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Zwei englische Spieler im Blickpunkt: John Terry (l.) und Wayne Rooney © getty

In Teil 3 des WM-Checks nimmt SPORT1 die Gruppe C unter die Lupe.

Von Christian Stüwe

München - 32 Teams machen sich auf den Weg nach Südafrika, um den neuen Weltmeister zu ermitteln.

182382(DIASHOW: 32 Teams ? 32 Stars)

Die Vorrunde wird in acht Vierergruppen ausgespielt, SPORT1 stellt in den kommenden Wochen jeweils eine Gruppe vor. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Der dritte Teil ist der Gruppe C mit England, USA, Algerien und Slowenien gewidmet.

Die Mannschaften der Gruppe C im Porträt:

England:

Größte Erfolge: Die Engländer sicherten sich 1966 im eigenen Land den Titel. Dabei brachte den "Three Lions" das ebenso berühmte wie umstrittene Wembley-Tor den Finalsieg gegen Deutschland.

Die Engländer fahren zum 13. Mal zu einer Weltmeisterschaft. Dabei erwies sich die Auswahl des Fußball-Mutterlandes selten als Turniermannschaft und blieb oft hinter den Ansprüchen zurück.

Weltranglistenplatz: 8 (Stand: 28. April 2010)

Trainer: Fabio Capello

Star: Wayne Rooney steht für physische Kraft gepaart mit Schnelligkeit und guter Technik. Vor dem Tor ist der Stürmer von Manchester United eiskalt, zudem zeichnet ihn ein enormer Wille aus. Über weite Strecken der Saison präsentierte sich der 24-Jährige in der Form seines Lebens, zuletzt kämpfte er allerdings mit anhaltenden Knie-, Knöchel- und Leistenproblemen.

Situation: Nach 44 Jahren ohne Pokal und einer sehr souveränen Qualifikation peilt England mal wieder den großen Wurf an. Wie so oft in den vergangenen Jahren. Mit Spielern wie Rooney, Steven Gerrard, Frank Lampard, John Terry und Rio Ferdinand sollte der Titel nominell auch möglich sein.

Allerdings versagten die "Three Lions" in den letzten Jahren regelmäßig bei den WM-Endrunden oder verloren im Elfmeterschießen die Nerven. Der italienische Coach Fabio Capello soll den Mannen von der Insel zu mehr Beständigkeit verhelfen. Bisher scheint er dabei auf einem guten Weg zu sein.

Dass die Mannschaft aber nach wie vor über keinen guten Torwart verfügt, kann auch Capello nicht ändern. Zudem sorgte eine Affäre John Terrys mit der Ex-Freundin von Wayne Bridge für mächtig Ärger im Team.

Der Verteidiger verlor das Kapitänsamt, Bridge trat aus dem Team zurück.

USA:

Größte Erfolge: 1930 gingen die USA mit 1:6 im Halbfinale gegen Argentinien unter. In der jüngeren WM-Geschichte war das Viertelfinale gegen Deutschland (0:1) 2002 der größte Erfolg. Die Amerikaner nehmen zum neunten Mal an einer Endrunde teil.

Weltranglistenplatz: 14 (Stand: 28. April 2010)

Trainer: Bob Bradley

Star: Landon Donovan ist der Kopf des amerikanischen Teams. Fast jeder Angriff des US-Teams läuft über den MVP der Major Soccer League von Los Angeles Galaxy.

In der Bundesliga schaffte der 28-Jährige aber weder in Leverkusen noch bei Bayern München den Durchbruch.

Situation: Das amerikanische Team verfügt über eine ganze Reihe erfahrener Legionäre. Clint Dempsey vom FC Fulham etwa, Hannovers Steven Cherundolo, Gladbachs Michael Bradley, dessen Vater der Trainer des Teams ist, Jonathan Spector von West Ham United oder Tim Howard vom FC Everton im Tor.

Alle diese Spieler geben dem Team, das sich souverän qualifizierte, Stabilität. Allerdings haben die Amerikaner keine Topstars in den Reihen. Vor allem mangelt es an starken kreativen Spielern.

Algerien:

Größte Erfolge: Die Algerier reisen zum dritten Mal zu einer WM. Die Vorrunde haben sie aber noch nie überstanden. 1982 bezwangen sie Deutschland 2:1, waren nachher aber Leidtragende der "Schande von Gijon".

Weltranglistenplatz: 31 (Stand: 28. April 2010)

Trainer: Rabah Saadane

Star: Karim Ziani vom VfL Wolfsburg ist ein echter Dribbelkönig mit gutem Auge für die Mitspieler. Bei den "Wölfen" lief es für den nur 1,69 m großen Mittelfeldmann aber noch nicht rund. Durch Verletzungen und Anpassungsschwierigkeiten kam er nur auf zehn Einsätze. Vielleicht findet er in Südafrika wieder zur alten Form.

Situation: Algerien hat sich in einem hochemotionalen Qualifiktationsspiel gegen den Erzrivalen Ägypten für die WM qualifiziert. Dass "Les Fennecs" (die Wüstenfüchse) den starken Afrikameister ausschalteten, spricht für sich.

"Mein Heimatland ist das erste Mal seit 24 Jahren für das Turnier qualifiziert. Die WM ist in Algerien das einzige Thema, im Moment wird, egal ob Oma, Opa oder Kinder, nur über Fußball geredet", sagt Gladbachs Karim Matmour zu SPORT1.

Das algerische Team ist flink und kombiniert schnell, hat aber Schwächen in der Abwehr.

"Ich glaube, zu Hause hoffen die Fans, dass wir die Vorrunde überstehen", erklärt Matmour weiter: "Im Grunde erwarten sie von uns nur, dass wir alles geben und unser Heimatland würdig vertreten. Einer unserer Trümpfe könnte es sein, dass man unser Nationalteam vielleicht nicht so kennt, möglicherweise sind wir schwerer einzuschätzen als andere. "

Slowenien:

Größte Erfolge: Slowenien ist zum zweiten Mal bei einer WM. 2002 setzte es in der Vorrunde drei Niederlagen.

Weltranglistenplatz: 23 (Stand: 28. April 2010)

Trainer: Matjaz Kek

Star: Milivoje Novakovic ist der Dreh- und Angelpunkt in Sloweniens Team. Dem Kölner Stürmer ist in dieser Saison bisher allerdings noch nicht viel gelungen.

Situation: Slowenien hat in den Playoffs Russland ausgeschaltet und sollte alleine deswegen schon nicht unterschätzt werden. Die Mannschaft ist durchweg mit soliden Legionären aus den europäischen Top-Ligen besetzt. Mit Novakovic und Zlatko Dedic (VfL Bochum) setzt Trainer Kek auf einen reinen Bundesligasturm.

Die Mannschaft ist ein starkes Kollektiv und durch den Sieg gegen den großen Favoriten Russland zusammengeschweißt.

SPORT1-Prognose:

In Gruppe C ist England ohne Wenn und Aber der Favorit und sollte sich den Gruppensieg sichern. Ein Fragezeichen steht hinter dem zweiten Platz, alles scheint möglich. Es bewerben sich drei starke Außenseiter, die ihre Stärken in mannschaftlicher Geschlossenheit haben und ohne große Stars auskommen.

In der aktuellen Form dürfte Algerien knapp die Nase vorn haben, Slowenien wird Dritter, für die USA bleibt der letzte Platz in Gruppe C.

So schätzt der algerische Mittelfeldspieler Karim Matmour von Borussia Mönchengladbach die Lage bei SPORT1 ein:

"Für den Rest der Welt wäre es eine Überraschung, wenn wir weiter kämen. Wir spielen einen kompakten Fußball und greifen schnell nach vorne an - fast ein wenig wie Borussia. Ich bin seit vier Jahren im Nationalteam dabei und glaube, unsere Chancen einschätzen zu können. Ich denke, sie liegen bei 50 Prozent. Vielleicht haben wir noch einen kleinen Vorteil, weil viele Fans von uns da sein werden."

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