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Morsten Olsen hat Dänemarks Auswahl als Coach zur WM 2002 und EM 2004 geführt © imago

Bei seinen drei WM-Teilnahmen kommt der Europameister von '92 mindestens unter die Top 16. Jetzt träumen die Dänen von mehr.

München - Laut Trainer Morten Olsen hat "Danish Dynamite" bereits mit dem Erreichen der WM-Endrunde "Einmaliges" im dänischen Fußball erreicht.

Doch das kleine Land will in Südafrika groß rauskommen.

"Ich gehe davon aus, dass wir eine tolle Endrunde spielen werden. Natürlich fahren wir hin, um dieses Turnier auch zu gewinnen", sagt Stürmer Nicklas Bendtner vom FC Arsenal.

Achtelfinale soll es sein

Olsen spricht anders als sein gewohnt forscher Star nicht vom Titel. Das Achtelfinale sollte es angesichts der Gegner Niederlande, Japan und Kamerun in der Gruppe E aber auch für den früheren Kölner Profi und Trainer auf jeden Fall sein. (Der WM-Spielplan)

"Wir haben 2002 die Gruppenphase überstanden - und das hoffen wir, wieder zu schaffen", sagt er.

1998: Viertelfianale gegen Brasilien

Bei seinen bisher drei WM-Teilnahmen 1986, 1998 und 2002 kam der Europameister von 1992 immer mindestens unter die Top 16.

Vor zwölf Jahren erreichten die Wikinger sogar die Runde der besten Acht und zogen dort gegen Rekord-Weltmeister Brasilien beim 2:3 nur knapp den Kürzeren.

Vorrunden-Siege gegen Deutschland 1986 und Frankreich 2002 begeisterten neutrale Zuschauer ebenso wie der Zauberfußball von Kettenraucher Preben Elkjaer Larsen und Co. vor 24 Jahren.

Tolle Spiele in der Qualifikation

Trainer Olsen war damals als Spieler dabei und möchte 2010 an die glorreiche Vergangenheit anknüpfen.

Seine Truppe soll nicht nur die K.o.-Runde erreichen, sondern dabei auch noch "guten Fußball" spielen, wie der Chef der in der Heimat als "Olsen-Bande" bekannten Mannschaft betont.

"Wir haben schon in der Qualifikation viele tolle Spiele geliefert. Daran wollen wir anknüpfen", sagt auch Kapitän Jon Dahl Tomasson, der einst beim VfB Stuttgart auf Torejagd ging.

Erfolge gegen Portugal und Schweden

In der Quali setzte sich der Außenseiter überraschend souverän gegen Portugal und Nachbar Schweden durch - drei Siege und ein Remis gab es gegen die stärker eingeschätzten Kontrahenten.

"Besser geht's nicht", sagt Bendtner, der schonmal den Spielplan studiert hat. "Im Achtelfinale spielen wir wohl gegen Italien, das wird sehr schwer. Aber wie man eine Sensation schafft, haben wir ja 1992 gezeigt. Mal sehen, ob wir am Ende nicht sogar Weltmeister werden können."

Die Mannschaft ist der Star

Olsen sind solch forsche Töne fremd. Der 60-Jährige, der das "Landshold" bereits seit 2000 betreut, wird als "Fußballprofessor" verehrt - und 2009 zum Trainer des Jahres gewählt. Ihm selbst ist der Personenkult aber eher peinlich.

"Das ist keine One-Man-Show, ich habe gute Leute neben mir. Die Mannschaft ist das Wichtigste."

Rückschläge in der Vorbereitung

In der WM-Vorbereitung musste Olsen aber Rückschläge hinnehmen. Auf den Hannoveraner Leon Andreasen muss er in Südafrika verzichten, und Torhüter Thomas Sörensen (Stoke City) verletzte sich vor kurzem schwer am Ellbogen.

Dennoch soll er eine der Säulen des Teams sein, wie neben Bendtner und Tomasson auch das Abwehrtalent Simon Kjaer von US Palermo, der Ex-Schalker Christian Poulsen (Juventus Turin), Daniel Agger (FC Liverpool) und Dennis Rommedahl (Ajax Amsterdam).

Hohe Erwartungen in der Heimat

Zwischen Kopenhagen, Arhus und Odense herrscht nicht erst seit dem Erreichen der WM Euphorie. Das entscheidende Ausscheidungsspiel gegen Schweden sahen 1,8 Millionen Menschen im Fernsehen - bei einer Bevölkerungszahl von rund 5,5 Millionen.

Olsen kennt die Erwartungen seiner Landsleute. "Dänemark ist kein Favorit, aber wenn die besten Spieler dabei sind, ist einges möglich", sagt er, fügt aber gleich an: "Das Wichtigste bei einer WM ist jedoch, dass man zeigt, dass man Fußball spielen kann." Das hat Dänemark immer getan.

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