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Gibt sonst den Ton in Wolfsburg an: Der Schweizer Nationaltorhüter Diego Benaglio © getty

"Wir können jeden Gegner schlagen." So lautet Ottmar Hitzfelds Kampfansage. Er will seinem Team deutsche Tugenden lehren.

München - Ottmar Hitzfeld hat die Eidgenossen auf Erfolg eingeschworen. "Wir wollen bei der Weltmeisterschafts-Endrunde Schritt für Schritt gehen.

Es gibt verschiedene Etappenziele, das erste ist das Vordringen in das Achtelfinale", sagte der deutsche Trainer der Schweizer Fußball-Nationalmannschaft mit Blick auf die WM in Südafrika.

Trotz des schweren Auftakts in der Gruppe H gegen Europameister und Mitfavorit Spanien strotzt Hitzfeld vor Selbstvertrauen.(Der WM-Spielplan)

"Wir werden gegen Spanien nicht verlieren", erklärte der 61-Jährige, der bei seiner ersten WM-Teilnahme auch den anderen Gruppengegnern Honduras und Chile das Fürchten lehren will:

"Die Schweiz ist bei einem so großen Turnier nie eindeutiger Favorit. Aber wir haben alles, um zum Favoritenschreck zu werden. An einem guten Tag können wir jeden Gegner schlagen."

Geballte Erfahrung aus Deutschland

Um möglichst weit im Turnier zu kommen, versucht der im Schweizer Grenzland geborene Hitzfeld seinen Spielern die im Ausland gefürchtete Stärke der Deutschen einzuimpfen.

"An den Deutschen wird die Mentalität geschätzt. Nicht unbedingt gut spielen, aber trotzdem gewinnen. An dieser Winner-Mentalität arbeiten wir. Und es steckt viel Bundesliga-Erfahrung in meinem möglichen Kader", äußerte der gebürtige Lörracher, der auf die Bundesligaprofis Diego Benaglio, Mario Eggimann, Eren Derdiyok und Tranquillo Barnetta vertraut.

Hitzfeld als Stratege

Neben den deutschen Legionären baut Hitzfeld, nach dem die Walliser Gemeinde Staldenried im Anschluss an die WM-Qualifikation ihre kleine Arena benannt hat, vor allem auf seine eigenen strategischen Fähigkeiten.

"Ich arbeite in Ruhe zu Hause am Laptop. Ich kann mehr Stratege sein. Es ist wie ein Projekt, das man gestaltet", erklärte der frühere Meistercoach von Bayern München

und Borussia Dortmund, der die tägliche Arbeit nicht vermisst und jetzt "mehr Lebensqualität" genießt.

Hohe Erwartungen

Mit der Lebensqualität könnte es für Hitzfeld, der die Schweiz seit Juli 2008 als Nachfolger von Jakob Kuhn betreut, bei einem schlechten Abschneiden in Südafrika allerdings schnell vorbei sein.

Obwohl die Medien den Coach nach der geglückten Qualifikation als "Glücksfall", "Superstar", "Messias" und "deutschen Hexer" feierten, sind die Ansprüche im Hinblick auf die WM gestiegen.

Ein Aus in der WM-Vorrunde wäre für die Schweizer Fans eine Enttäuschung.

Schließlich nehmen die Eidgenossen, die sich in der Qualifikation gegen Ex-Europameister Griechenland durchgesetzt haben, bereits zum neunten Mal an einer WM-Endrunde teil. Dabei gelang den Schweizern dreimal der Sprung ins Viertelfinale (1934, 1938, 1954).

Hitzfeld plant bis EM 2012

Sollte den Schweizern diesmal ein ähnlicher Erfolg verwehrt bleiben, plant Hitzfeld zwei Jahre später einen letzten Anlauf:

"Mein Vertrag läuft bis zur Europameisterschaft 2012. Dann werde ich 63 Jahre alt sein. Vielleicht bin ich dann zu alt für den Trainerjob."

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