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Jesus Navas vom FC Sevilla (l.) erzielte gegen Südkorea den Siegtreffer © getty

Spanien kommt auch im vorletzten WM-Test nur zu einem knappen Sieg. Gegen Südkorea empfiehlt sich aber die zweite Garde.

Aus Innsbruck berichtet Thorsten Mesch

Innsbruck/München - Auf dem Platz war Jesus Navas der Matchwinner für Spaniens Nationalmannschaft, und auch den anschließenden Interview-Marathon meisterte er mit Bravour.

"Wir haben bis zum Schluss unsere Chance gesucht und sind am Ende belohnt worden. Der Sieg war verdient", sagte der Siegtorschütze nach dem 1:0 (0:0) des Europameisters im vorletzten WM-Test gegen Südkorea zu SPORT1.

Sein Trikot als Andenken an seinen großen Tag trug der kleine Flügelstürmer vom FC Sevilla in einer Plastiktüte mit sich, seinen Treffer widmete er seiner Freundin und seiner Familie.(Der WM-Spielplan)

Nationaltrainer Vicente del Bosque testete gegen Südkorea die zweite Garde, und so bekam Navas die Chance, sein Können zu zeigen - und nutzte sie eindrucksvoll.

Während EM-Stars wie David Villa, Xavi, Xabi Alonso und David Silva zunächst auf der Bank saßen, standen vor 17.000 Zuschauern im ausverkauften Innsbrucker Tivoli-Stadion Youngster wie Navas, Juan Mata (Valencia), Fernando Llorente und Javi Martinez (beide Bilbao) in der Startelf.

Im Tor durfte zunächst Liverpool-Profi Pepe Reina ran, nach dem Wechsel feierte Victor Valdes vom Meister FC Barcelona sein Debüt in der "Seleccion".

Stammtorwart Iker Casillas bekam auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem Nationalmannschafts-Debüt eine Verschnaufpause. Die Kapitänsbinde trug an seiner Stelle zum ersten Mal Sergio Ramos.

Capdevilla: "Haben viele Alternativen"

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Der knappe Erfolg gegen die körperlich und spielerisch starken Südkoreaner "bringt uns weitere Sicherheit und Selbstvertrauen für die WM", resümierte der Rechtsverteidiger von Real Madrid.

Doch wie schon beim 3:2 gegen Saudi-Arabien war der Sieg hart erarbeitet. War gegen die Saudis noch Fernando Llorente in der Nachspielzeit der Matchwinner, glänzte gegen Südkorea Navas mit einem herrlichen Weitschuss ins rechte Kreuzeck.

"Wir haben viele Alternativen. Jeder hat seine Art zu spielen und bringt dadurch Qualität in die Mannschaft", erklärte Europameister Joan Capdevila bei SPORT1.

"Wir haben eine sehr gute Gemeinschaft, auf dem Platz und auch außerhalb des Rasens", ergänzte Navas.

Keine Torwartdiskussion

Trainer del Bosque zeigte sich "zufrieden" mit dem Spiel und zog ein positives Fazit der Vorbereitung.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", erklärte Trainer del Bosque vor der Abreise aus Österreich.(GAMES: Das WM-Tippspiel)

Die zuletzt über die Medien geführte Torwart-Diskussion gebe es nicht, wie auch Ersatztorwart Reina und Debütant Valdes einhellig versicherten. Bei der WM wird Casillas als Kapitän zwischen den Pfosten stehen.

Bleibt die Frage, ob Europameister Fernando Torres rechtzeitig fit wird. Der Stürmer vom FC Liverpool ist nach seiner Knieverletzung noch nicht bei hundert Prozent.

Hoffen auf Torres

Del Bosque hofft, Torres am Dienstag gegen Polen beim letzten Test vor der WM wieder einsetzen zu können.

"Ich hoffe, dass er in Murcia spielen kann, und dann die letzte Phase der Vorbereitung in bester Verfassung anzugehen", meinte der Coach.

Spanien reist als letztes Team am 11. Juni, dem Eröffnungstag, nach Südafrika. Dort ist dann in der Gruppe H am 16. Juni in Durban die Schweiz der erste Gegner. Es folgen die Spiele gegen Honduras (21. Juni) und Chile (25. Juni).

Unmut wegen WM-Prämie

Derweil sorgt die hohe WM-Siegprämie von 550.000 Euro für die Spieler für Unmut in Spanien.

Die Vereinigte Linke hat die Regierung aufgefordert zu intervenieren, und die katalanischen Nationalisten ERC appellierten an die Mannschaft, angesichts der Probleme im Land auf die Prämie zu verzichten.

In einer Internetumfrage der Sporttageszeitung "Marca" waren zudem 85,6 Prozent der User der Meinung, dass die Prämie zu hoch sei.

Spanien hat die höchste Titelprämie aller 32 teilnehmenden Länder ausgesetzt. Es folgen Argentinien mit 520.000 sowie England mit 470.000 Euro pro Spieler. Die deutschen Kicker würden jeweils 250.000 Euro erhalten.

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