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Raymond Domenech ist seit 2004 Trainer der französischen Nationalmannschaft © getty

Trotz Diarras Ausfall will Frankreichs Coach von einer Nachnominierung nichts wissen. Blatter wiegelt Sicherheitsbedenken ab.

München - Der französische Nationaltrainer Raymond Domenech wird nach dem Ausfall von Lassana Diarra keine Nachnominierung vornehmen.

Damit ist sein 23-köpfiges Aufgebot für die WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) komplett. (Der WM-Spielplan)

Domenech hatte den Kader der Equipe Tricolore Mitte Mai bereits auf 24 Spieler reduziert.

Nachdem Mittelfeldspieler Diarra von Real Madrid wegen einer Magenerkrankung seine Teilnahme an der WM-Endrunde absagen musste, wurde dem 58 Jahre alten Domenech die letzte Personalentscheidung abgenommen.

SPORT1 fasst weitere WM-Splitter zusammen:

Sicherheit größte WM-Bedrohung

Kurz vor Beginn der Endrunde scheint das Thema Sicherheit die größte Bedrohung der ersten WM auf dem Schwarzen Kontinent darzustellen.

Joseph S. Blatter bestreitet das trotz allem.

"Niemand muss zweifeln. Viele vertrauen Südafrika nicht, aber die Sicherheit der WM-Besucher ist gewährleistet", sagt der Präsident des Weltverbandes FIFA.

Und weiter: "Es ist einfach völlig falsch zu sagen, dass Südafrika zu gefährlich sei, wenn jedes Jahr elf Millionen Touristen gerne in dieses Land fahren. Das ist einfach der falsche Ansatz."

Blatter, der seine Idee von einer WM in Afrika gegen alle Widerstände durchgesetzt hat und sie kompromisslos verteidigt, will von Zweiflern nichts hören.

Hoeneß kritisiert Entscheidung

Einer von ihnen ist Uli Hoeneß. Der Bayern-Präsident sagte, dass er die WM-Vergabe an Südafrika wegen der mangelnden Sicherheit "immer für falsch" gehalten habe und bezeichnete sie als "eine der größten Fehlentscheidungen" Blatters.

Tatsächlich hat Südafrika, finanziell und logistisch unterstützt von der FIFA und den Teilnehmerländern, beträchtliche Anstrengungen unternommen, um die WM sicher zu machen.

Ob die Maßnahmen ausreichen, ist fraglich. 41.000 Polizisten sollen in den neun Spielorten vor allem die etwa 350.000 ausländischen WM-Touristen beschützen.

Polizeichef verspricht sichere WM

Ursprünglich hatten die Organisatoren mit einer knappen halben Million Besuchern gerechnet.

In südafrikanischen Sicherheitskreisen und bei der FIFA wird die Differenz nur allzu gerne mit der weltweiten Finanzkrise erklärt.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir eine sichere WM austragen werden", sagt Südafrikas Polizeichef Bheki Cele. Man sei bereit, "mit jeder Eventualität fertig zu werden".

Verbeek streicht Trio

Australiens Nationaltrainer Pim Verbeek hat seinen WM-Kader derweil um drei Spieler reduziert.

Abwehrspieler Jade North (Tromsö), Mittelfeldspieler Nick Carle (Crystal Palace) und Stürmer Scott McDonald (FC Middlesbrough) wurden nach dem Länderspiel gegen Neuseeland (2:1) aus dem 31-köpfigen Aufgebot des deutschen Gruppengegners gestrichen.

Bis zum 1. Juni muss sich Verbeek von fünf weiteren Spielern trennen. McDonald fiel dem Spielsystem der Australier zum Opfer.

McDonald seit 16 Spielen ohne Tor

"Scott hat am liebsten einen weiteren Stürmer an seiner Seite. Aber wir spielen nur mit einem Stürmer", begründete Verbeek den Verzicht auf den Angreifer des englischen Premier-League-Klubs.

McDonald hat in den vergangenen 16 Spielen kein Tor für Australien erzielt.

Die Australier werden am Mittwoch mit 28 Spielern nach Südafrika fliegen und sich auf die letzten Länderspiele vor der WM gegen Dänemark (1. Juni) und die USA (5. Juni) vorbereiten.

Brown bangt um WM-Teilnahme

Neuseeland bangt knapp zweieinhalb Wochen vor dem Beginn der WM um Tim Brown. Der Mittelfeldspieler zog sich beim Aufwärmen vor dem Länderspiel gegen Gastgeber Australien (1:2) in Melbourne eine Fraktur in der Schulter zu.

Ob Brown operiert werden muss, ist noch nicht klar. Der stellvertretende Kapitän sollte am Dienstag nach Neuseeland zurückkehren.

Der Einsatz von Leo Bertos bei der WM-Endrunde ist dagegen nicht gefährdet. Der Mittelfeldmann hatte nach zwei bösen Fouls humpelnd den Platz verlassen, verletzte sich aber nicht ernsthaft.

Togos Nationaltrainer tritt zurück

Hubert Velud ist von seinem Posten als Nationaltrainer Togos zurückgetreten und wird zukünftig wieder den französischen Drittligisten Creteil betreuen.

Der 50-Jährige hatte Creteil in der Saison 2005/2006 auf den achten Platz der Zweiten Liga geführt und damit für die beste Spielzeit in der Klubgeschichte gesorgt.

Velud war bei dem Rebellenangriff auf die Delegation Togos unmittelbar vor dem Start des Afrika Cups in Angola im Januar, der zwei Todesopfer forderte, verletzt worden.

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