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Australien hofft, durch seinen ausgeprägten Teamgeist erfolgreich zu sein © getty

Für den niederländischen Trainer der Australier, Pim Verbeek, ist das Spiel gegen Deutschland etwas ganz besonderes.

München - Als in Kapstadt das Los mit der Aufschrift "Germany" gezogen wurde, zuckte Pim Verbeek ganz gelassen mit den Achseln. (Der WM-Spielplan)

Australien, chancenloser Außenseiter, hilfloser Spielball der Großen, das ewige Gute-Laune-Team ohne Ambitionen, gegen die so starken Deutschen?

Don't worry. "Ich liebe Herausforderungen", sagte der niederländische Trainer der Socceroos.

"Für einen Holländer ist es immer die größte Freude, die Deutschen niederzumachen."

Selbstvertrauen, das ist also schon mal klar, wird nicht das Problem der Australier sein.

Mangelnde Spielpraxis

Wenn, dann werden sie mit mangelnder Spielpraxis zu kämpfen haben. "Unser Problem ist, dass wir zu viele Spieler haben, die bei ihren Klubs nicht regelmäßig zum Einsatz kommen. Das ist gar kein Geheimnis", sagte Verbeek.

Von der Qual der Wahl kann keine Rede sein. "Ich würde gerne 23 Spieler nominieren, die Woche für Woche in einer starken Liga spielen.

Aber wir alle wissen, dass das nicht der Fall ist." Den Kapitän Lucas Neill (Galatasaray Istanbul) hindert das nicht daran, hohe Ziele vorzugeben. "Es ist eine harte Gruppe, und wir sind die Underdogs.

Aber mit ein bisschen Glück und einer guten Vorbereitung können wir ein fantastisches Turnier spielen."

Frühe Anreise

Damit im WM-Endspurt alles stimmt, reisen die Australier besonders früh nach Südafrika.

Ihr Quartier ist eine idyllische Anlage namens Kloofzicht am Fuße der Zwartkops Mountains, gut 40 Minuten von Johannesburg und Pretoria entfernt, beinahe 1500 Meter über dem Meeresspiegel.

Jeder Spieler soll ein Einzelzimmer bekommen - im Outback schließlich laufen einem auch nicht ständig andere Menschen über den Weg.

Teamgeist und Zusammengehörigkeitsgefühl

Und der Teamgeist ist auch ohne Etagenbetten die Stärke der Australier.

Mit dem schönen Wort "Zusammengehörigkeitsgefühl" beschrieb Luke Wilkshire, bei Dynamo Moskau demnächst Teamkollege von Kevin Kuranyi, dieses Phänomen.

Die Zeiten, in denen Australien ausschließlich Beton anmischte, sollen ebenfalls der Vergangenheit angehören.

Ansprüche sind gestiegen

"Die Mannschaft hat im Vergleich mit 2006 ein neues Gesicht, ein neues Trainergespann, die Erwartungen der Fans und auch der Mannschaft selbst sind viel höher als vor vier Jahren in Deutschland, als wir im Achtelfinale scheiterten", sagt der Mittelfeldspieler.

Und, forsche Töne, auch dies: "Unsere Platzierung in der Weltrangliste spricht für sich."

Im offiziellen Ranking des Weltverbandes FIFA werden die Australier auf dem 20. Platz geführt - höher als die Schweiz (26.) zum Beispiel.

Doch damit nicht genug: 2018 oder 2022 wollen die Australier die WM-Endrunde ausrichten. Schwimmstar Ian Thorpe könnte in diesem Fall allerdings schmerzhaft aus seinen Träumen erwachen.

Originellster WM-Song

"Ich freue mich riesig, wenn ich in Australien miterleben kann, wie Australien Weltmeister wird", sagte er jüngst. So weit sind die "Socceroos" dann wohl doch noch nicht.

Immerhin werden die Aussies aber den originellsten WM-Song stellen. Die Herzschläge von ganz normalen Australiern wurden mit Spezialstethoskopen aufgenommen, um den Puls der Nation zu fühlen. Das Lied dazu gibt es seit Ende Mai.

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