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Nigeria qualifizierte sich souverän für die Weltmeisterschaft © getty

Nigerias schwedischer Trainer Lagerbäck sieht eine realistische Chance für eine erfolgreiche WM. Den Kader dazu hätte er.

München - Als Nigeria Mitte November durch einen 3:2-Sieg in Kenia souverän die Qualifikation für die WM gemeistert hatte, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr.

Genauso groß war die Ernüchterung nach dem Halbfinal-Aus beim Afrika-Cup im Januar gegen den späteren Titelgewinner Ghana.

Trainer Shuaibu Amodu musste gehen, nun soll es bei der WM-Endrunde der Schwede Lars Lagerbäck richten.

Dritte WM für Lagerbäck

"Ich denke, wir haben eine realistische Chance, in Südafrika weit zu kommen", sagte der 61-Jährige.

Auf die Vorgabe des nationalen Verbandes, der das Erreichen des Halbfinals fordert, geht er öffentlich allerdings nicht konkret ein.

Lagerbäck nimmt als Trainer seine dritte WM in Angriff.

Erfahrungen mit Schweden gesammelt

2002 in Südkorea und Japan bildete der Coach bei Schwedens Nationalmannschaft mit Tommy Söderberg eine Doppelspitze und erreichte mit den "Tre Kronor" in Asien ebenso das Achtelfinale wie vier Jahre später in Deutschland als alleiniger Chefcoach.

Nach Schwedens Aus in der Qualifikation für Südafrika trat Lagerbäck im vergangenen Herbst zurück. Seit seiner Amtsübernahme in Nigeria Ende Februar beobachtet Lagerbäck die potenziellen WM-Fahrer.

Obasi und Martins dabei

Die Bundesliga-Legionäre Chinedu Obasi von 1899 Hoffenheim und Obafemi Martins vom ehemaligen deutschen Meister VfL Wolfsburg sind wohl dabei.

"Wir treffen auf sehr schwere Gegner. Wir müssen beweisen, dass wir unser Spiel gegen die Besten durchsetzen können", sagte Obasi mit Blick auf die Vorrunden-Gegner Argentinien, Griechenland und Südkorea. (Der WM-Spielplan)

Gewaltiges Potential

Lagerbäck kann wie alle seine Vorgänger auf einen Pool von Spielern mit gewaltigem Potenzial zurückgreifen.

Michael Ballacks Klubkollege John Obi Mikel vom FC Chelsea, Ikechukwu Uche von Real Saragossa, Peter Odemwingie von Lokomotive Moskau und Martins waren zuletzt die Stützen des Teams.

Die Nationalspieler werden in einem der fußballverrücktesten Länder der Welt als Volkshelden verehrt.

Sunday Oliseh übertrieb nicht, als er nach dem Olympiasieg 1996 sagte: "Jetzt sind wir Götter."

Der ehemalige Bundesligaprofi hatte sein Team in Atlanta als Kapitän zum Triumph geführt.

Erfolglos bei Weltmeisterschaften

Bei Weltmeisterschaften hoffte das Land aber bislang vergeblich auf das große Glück.

1994 bei der ersten WM-Teilnahme avancierten Oliseh, Daniel Amokachi, Augustine "Jay-Jay" Okocha und Co. zwar zu Publikumslieblingen, aber im Achtelfinale war nach dem bitteren 1:2 nach Verlängerung gegen den späteren Vize-Weltmeister Italien Endstation.

Vier Jahre später erreichte Nigeria erneut die K.O.-Runde.

Das 1:4 gegen Dänemark stürzte die Fans damals in die Verzweiflung, weil ihre Lieblinge spätestens nach dem furiosen 3:2-Sieg gegen Spanien als Mitfavoriten auf den Titel galten.

Danach häuften sich die Enttäuschungen und die Anhänger reagierten mit Liebesentzug.

Auch Berti Vogts konnte bei seinem missglückten Gastspiel ein Lied davon singen.

"Würden weiße Journalisten mit einem schwarzen Trainer so umgehen, dann glaube ich, dass man von Rassismus sprechen würde", sagte Vogts kurz vor seinem Rücktritt im Februar 2008.

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