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Angreifer im Team der Ivorer und unter Vertrag bei Young Boys Bern: Seydou Doumbia © getty

Trotz Todesgruppe will die Elfenbeinküste hoch hinaus. Ihr englischer Trainer kokettiert schon mit dem Finale gegen sein Heimatland.

München - Auf dem Weg zum erhofften Coup bei der WM in Südafrika soll Trainerfuchs Sven Göran Eriksson den "Elefanten" Beine machen.

"Es gibt für mich keinen Zweifel daran, dass wir mit ihm Erfolg haben werden. Er kennt das Spiel in- und auswendig", sagt Didier Drogba vom FC Chelsea, der wegen eines Ellbogen-Bruchs für das Turnier wohl aber ausfällt.

Und der Superstar lobt den neuen Coach der Elfenbeinküste in den höchsten Tönen: "Mit ihm auf der Trainerbank werden wir alle Erwartungen übertreffen."

Wie hoch die Ansprüche der mit Hochkarätern gespickten Ivorer sind, bekam zuletzt Erikssons Vorgänger Vahid Halilhodzic zu spüren.

Hohe Ansprüche an die Trainer

Als Mitfavoriten waren der Bosnier und sein Team Anfang des Jahres in den Afrika-Cup in Angola gestartet, mussten jedoch bereits nach dem Viertelfinale gegen Algerien die Heimreise antreten.

Für den arg in die Kritik geratenen Halilhodzic war es ein Trip ohne Wiederkehr - er wurde entlassen.

Die Mannschaft hat die große sportliche Enttäuschung beim Kontinentalturnier inzwischen abgehakt. Allein die Verpflichtung Erikssons scheint neue Kräfte freigesetzt zu haben.

Eriksson der perfekte Coach

"Mit all den Erfolgen, die er vorzuweisen hat, ist er der perfekte Trainer für uns", äußert Yaya Toure vom FC Barcelona über den Coach, der auf eine bewegte Laufbahn zurückblicken kann.

IFK Göteborg, Benfica Lissaon, AS Rom, AC Florenz, Lazio Rom, Sampdoria Genua und Manchester City lauten seine namaften Stationen, auf denen er insgesamt 19 Titel gewann.

Zudem war der Schwede für fünfeinhalb Jahre Teammanager Englands und für zehn Monate Nationaltrainer von Mexiko.

Vor seinem Engagement bei den Ivorern hatte Eriksson beim ambitionierten englischen Viertligisten Notts County als Fußball-Direktor gearbeitet. Dort hatte er jedoch im Februar das Handtuch geworfen.

Für viele die letzte WM

Nun steuert der 62-Jährige bei der WM den vielleicht letzten großen Kraftakt seiner Karriere an. Ein Schicksal, dass er mit vielen seiner Spieler teilt.

Auch dem 32 Jahre alten Drogba, Kolo Toure (29/Manchester City) oder Didier Zokora (29/FC Sevilla) läuft allmählich die Zeit für einen ganz großen Erfolg mit der Landesauswahl davon.

"Viele bezeichnen uns als die 'Goldene Generation'. Aber wir müssen endlich einen Titel holen. Sonst sind wir in zehn Jahren vergessen", sagt Abwehrspieler Arthur Boka vom VfB Stuttgart.

Er kann sich neben dem Hamburger Guy Demel als einziger ivorischer Profi aus der Bundesliga berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im WM-Kader machen.

Brasilien und Portugal als Hindernisse zum großen Coup

Ob es ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft zum ersten großen Wurf seit dem Gewinn des Afrika-Cups 1992 reichen kann, scheint trotz des großen Potenzials der Mannschaft jedoch fraglich.

Bereits in der Vorrunde warten Rekord-Weltmeister Brasilien und Portugal.

Ein Sieg gegen Außenseiter Nordkorea scheint hingegen Formsache.

Eriksson will hoch hinaus

"Ich weiß, dass unsere Aufgabe als 'Todesgruppe' bezeichnet wird. Aber das macht die Herausforderung nur noch größer.

Wir sind stark genug, um das Achtelfinale zu erreichen", sagt Eriksson und fügt selbstbewusst hinzu: "Es wäre toll, gegen England zu spielen - am besten im Finale."

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