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Sind mit Juan als Einzige aus der Stammelf der WM 2006 übrig geblieben: Lucio und Kaka © getty

Ohne Star-Allüren will Brasilien nicht weniger als den sechste Titel. Der Umbruch macht die Aufgabe für Dunga nicht leichter.

München - Die Familie Dunga schwört sich mit Wir-Gefühl statt Star-Allüren auf den "Hexa" ein.

Brasiliens Fußballer wollen in Südafrika den sechsten WM-Titel holen, ohne die Fehler der Endrunde in Deutschland 2006 zu wiederholen.

"Talent allein reicht nicht mehr. Jetzt müssen sich alle korrekt verhalten, sonst akzeptiert es das Team nicht", bekundet das Familien-Oberhaupt.

Ronaldo und Ronaldinho nicht dabei

Die Aussage des 46-Jährigen geht klar an ein Duo, das nach dem Viertelfinal-Aus bei der WM 2006 als Sündenbock abgestempelt worden war.

Während WM-Rekordtorjäger Ronaldo vom Nachfolger Carlos Alberto Parreiras nie eine Einladung erhielt, schloss sich für Ronaldinho im April 2009 die Selecao-Tür.

"Verleitet mich nicht, die Fehler von 2006 zu wiederholen", appellierte Dunga dann auch vor der Bekanntgabe seines WM-Kaders.

Damals hatte Parreira dem Druck der öffentlichen Meinung nachgegeben, die übergewichtigen Ronaldo und Adriano aufgestellt sowie auf das "magische Quartett" vertraut.

Funktionierendes System vor fußballerischer Kunst

Dunga interessieren aber nur die eigenen Überzeugungen. Das Ergebnis, das funktionierende System kommt vor dem "futebol arte", der kunstvollen Ballbehandlung.

Dass die Menschen am Zuckerhut aber lieber das Spektakel sehen, musste der nach außen oft knorrig wirkende Brasilianer Mitte 2008 erleben, als die positiven Resultate kurzzeitig ausblieben.

Superjahr 2009

Doch die "Adeus, Dunga"-Rufe verstummten noch im gleichen Jahr mit dem 6:2-Testspielsieg über Portugal.

Es folgte das Superjahr 2009 mit 14 Siegen in 17 Spielen und nur einer letztlich folgenlosen Niederlage in der Höhe von Bolivien (1:2).

Die WM-Qualifikation hakte der Rekordweltmeister mit einem 3:1 bei Erzrivalen Argentinien bereits am viertletzten Spieltag der Eliminatorias ab.

Dunga impfte der Startruppe seinen unbedingten Siegeswillen ein, den die Samba-Kicker bei den nicht gerade mit spielerischem Glanz errungenen Titelgewinnen der Copa America 2007 und des diesjährigen Confed Cup umsetzten.

Zufriedene Fans

"Die Fans erfreuen sich heute wieder an der Selecao", sagt Stammtorhüter Julio Cesar. Schließlich hat Brasiliens abermalige Anwartschaft auf den WM-Titel ein neues Fundament.

"Die Favoritenrolle bringt uns aber nirgendwo hin. Man muss auf den Platz gehen und das auch unter Beweis stellen", mahnt Dunga.

Aus der Stammelf der WM 2006 blieben noch das Innenverteidiger-Paar Lucio und Juan, zuletzt aber häufig verletzt, sowie Regisseur Kaka übrig.

Umbruch im Kader

Die neuen Gesichter der Selecao heißen Luis Fabiano, Nilmar oder Felipe Melo.

Der Hoffenheimer Carlos Eduardo und Wolfsburgs Grafite durften in den letzten Länderspielen bei der Selecao reinschnuppern, Wolfsburgs Kapitän Josue gehörte stets dem erweiterten Kader an.

Andere wie der Ex-Bremer Diego haben dagegen in den 53 Spielen unter Dunga mit über 80 eingeladenen Spieler ihre Chance nicht genutzt.

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