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Seine Tore braucht Uruguay in Südafrika: Diego Forlan © getty

In der Qualifikation gegen Costa Rica musste Uruguay zittern. In Südafrika haben Forlan und Co. eine attraktive Gruppe erwischt.

München - Einmal mehr durch die Hintertür Play-offs haben sich Uruguays Fußballer zur WM-Endrunde nach Südafrika durchgekämpft.

"Die einfachen Dinge sind nichts für uns. Aber wenn der Lohn so groß ist, sage ich: Willkommen, Leid", verkündete Sebastian Abreu.

Der Stürmer löste mit seinem Tor beim 1:1 gegen Costa Rica das Ticket zur WM.

Dort trifft Uruguay in Gruppe A auf Vizemweltmeister Frankreich (11.Juni), Gastgeber Südafrika (16.Juni) und Mexiko (22.Juni). (Der WM-Spielplan)

Spannung bis zum Schluss

Die Entscheidungsspiele des Fünften der Südamerika-Qualifikation gegen den Vierten der CONCACAF-Konföderation spiegelten den qualvollen Weg bis zur WM wider.

Der Vorteil nach dem 1:0 aus dem Hinspiel und der Führung beim zweiten Duell in Montevideo glitt den Celestes fast noch aus der Hand.

"Wir sind gewohnt zu leiden", sagte der 33-jährige Abreu, der beim griechischen Erstligisten Aris Saloniki unter Vertrag steht. Nicht anders war es bei seiner ersten WM-Teilnahme 2002, als Australien in den Play-offs niedergerungen wurde.

Vier Jahre später revanchierten sich die "Socceroos" und verbauten den "Urus" in einem dramatischen Elfmeterschießen den Weg nach Deutschland.

Die Erfolge sind lange her

Der Weltmeister von 1930 und 1950 ist in Südafrika bereits zum elften Mal bei einem WM-Turnier dabei, doch drei der letzten vier Auflagen verfolgten die "Charruas" nur aus der Ferne.

Zum Leid gehört auch, dass aus den letzten 16 WM-Spielen bis zurück zur Endrunde 1970 nur ein einziger Sieg heraussprang.

Unter Tabarez im Aufwind

Beim diesem 1:0 gegen Südkorea 1990 in Italien saß Oscar Tabarez schon auf der Bank.

Er übernahm im März 2006 wieder das Kommando und führte den Rekordsieger (14 Titel wie Argentinien) bei der Copa America 2007 nach dem unglücklichen Halbfinal-Aus im Elfmeterschießen gegen Brasilien auf Platz vier.

Der 62-Jährige hat eine schlagkräftige Truppe aus alten Haudegen um Kapitän und Abwehrchef Diego Lugano (Fenerbahce Istanbul) sowie jungen Hoffnungsträger wie Stürmer Luis Suarez (Ajax Amsterdam) geformt.

Forlan überstrahlt alles

Unumstrittener Star Uruguays ist Diego Forlan von Spaniens Erstligisten Atletico Madrid.

Der Stürmer wurde in der vergangenen Saison bereits zum zweiten Mal nach 2005 mit dem Goldenen Schuh als bester Torjäger der europäischen Ligen ausgezeichnet.

Das Fußballtalent hat ihm Vater Pablo in die Wiege gelegt, der mit Uruguay von 1966 bis 1974 dreimal an einer WM-Endrunde teilnahm.

Mit seinen sieben Toren in der Qualifikation gehörte der 31-Jährige zu den konstanten Größen in einem Team, das Leistungsschwankungen offenbarte.

"Zum Leiden verdammt"

Nur vier Siege in den neun Heimspielen machen deutlich, dass es der Tabarez-Truppe schwer fällt, das Spiel zu machen.

So auch beim 0:1 im "Endspiel" um die direkte Qualifikation gegen Argentinien. Da blieb Tabarez nach dem 1:1 gegen Costa Ricaim erneut voll besetzten Centenario-Stadion nur die Feststellung: "Es scheint, dass Uruguay zum Leiden verdammt ist."

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