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Englands Trainer Fabio Capello (l.) gibt John Terry Anweisungen © getty

Nach den mäßigen Testspielen wird England von Gerüchten um Capello aufgeschreckt, Frankreich von der Krise eines Superstars.

München - England bangt um Teammanager Fabio Capello, Frankreich um Starstürmer Thierry Henry:

Die Sorge um zwei ihrer wichtigsten Protagonisten sorgt im Lager zweier Fußball-Großmächte eineinhalb Wochen vor Beginn der WM in Südafrika für Unruhe - und verdrängt damit die meist schwachen Auftritte in den jüngsten Vorbereitungsspielen aus den Schlagzeilen (Der WM-Spielplan).

Auf der Insel gab es einen Tag nach dem schmeichelhaften, weil erst durch zwei Eigentore des Gegners errungenen 2:1-Sieg gegen WM-Teilnehmer Japan nur ein einziges Thema: Was wird aus Capello?

Der Coach hatte mit Verbandschef David Triesman verabredet, eine Vertragsklausel zu streichen, die beiden Parteien mit WM-Ende ein Kündigungsrecht einräumt, um sich bis zur EM 2012 zu binden.

Rücktritt veränderte die Lage

Doch nach Triesmans Rücktritt vor zwei Wochen musste die Lage nun nochmal besprochen werden.

In Mailand, wo Inter einen Nachfolger für den zu Real Madrid wechselnden Coach Jose Mourinho sucht, weckte das Hoffnungen, Capello zurück nach Italien lotsen zu können.

"Ich freue mich zu hören, dass er aus dem Vertrag mit England aussteigen kann", sagte Inter-Besitzer Massimo Moratti.

"Mit niemandem von Inter gesprochen"

Doch Capello machte Moratti im Vorfeld der Gespräche wenig Mut und beruhigte stattdessen die Engländer.

"Ich bin glücklich hier und habe mit niemandem von Inter gesprochen", sagte er. Adrian Bevington vom englischen Verband FA kündigte zudem an, an der alten Absprache festhalten und mit Capello bis zur EM 2012 weiterarbeiten zu wollen. "Daran hat sich nichts geändert", sagte er.

Auf den Kader festgelegt

Ähnlich sicher ist sich Capello nach dem Japan-Test bei seiner Auswahl der 23 Spieler, die ihn am Mittwoch nach Südafrika begleiten sollen.

"Ich kenne meinen Kader, es sind dieselben 23, die ich immer im Kopf hatte", sagte er. Verraten wird er das Aufgebot am Dienstag.

Frank Lampard gehört ihm sicher an, obwohl den Chelsea-Star in Graz die englische Krankheit befiel - und er einen Elfmeter vergab.

So brauchte der Weltmeister von 1966 die Eigentore durch Marco Tulio Tanaka und Yuji Nakazawa, um Tanakas 0:1 wettzumachen. Japans Coach Takeshi Okada, nach einigen Pleiten unter Druck, war aber zufrieden. "Wir haben Fortschritte gemacht", sagte er (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Sorgenkind Henry

Das Gegenteil gilt für Vizeweltmeister Frankreich, der gegen Tunesien nicht über ein 1:1 hinaus kam. Vor allem die Abwehr zeigte Schwächen, die Sporttageszeitung "L'Equipe" wertete das Spiel auf der Titelseite als "Rückschritt".

Während Bayern-Star Franck Ribery eine ordentliche Leistung bot, bereitet besonders Henry den Franzosen Sorgen.

Der Angreifer saß wie beim 2:1 gegen Costa Rica bis zur Pause nur auf der Bank und brachte nach seiner Einwechslung erneut nicht viel zustande.

Bedenklich wackelig in der Abwehr

Trainer Raymond Domenech hält Nicolas Anelka vom FC Chelsea im präferierten 4-3-3-System für die bessere Wahl. Neben dem Stammplatz dürfte Henry seine Kapitänsbinde los sein, die zuletzt zweimal Außenverteidiger Patrice Evra trug.

"Ich habe mit dem Trainer gesprochen. Nicht ich bin wichtig, es zählt nur die Mannschaft", sagte Henry. Frankreich müsse bis zur WM "noch einige Dinge optimieren", fügte er an.

Defensiv wackeln "Les Bleus" noch bedenklich, auch wenn William Gallas seine Verletzung an der Wade auskuriert hat. Der Arsenal-Legionär traf per Kopf zum 1:1, und Domenech betonte: "Wir sind im Plan."

Paraguay feiert Barrios

Mehr als das ist Lucas Barrios. Der Dortmunder traf im Duell der WM-Teilnehmer beim 2:2 gegen die Elfenbeinküste auch in seinem zweiten Länderspiel für Paraguay.

In seiner neuen Heimat wird der gebürtige Argentinier bereits gefeiert. Das Blatt Ultima Hora nannte ihn "senor gol", die Zeitung La Nacion will in ihm den "nuevo goleador", den neuen Torjäger der Albirroja erkannt haben - auch wenn Barrios eine weitere Großchance liegen ließ.

Südkorea verliert Verteidiger

Noch nicht in WM-Form, aber laut Trainer Lars Lagerbäck "schon deutlich besser als zuletzt", trat Nigeria beim 1:1 gegen Kolumbien auf. Lukman Haruna von AS Monaco traf.

Mexiko schoss sich beim 5:1 in Bayreuth gegen Gambia warm, Chile mit zwei Länderspielen binnen 24 Stunden gegen Nordirland (1:0) und Israel (3:0).

Südkorea verlor derweil 0:1 gegen Weißrussland und dabei Verteidiger Kwak Tae-Hwi, der sich am Kreuzband verletzte.

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