lara betreuten Gäste sind gar seit 444 Minuten torlos, stürzten nach fünf Spielen ohne Sieg aus der vier Direkttickets umfassenden Qualifikationszone auf Platz sieben ab.

Noch deutlicher stehen die Vorzeichen bei Paraguay gegen Peru. Mit dem Dortmunder Nelson Valdez und dem Wolfsburger Jonathan Santana streben die Albirrojas den fünften Sieg im fünften Heimspiel an.

Peru ist mit vier Niederlagen bei 1:16 Toren gern gesehener Gast. Bolivien und Uruguay mit dem Schalker Vicente Sanchez eröffneten in der Nacht zum Donnerstag den zehnten Spieltag.

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