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Im Mai 2006 bestritt Franck Ribery sein erstes A-Länderspiel für Frankreich © getty

Der Bayern-Spieler trifft beim Sieg über Costa Rica zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Für ihn wird sogar das System umgestellt.

München - Nach einer Stunde hielt Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech kurz den Atem an.

Auf dem Boden wälzte sich sein Superstar Franck Ribery und fasste sich nach einem harten Tackling mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Knöchel.

Doch Ribery konnte weiterspielen - und Domenechs Sorgenfalte glättete sich wieder.

Beim 2:1 im Testspiel gegen Costa Rica in Lens bewies der Profi von Bayern München, dass er die Negativschlagzeilen der vergangenen Monate offenbar weggesteckt hat und die Lebensversicherung der Equipe Tricole für die WM in Südafrika ist. (Der WM-Spielplan)

Der einzige Star der Blauen

"Francky ist einfach unersetzlich im Spiel der Franzosen", schrieb die Sporttageszeitung "L'Equipe".

Die Nachrichtenagentur AFP meinte: "Seine Auswechslung am Ende des Spiels mit begeisternden Ovationen der Fans zeigt: Der einzige Star der Blauen ist Ribery."

In der Tat scheint das Publikum dem Mittelfeldspieler den Sex-Skandal, in den auch andere französische Nationalspieler verwickelt waren, verziehen zu haben.

Ribery trifft zum 1:1

Ribery bedankte sich für den warmen Applaus der Anhänger mit einem starken Spiel und einem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 (22.).

Es wirkt, als würde die Unterschrift unter den neuen Bayern-Vertrag bis 2015 den 27-Jährigen beflügeln. Vergessen scheinen die Erinnerungen an die eher durchwachsene Saison mit vielen Verletzungen und der Sperre im verlorenen Champions-League-Finale gegen Inter Mailand (0:2).

Domenech ändert System

Zudem wusste Coach Domenech, was er nach den zuletzt dürftigen Testspielen ohne Ribery tun musste: Er änderte für den Ausnahmekönner sein System.

Um Ribery sich auf der von ihm geliebten linken Angriffsseite austoben zu lassen, stellte Domenech seine Taktik von 4-2-3-1 auf ein 4-3-3 um. Abgesichert von Florent Malouda genoss Ribery alle Freiheiten - und er nutzte sie.

Valbuena feiert Premiere

Neben Ribery traf Matthieu Valbuena (83.) in seinem ersten Länderspiel für den Weltmeister von 1998. Carlos Hernandez (11.) hatte Costa Rica in Führung gebracht.

Ein Sonderlob für seinen Star Ribery kam dem umstrittenen Domenech, der nach der WM das Zepter an Laurent Blanc übergeben wird, aber nicht über die Lippen.

Stattdessen hob der 58-Jährige die Einstellung des gesamten Teams hervor. "Das ist das, was wir alle sehen wollen. Sie haben begriffen, dass sie eine Gruppe sind, die es nur zusammen schaffen kann", sagte Domenech.

Henry erst nach der Pause

Dem Teamgedanken musste sich auch Kapitän Thierry Henry unterordnen.

Der Stürmerstar des FC Barcelona, der mit seiner Hand-Vorlage im Playoff-Spiel gegen Irland die WM-Qualifikation erst möglich gemacht hatte, wurde erst zur zweiten Halbzeit für Nicolas Anelka eingewechselt, murrte aber nicht.

Chile schlägt Sambia

In einem weiteren Testspiel gewann Chile gegen Sambia mit 3:0 (0:0). Den ersten Treffer für den WM-Teilnehmer erzielte Alexis Sanchez erst in der 53. Spielminute.

Erneut Sanchez (83.) und Jorge Valdivia (84.) ließen die rund 12.000 Anhänger in Calama jubeln. Die Chilenen hatten besonders am Anfang Probleme, ins Spiel zu finden und konnten gegen Sambia in einer mittelmäßigen Partie nicht einhundertprozentig überzeugen.

Uruguay gewinnt letzten Test

In Montevideo gewann Uruguay das letzte Testspiel vor der Weltmeisterschaft gegen Israel klar mit 4:1 (2:0). Im Stadion Centenario ging der zweimalige Weltmeister vor 60.000 Zuschauern durch Tore von Diego Forlan (15.) und Alvaro Pereira (37.) bereits vor der Pause mit 2:0 in Führung.

Ein Doppelschlag von Sebastian Abreu (75. und 81.) in einer einseitig geführten Partie machte den Sieg für den Gastgeber perfekt. Den Ehrentreffer für die Gäste schoss Lior Refaelov in der 30. Minute.

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