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Ottmar Hitzfeld (l.) trat im Sommer 2008 die Nachfolge von Köbi Kuhn an © getty

Nach dem Sieg in Griechenland wird die Nati in der Heimat gefeiert. Rehhagel bleibt mit seinem Team vorn, wird aber kritisiert.

Piräus - Nach dem Handstreich bei "König Otto" hat sich die Schweiz vor "General" Ottmar Hitzfeld verneigt, und der Nationalcoach der Eidgenossen hat die WM-Endrunde in Südafrika wieder fest im Visier.

"Jetzt sind wir zurück im Rennen. Wir haben drei Big-Points bei einem direkten Konkurrenten geholt und können wieder auf den Gruppensieg hoffen", erklärte Hitzfeld nach dem 2:1(1:0) in Griechenland, während sich Rehhagel harsche Kritik in den griechischen Medien gefallen lassen musste.

Für Hitzfeld war es nach dem Stolper-Start in der Qualifikation hingegen auch ein persönlicher Befreiungsschlag.

"Das Team von Hitzfeld, noch vor wenigen Wochen - wie der Trainer - im Jammertal, verdient sich Lob", befand die "Neue Zürcher Zeitung".

Der Katerstimmung nach dem 2:2 in Israel und dem peinlichen 1:2 gegen Luxemburg ist neuer Hoffnung gewichen.

"Die Herren ihrer Schicksals"

"Wer sich aus einer solch misslichen Situation befreit, rückt näher zusammen. Für den weiteren Verlauf ist Optimismus angezeigt", schrieb die "Berner Zeitung" und das Blatt "Le Matin" erklärte: "Der Untergang gegen Luxemburg ist weggewischt. Die Schweizer sind von jetzt an die Herren ihres Schicksals."

Hitzfeld gab das Lob an seine Mannschaft weiter.

"Das Team hat den festen Glauben gehabt, auch in Griechenland gewinnen zu können. Das war der Schlüssel zum Erfolg", sagte der ehemalige Meistercoach von Bayern München und Borussia Dortmund, warnte aber zugleich vor überzogener Euphorie: "Jetzt dürfen wir nicht wieder gegen einen Kleinen Punkte liegen lassen."

N'Kufo mit vierten Tor im fünften Spiel

In Piräus konnte sich Hitzfeld beim Dortmunder Bundesligaprofi Alexander Frei und Blaise N'Kufo bedanken. Frei (42.) brachte den EM-Gastgeber mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung.

Der frühere Hannoveraner und Mainzer N'Kufo, der von Hitzfeld-Vorgänger Kobi Kühn kaum berücksichtigt worden war, sorgte in der 77. Minute mit seinem vierten Tor aus den vergangenen fünf Länderspielen für den Sieg.

Harte Kritik für Rehhagel

Die Medien in Griechenland gingen mit Rehhagel und seinem Team unterdessen scharf ins Gericht.

"Gleich beim ersten Spiel gegen einen starken Gegner zeigte unsere Nationalelf, dass sie in einem unbekannten Meer schwimmt", schrieb "Kathimerini" und sprach von einem "plan- und orientierungslosem Auftritt".

Die Zeitung "Derby" hatte in der Abwehr "Löcher wie im Schweizer Käse" ausgemacht.

"Müssen uns alles hart erarbeiten"

Rehhagel nahm das Ende der Erfolgsserie mit neun Punkten und 8:0 Toren aus den ersten drei Spielen indes mit Fassung.

"Wir sind immer noch Erster. Ich habe immer gesagt, dass wir nichts geschenkt bekommen und uns alles hart erarbeiten müssen", erklärte Rehhagel, der Hellas 2004 zum EM-Triumph geführt hatte.

Griechenland weiter vorn

Nach dem zwischenzeitlichen 1:1 (68.) durch Angelos Charisteas vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg war der Ex-Europameister dem Sieg nahe.

"Wir haben großartig gekämpft. Vielleicht hätten wir am Ende nicht so offen spielen sollen", meinte Rehakles.

Mit neun Zählern führen Rehhagel und die Hellenen die Gruppe 2 aber weiter an, da Israel (acht Punkte) in Lettland nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus kam. Die Schweiz (7) liegt nun in Lauerstellung.

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