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Er steht normalerweise bei Nordkorea im Tor: Kim Myong-Won © imago

Die Asiaten fliegen mit einem Nominierungs-Trick auf. Dänemarks Olsen mag Jabulani nicht, Ghana-Flaggen werden rar. WM-Splitter.

Zürich - Nordkorea darf bei der WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) einen als Torwart nominierten Stürmer nicht als Feldspieler einsetzen.

Das entschied der Weltverband FIFA am Donnerstag zwei Tage nach Ablauf der Nominierungsfrist für die Endrunde.

Nordkoreas Trainer Kim-Jong Hun hatte sich durch die Berufung von Angreifer Kim Myong-Won als dritten Schlussmann für die Gruppenspiele gegen Brasilien, Portugal und die Elfenbeinküste mehr personelle Möglichkeiten im Sturm verschaffen wollen.

Die FIFA verwies in ihrem Beschluss allerdings darauf, dass als Torhüter nominierte Spieler bei der WM auch nur als Keeper antreten dürfen.

SPORT1 fasst weitere News rund um die WM in Südafrika zusammen.

Olsen mag Jabulani nicht

Der dänische Nationaltrainer Morten Olsen hat sich nach der 0:1-Testspiel-Niederlage gegen den deutschen WM-Gruppengegner Australien in die immer längere Reihe der Kritiker am WM-Ball eingereiht.

"Wir haben mit einem unmöglichen Ball gespielt, an den wir uns erst noch gewöhnen müssen", sagte der frühere Trainer des 1. FC Köln.

"Das ist keine Entschuldigung für die Niederlage, aber eine Ursache dafür. Es war sehr schwierig, diesen Ball zu kontrollieren und ihn bei Pässen auf Tempo zu bringen."

Schwarzer wiegelt ab

Dänemark hatte in einem "typischen 0:0-Spiel" (Olsen) durch ein Tor des früheren Bundesliga-Profis Joshua Kennedy (71.) in Roodeport verloren.

Australiens Torwart Mark Schwarzer betonte nach dem Spiel, "dass wir uns wegen des Balles nicht verrückt machen lassen sollten. Es ist zwar mitunter unvorhersehbar, wohin er fliegt, und er hat echt seinen eigenen Kopf. Aber wir sollten da gelassen bleiben und uns einfach die Zeit nehmen, um uns an ihn zu gewöhnen", sagte er. (Der WM-Spielplan)

Spanische Titel-Prämie in der Kritik

Die hohe WM-Siegprämie von 550.000 Euro für seine Fußballstars schlägt im wirtschaftlich schwer angeschlagenen Spanien hohe Wellen.

Die Vereinigte Linke hat die Regierung aufgefordert, zu intervenieren, und die katalanischen Nationalisten ERC appellierten an die Mannschaft, angesichts der Probleme im Land auf die Prämie zu verzichten.

In einer Internetumfrage der Sporttageszeitung "Marca" waren zudem 85,6 Prozent der Personen der Meinung, dass die Prämie zu hoch sei.

Die Iberer haben die höchste Titelprämie aller 32 teilnehmenden Länder ausgesetzt. Es folgen Argentinien mit 520.000 sowie England mit 470.000 Euro pro Spieler. Die deutschen Fußballer würden jeweils 250.000 Euro erhalten.

Spanien befindet sich derzeit in der schwersten Rezession seit Jahrzehnten. Das Land leidet besonders unter der stärksten Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone. Derzeit sind mehr als vier Millionen Spanier ohne Arbeit.

Dies sind bei einer Bevölkerung von 47 Millionen mehr als in Deutschland (3,24) mit seinen rund 82 Millionen Einwohnern.

Mandela kommt doch

Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela hat eine Woche vor dem Eröffnungsspiel seinen Besuch zur Eröffnungs- und Schlusszeremonie der Titelkämpfe angekündigt.

"Mandela hat auf eine Teilnahme bestanden. Er hat für jeweils vier Tickets für die beiden Zeremonien angefragt, und die Organisatoren haben seinen Wunsch bewilligt", sagte Südafrikas Sportminister Makhenkesi Stofile der Zeitung The Star.

Mit der Anwesenheit des ehemaligen südafrikanischen Staatspräsidenten hatten die Organisatoren nach einer vorsorglichen Absage seitens Mandelas Familie nicht mehr gerechnet.

Es hieß, der 91-Jährige sei zu schwach für einen Besuch der Stadien während der WM und würde kein Spiel vor Ort erleben können. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters werden Mandelas Pläne oftmals jedoch erst kurzfristig veröffentlicht.

Italien nimmt Standby-Profi mit

Italiens Trainer Marcello Lippi will mit einem zusätzlichen Spieler zur WM reisen.

Mittelfeldspieler Andrea Cossu von US Cagliari soll in den Kader des Weltmeisters aufrücken, falls Mauro Camoranesi wegen seiner am Dienstag erlittenen Verletzung im linken Knie für das Turnier ausfällt.

Alle 32 Mannschaften dürfen vor ihren ersten Spielen bei der WM im Falle von Verletzungen in den 23-köpfigen Aufgeboten einen Akteur nachnominieren.

Ghana-Flaggen gehen weg wie warme Semmeln

Der Verkauf von Nationalflaggen der Teilnehmerländer an der WM hat derzeit Hochkonjunktur.

Überraschend entpuppt sich jedoch die Flagge von Deutschlands Gruppengegner Ghana als Kassenschlager.

Wie der Flaggenimporteur Promex GmbH aus Konstanz berichtet, nimmt unter den 32 Flaggen der Teilnehmerländer Ghana hinter Deutschland und Gastgeber Südafrika derzeit Rang drei ein, Schlusslicht ist Südkorea.

FIFA versichert WM

Die FIFA hat ihre WM-Endrunde vor terroristischen Anschlägen geschützt und eine entsprechende Versicherung abgeschlossen.

Eine Police deckt eine Summe von 529 Millionen Euro ab.

"Sollte die Weltmeisterschaft, verursacht durch Terrorismus, Krieg, Naturkatastrophen oder Unruhen, verschoben oder an einen anderen Ort verlegt werden, ist dies durch eine Versicherung teilweise gedeckt", bestätigte Markus Kattner, stellvertretender Generalsekretär und Finanzdirektor der FIFA.

Warnung vor Rassenkonflikten

Die FIFA reagierte damit auch auf jüngste Äußerungen südafrikanischer Politiker, die vor dem Aufleben möglicher Rassenkonflikte gewarnt hatten. Insbesondere nach der Ermordung des rassistischen Burenführers Eugene Terreblanche sei die Gefahr angewachsen.

Auch der Deutsche Fußball-Bund hat seine Spieler versichert. Das Spektrum reicht von Versicherungen gegen Spielunfähigkeit oder Tod bis hin zur Unfallversicherung.

Die Kosten dafür liegen nach Angaben des DFB zwischen 250.000 und 450.000 Euro.

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