vergrößernverkleinern
Die italienischen Spieler waren nach der Niederlage gegen Mexiko völlig frustriert © getty

Tristesse beim Titelverteidiger: Das gesamte Land ist vor der WM in großer Sorge. Besonders die Abwehr steht in der Kritik.

Berlin - Die Mannschaft pfeift aus dem letzten Loch, der Unmut der Tifosi wächst:

Weltmeister Italien ist eine Woche vor Beginn der Endrunde in Südafrika nur noch ein Schatten seiner selbst.

Geschlaucht vom Höhentrainingslager verlor das Team von Marcello Lippi völlig verdient 1:2 (0:1) gegen Mexiko.

"Ich dachte, dass wir schon weiter sind. Wir hätten nicht schlechter spielen können", sagte der sichtlich enttäuschte Lippi.

Sein Team hatte gegen die starken Mexikaner nahezu über die gesamten 90 Minuten das Nachsehen, präsentierte sich kraft- und ideenlos.

"Bei mir läuten keine Alarmglocken"

Den Toren von Carlos Vela (17.) und Alberto Medina (84.) hatte die Elf nur den späten Anschlusstreffer von Innenverteidiger Leonardo Bonucci (89.) entgegenzusetzen.

Lippi führt die blamable Vorstellung des Titelverteidigers einzig und allein auf das zehntägige Höhentrainingslager in Sestriere zurück.

"Bei mir läuten keine Alarmglocken", sagte der 62-Jährige. In Südafrika werde man ein anderes Italien sehen (Der WM-Spielplan).

Mannschaft in der Kritik

Man habe vielleicht eine schlechte Figur gemacht, glaube aber noch immer an den WM-Erfolg. Eine Leistungssteigerung der Squadra Azzurra ist allein schon nötig, um die eigenen Fans zu beruhigen.

Stellvertertretend für die enttäuschten Tifosi prügelten Italiens Sportzeitungen regelrecht auf das Team ein.

"Was für eine Blamage. Italien ist zu schlecht, um wahr zu sein. Ein langsames Team mit schweren Beinen", hieß es in der "Gazzetta dello Sport".

Abwehr als Problem

Das rosafarbene Blatt sieht die einst weltmeisterliche Abwehr als Problemfaktor. "Buffon entdeckt, dass die Berliner Mauer bröckelt."

Torwart Gianluigi Buffon bieb trotz der Häme gelassen: "Ich mache mir keine Sorgen. Es ist wie 2006, da haben wir in den letzten Tests auch nicht gut gespielt."

Der "Corriere dello Sport" ist da eher skeptisch. "Schauderhaftes Italien. Zehn Tage sind genug, um in Top-Form zu kommen, aber zu wenig für eine neue Mannschaft", titelte die Zeitung.

Serbien und Griechenland schwach

Lippi versprach umgehend, dass das Team in zehn Tagen in Form sein werde. Italien trifft in der Gruppe F auf Paraguay, Neuseeland und die Slowakei (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Bereits am Donnerstag offenbarten Deutschlands Gruppengegner Serbien und Ex-Europameister Griechenland noch große Schwächen. Die hoch gehandelten Serben enttäuschten beim 0:0 gegen Polen, Griechenland unterlag im letzten Test Paraguay 0:2.

Und auch Endrunden-Teilnehmer Honduras kam gegen Aserbaidschan nicht über ein 0:0 hinaus. Rekord-Weltmeister Brasilien gab sich hingegen beim 3:0 in der politisch umstrittenen Partie in Simbabwe keine Blöße.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel