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Ji Sung Park von Manchster United soll Südkorea ins Achtelfinale führen © getty

Südkorea will endlich auch außerhalb Asiens ins Achtelfinale. Pikant ist die gleichzeitige Teilnahme des Nachbarn aus Nordkorea.

München - Als das WM-Abonnement einmal mehr verlängert worden war, nahmen die Südkoreaner ein ehrgeiziges Ziel ins Visier.

"Wir wollen ins Achtelfinale. Und dann werden wir versuchen, noch eine Runde weiterzukommen", sagte Trainer Huh Jung-Moo, nachdem die "Taeguk Warriors" zum achten Mal eine Fußball-WM erreicht hatten.

Schon zum siebten Mal in Folge nimmt Südkorea damit an der Weltmeisterschaft teil. Der Einzug in die K.o.-Runde wäre für die WM-Stammgäste ein großer Erfolg, denn bislang scheiterten sie immer in der Vorrunde - außer im Jahr 2002.

Im eigenen Land stürmten sie unter der Anleitung von Trainer Guus Hiddink bis ins Halbfinale, in dem sie an der deutschen Mannschaft scheiteren (0:1), und begeisterten Millionen Landsleute.

Die Bilder der ganz in Rot gekleideten und angemalten Menschenmassen, die in Seoul und den anderen Großstädten Straßen und Plätze bevölkerten, gingen um die Welt.

Katerstimmung 2006

Beim Vorrundenaus 2006 in Deutschland kam nach dem Rausch der Kater. Wie schon bei den Weltmeisterschaften 1954, 1986, 1990, 1994 und 1998 verpassten die Asiaten die zweite Runde.

"Der beispiellose Erfolg von 2002 hat dafür gesorgt, dass die Erwartungen an uns sehr hoch sind", sagte Huh:

"Aber inzwischen gibt uns der Erfolg auch Auftrieb. Wir stehen auf der Weltbühne und repräsentieren nicht nur unser Land, sondern den gesamten Kontinent. Das ist allein schon genug Motivation."

Norden und Süden zur WM

Zusätzliche Bedeutung gewann die WM in Südafrika, weil die Brüder im Norden sich ebenfalls qualifizierten.

"Das ist historisch", sagte Huh, nachdem Nordkorea erstmals seit 1966 das WM-Ticket gelöst hatte.

"Die WM könnte zu einem Sportfest für die koreanische Halbinsel werden", schrieb die südkoreanische Zeitung Economic Daily. Auch wenn Huh sich über die historische Doppel-Teilnahme der Koreaner freute, das Verhältnis der beiden Staaten ist extrem angespannt.

Schwieriges Verhältnis zum Nachbarn

Denn offiziell befinden sich Nord- und Südkorea noch im Kriegszustand. Das macht auch vor dem Fußball nicht halt.

So warf Nordkorea dem Süden vor, vor dem Qualifikationsspiel in Seoul im vergangenen Jahr Speisen der Spieler vergiftet zu haben.

Drei Akteure wurden angeblich krank, der Weltverband FIFA wies den Antrag auf Verlegung des Spiels an einen neutralen Ort zurück.

Nordkorea musste in Seoul spielen, verlor 0:1 und qualifizierte sich am Ende doch dank der späteren Schützenhilfe aus dem Süden.

Souveräne Qualifikation

Huhs Team hatte in der Qualifikation überhaupt keine Probleme. Der Asienmeister von 1956 und 1960 blieb als einziges Team ungeschlagen und stand schon zwei Runden vor dem Ende als WM-Teilnehmer fest.

Mittelfeldstar Park Ji-Sung, seit 2005 bei Manchester United und damit der erste Koreaner in der Premier League, steuerte alleine fünf Tore bei. Bis zum 0:1 im Test am 18. November 2009 gegen Serbien blieb die Mannschaft gar in 27 Spielen ungeschlagen.

Huh, der im Dezember 2007 zum dritten Mal Nationaltrainer wurde, weil die Kandidaten Mick McCarthy (Wolverhampton Wanderers) and Gerard Houllier (Olympique Lyon) abgesagt hatten, wurde als Asiens Trainer des Jahres ausgezeichnet.

Achtelfinale im Blick

Dennoch ist Südkorea bei der ersten WM in Afrika wieder nur Außenseiter. "Ich will nicht sagen, dass wir über die Auslosung gejubelt haben, aber wir akzeptieren sie", sagte der Ex-Dortmunder Lee Young-Pyo.

"Unsere Chancen kann ich schwer einschätzen, aber gegen Griechenland und Nigeria können wir durchaus gewinnen." Favorit in Gruppe B ist Argentinien.(Der WM-Spielplan)

Rückkehr eines alten Bekannten

Für diese Aufgabe holte Trainer Huh sogar Ahn Jung-Hwan, den WM-Helden von 2002, zurück ins Team. Und der Verband lobte eine stattliche Prämie von bis zu 111.400 Euro pro Spieler für das Erreichen des Achtelfinales aus.

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