vergrößernverkleinern
Hat die Chilenen in die WM-Endrunde geschossen: Der 36-jährige Carlos Pavon © getty

Bei der WM in Südafrika gibt es erstmals seit 28 Jahren ein Wiedersehen mit Honduras - aber auch mit einem Dopingsünder.

München - Der Fußball in Honduras ist immer für Überraschungen gut.

Kaum war die erste WM-Teilnahme seit 1982 perfekt, tobte im Land eine heftige Debatte über das neue Trikot der Nationalmannschaft für die WM-Endrunde in Südafrika.

Trotz heftiger Proteste der Fans hatte der Verband FENAFUTH im Design der WM-Shirts auf die traditionelle Beflockung der Vorderseite mit dem Buchstaben "H" sowie den fünf Sternen verzichtet.

Dies geschah aus gutem Grund, denn die Vorgaben des Weltverbandes FIFA zwingen zum Verzicht auf Symbole. Sogar das nationale Parlament beschäftigte sich mit dem Vorgang.

Qualifikation in letzter Minute

Honduras hat lange auf die zweite WM-Teilnahme der Geschichte warten müssen. Vor nunmehr 28 Jahren waren die Mittelamerikaner WM-Starter und schafften die Qualifikation für die Endrunde 2010 in Südafrika auch erst auf den letzten Drücker.

Am letzten Gruppenspieltag der CONCACAF-Zone schob sich Honduras durch ein 1:0 in El Salvador noch auf Rang drei.

Die "Catrachos", so der Spitzname der Honduraner, verdrängten somit noch Costa Rica, das in die Play-offs gegen Uruguay musste.

Die Costa Ricaner kassierten am letzten Gruppenspieltag nach einer 2:0-Führung am Ende noch den 2:2-Ausgleich gegen die USA.

Honduras Matchwinner zum Sieg in El Salvador war einmal mehr Torjäger Carlos Pavon. "Wir sind überglücklich, wir können gar nicht beschreiben, wie wir uns fühlen. Es ist einfach unglaublich. Das war ein hartes Stück Arbeit", sagte der Goalgetter.

Chile politisch instabil

Mit sieben Treffern war der 36-Jährige der erfolgreichste Schütze seiner Mannschaft in der WM-Ausscheidung und damit der Garant für das Lösen des WM-Tickets.

Kein Wunder, dass die WM-Qualifikation großen Jubel in dem von politischer Instabilität geprägten Land auslöste.

Vor allem, weil das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Costa Rica erst in der Schlussminute im Fernduell entschieden wurde.

Vor 28 Jahren in Spanien trotzte der krasse Außenseiter bei der Weltmeisterschaft immerhin der Elf des damaligen Gastgebers und Nordirland jeweils ein 1:1 ab.

Aufgrund einer 0:1-Niederlage gegen Jugoslawien musste Honduras am Ende doch nach der Vorrunde die Heimreise antreten.

Bangen um Star David Suazo

Der große Name im Team von Trainer Reinaldo Rueda anno ist David Suazo, der bei Genua 93 spielt und von Inter Mailand ausgeliehen wurde.

Allerdings zog er sich eine Verletzung zu, Rueda bangte um die WM-Teilnahme Suazos. Dessen Cousin Maynor Suazo spielte im Übrigen einst beim Bundesligisten 1. FC Köln.

Weitere namhafte Akteure der Honduraner sind Wilson Palacios, Arnado Guevara und Carlos Costly.

Dopingsünder rehabilitiert

Der Cheftrainer der Honduraner ist Kolumbianer. Rueda betreute sein Heimatland bei der Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland.

Für Schlagzeilen sorgte Rueda, der vom Verband Perus umworben wird, mit der Nominierung von Dopingsünder Sergio Mendoza für eine WM-Trainingslager.

"Sergio ist ein wichtiger Spieler für uns. Er hat seine Form behalten und gut für seinen Klub gespielt", sagte Rueda.

Mendoza wurde beim WM-Qualifikationsspiel gegen Kanada (11. Oktober 2008) positiv getestet. Laut Angaben Ruedas führte eine infektionshemmende Salbe zu der positiven Dopingkontrolle. Die einjährige Sperre war im Februar 2010 abgelaufen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel