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Serbiens Nikola Zigic (l.) im Zweikampf mit Polens Lukasz Piszczek © imago

Nach der Blamage gegen Neuseeland bleibt Deutschlands Gegner Serbien auch gegen Polen ohne Treffer. Dennoch herrscht Zuversicht.

Aus Kufstein berichtet Thorsten Mesch

Kufstein - Es schüttete wie aus Eimern, Tore ihrer Stars bekamen die aus Österreich, Deutschland und der Schweiz angereisten und völlig durchnässten Anhänger der serbischen Nationalmannschaft erneut keine zu sehen.

Doch die Fans feierten ihr Team trotzdem und einige klatschten sich nach der Partie mit den Spielern ab (Der WM-Spielplan).

Beim 0:0 gegen Polen überzeugte Deutschlands WM-Gruppengegner am Mittwochabend zwar nicht, zeigte sich aber gegenüber dem 0:1 gegen "Australien-Imitat" Neuseeland in ansteigender Form und erspielte sich zumindest einige Torgelegenheiten.

"Ganz gutes Spiel"

"Es ist schon mal ein gutes Zeichen, denn gegen Neuseeland sind wir überhaupt nicht zu Chancen gekommen", fand Zdravko Kuzmanovic vom VfB Stuttgart.

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"Es war ein ganz gutes Spiel von uns. Vorne hatten wir viele Chancen, hinten haben wir ganz gut gestanden", meinte Innenverteidiger Neven Subotic von Borussia Dortmund.

Beim vorletzten Test vor dem WM-Auftakt der "Weißen Adler" gegen Ghana am 13. Juni in Pretoria begann Nationaltrainer Radomir Antic ohne vier Spieler seiner ersten Elf (GAMES: Das WM-Tippspiel) .

Stars geschont

Abwehrchef Nemanja Vidic und Mittelfeldspieler Nenad Milijas wurden komplett geschont, Stammtorwart Vladimir Stojkovic und Stürmer Marko Pantelic saßen zunächst auf der Bank.

In der Anfangsphase hatten die Serben große Probleme mit dem morastigen Rasen und den quirligen polnischen Angreifern.

Vor allem der Dortmunder Jakub Blaszczykowski und sein wahrscheinlich zukünftiger BVB-Kollege Robert Lewandowski machten Linksverteidiger Aleksander Kolarov und Vidic-Ersatz Aleksander Lukovic zu schaffen.

"Wasserschlacht von Frankfurt"

Ersatztorwart Bojan Isailovic wirkte unsicher und ließ den glitschigen Ball einige Male durch die Hände gleiten.

Das Spiel erinnerte phasenweise an die berühmte "Wasserschlacht von Frankfurt" zwischen Deutschland und Polen bei der WM 1974.

Serbiens Routinier Dejan Stankovic vom Champions-League-Sieger Inter Mailand sorgte in der Anfangsphase zweimal für Schrecksekunden, nachdem er auf rutschigem Geläuf mit Gegenspielern kollidiert war. Er blieb jedoch unverletzt.

Serbien wird stärker

Nach etwa einer halben Stunde und zwei polnischen Torchancen fanden die Serben besser in die Partie.

"Auf dem weichen Boden und bei den schwierigen Verhältnissen haben wir uns doch einige Chancen erarbeitet. Es war schwer zu spielen und die Mannschaft hat gut gekämpft", erklärte Kuzmanovic.

Selbstkritisch fügte der Mittelfeldspieler an: "Wir sind einige Male frei vor das Tor gekommen, aber wir müssen unsere Chancen besser nutzen."

Pantelic bringt Schwung

Der starke Milos Krasic über rechts und Milan Jovanovic glänzten als Vorbereiter, aber Nikola Zigic und Danko Lazovic vergaben vor der Pause gute Möglichkeiten.

"Der Boden war gefühlt einen halben Meter tief, da war sehr viel Zufall dabei", fand Subotic und betonte: "Kein Vorwurf an die Stürmer."

Nach der Pause kam Pantelic für Zigic und brachte gegen immer mehr abbauende Polen mehr Schwung in das Angriffsspiel.

Antic "vollauf zufrieden"

"Marko ist reingekommen und hat die Bälle verteilt. Das war genau das, was wir gebraucht haben. In der ersten Halbzeit war es mehr Kick and Rush", erklärte Subotic.

Zählbares brachte aber auch Pantelic nicht zustande: In der 74. Minute schoss der ehemalige Hertha-Profi den Ball freistehend aus vier Metern über das Tor.

Trotz des mageren Resultats zeigte sich Trainer Antic "vollauf zufrieden", mit dem Auftreten seiner Mannschaft: "Wir bauen unsere Form mit Blick auf den 13. Juni auf, und da sind wir absolut im Plan."

Wieder kein Tor

Nur mit dem Toreschießen hapert es noch, doch das soll schon beim letzten WM-Test am Samstag in Belgrad anders werden. "Gegen Kamerun packen wir das schon", meinte Subotic. "Ich denke, dass dritte Spiel wird noch besser", glaubt auch Kuzmanovic.

Und selbst, wenn es auch gegen das "Ghana-Double" wieder nicht klappen sollte, wird das dem Selbstvertrauen der Serben keinen Abbruch tun.

Marko Pantelic ist jedenfalls fest von der Stärke seines Teams überzeugt: "Wir haben kein Problem. Die Tore werden kommen, wenn es wichtig ist." Darauf hoffen auch Serbiens Fans. Und darauf, dass in Südafrika das Wetter besser sein wird als in Kufstein.

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