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Mit der Unterstützung der lautstarken Fans will Südafrika für Furore sorgen © getty

Der ohrenbetäubende zwölfte Mann soll "Bafana Bafana" ins Achtelfinale tragen. Die Gastgeber haben sich viel vorgenommen.

München - Mit 90.000 Vuvuzelas im Rücken und einem Trainer-Fuchs auf der Bank will Südafrika bei der WM 2010 in der Gruppenphase ein Debakel verhindern.

"Wir haben uns vorbereitet, als ginge es in den Krieg. Ich bin sehr optimistisch, dass wir das erreichen, was alle von uns erwarten", sagte Südafrikas Coach Carlos Alberto Parreira.

"Das erste Ziel ist der Sprung in das Achtelfinale. Danach ist der Himmel die Grenze".

Um sein Team optimal für die WM im eigenen Land vorzubereiten zog sich der Brasilianer mit seiner Mannschaft schon im April für drei Wochen nach Herzogenaurach ins Trainingslager zurück.

Enormer Druck für "Bafana Bafana"

Noch nie scheiterte ein Gastgeber in der Vorrunde, und bei der ersten Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent will sich das Heimteam natürlich von der besten Seite zeigen.

Doch die Leistungen der Südafrikaner in den Testspielen sorgten am Kap der guten Hoffnung zuletzt kaum für WM-Euphorie.

Der brasilianische Coach Parreira, 1994 mit Brasilien Weltmeister, war schon froh, dass seine Mannschaft zum Ende des Trainingslagers in Deutschland zumindest Jamaika mit 2:0 besiegte.

Besonders wichtig war dabei, dass sein Team sogar zweimal das Tor traf. Denn die Abschlussschwäche ist das größte Manko der spielfreudigen Südafrikaner.

Mittelfeldregisseur Teko Modise, der Star des Gastgebers, ist mit acht Toren in 32 Länderspielen noch einer der treffsichersten Spieler im Team. Außerdem ist er auf dem Platz der verlängerte Arm von Parreira.

Durch einen starken Auftritt bei der WM will sich Modise, der bislang noch in Südafrika spielt, für einen Vertrag bei einem europäischen Klub empfehlen.

Endlich ins Achtelfinale

Sollte der Einzug in das WM-Achtelfinale tatsächlich gelingen, wäre das für Südafrika eine Premiere und eine große Überraschung zugleich.

Denn für Südafrikas Nationalteam war bei seinen bisherigen WM-Teilnahmen 1998 in Frankreich und 2002 in Südkorea und Japan jeweils nach der Vorrunde Schluss.

Für die WM in Deutschland hatte sich Südafrika erst gar nicht qualifiziert. Doch mit Hilfe des ohrenbetäubenden "zwölften Mann" will Südafrika nun zu einem sportlichen Höhenflug ansetzen.

"Wir spielen mit 90.000 Vuvuzelas gegen Mexiko. Das wird in der Vorrunde eine unserer stärksten Waffen sein. Ich bin gespannt, wie unser erster Gegner damit umgeht", sagte Südafrikas Nationalkeeper Moeneeb Josephs, der gegen den Bielefelder Rowen Fernandez um den Stammplatz im Tor kämpft.

Mit den Gegner in Gruppe A warten warten aber einige schwere Aufgaben auf die "Bafana Bafana". Nach dem Auftakt gegen Mexiko treffen die Gastgeber auf Uruguay (16. Juni) und Vizeweltmeister Frankreich (22. Juni). (Der WM-Spielplan)

Der Pokal soll in Südafrika bleiben

Für Staatspräsident Jacob Zuma geht die Party derweil erst dann los, wenn die Gastgeber Weltmeister werden. "Der WM-Pokal kommt erstmals in der Geschichte nach Afrika. Und wir in Südafrika werden es ihm nicht erlauben, das Land wieder zu verlassen."

Zuma ist überzeugt vom Potenzial der Mannschaftt: "Bafana Bafana absolviert derzeit eine überragende Vorbereitung, damit der WM-Pokal in Südafrika bleibt."

Dass mit den Südafrikanern als Gastgeber bei der WM zu rechnen ist, bewies das Team beim Confed Cup im vergangenen Jahr.

Da zog "Bafana Bafana" ins Halbfinale ein und musste sich im Spiel um Platz drei Europameister Spanien nur knapp geschlagen geben.

Bis auf den Sieg gegen Jamaika sorgten die letzten Auftritte der Südafrikaner allerdings für wenig Zuversicht

"Traumfinale" Südafrika - Deutschland?

"Man darf die Südafrikaner aber trotzdem nicht unterschätzen", sagte "Kaiser" Franz Beckenbauer und geht sogar noch einen Schritt weiter: "Ein wunderbares Finale Südafrika gegen Deutschland wäre eine tolle Sache."

Die Steilvorlage nahm Parreira direkt auf: "Ich hoffe, dass sich Franz Beckenbauers Wunsch für das WM-Finale erfüllt."

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