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Arjen Robben ist seit 2003 niederländischer Nationalspieler © getty

Weil Bondscoach van Marwijk Bayerns Superstar partout nicht auf seiner Lieblingsseite ranlässt, hängt der Haussegen schief.

Von Christian Paschwitz

München ? An sich war's eine nette Zusammenkunft in Amsterdam:

Man scherzte, auch Arjen Robben hatte Spaß mit den Kollegen der niederländischen Nationalmannschaft, die sich nach zwei freien Tagen wieder versammelte.

Im Freundschaftskick gegen Ungarn legte die "Elftal" am Samstag mit einem 6:1-Sieg eine gelungene WM-Generalprobe hin.

Noch am Samstagabend fliegen die "Oranjes" dann nach Johannesburg, wo für die kommenden Wochen das WM-Quartier aufgeschlagen wird (Der WM-Spielplan).

Robben stört Harmonie

Stimmung bestens eigentlich - und doch stört ausgerechnet Robben die interne Harmonie.

Der 26-Jährige liegt mit Bert van Marwijk ein wenig über Kreuz.

Denn: Der Bondscoach wird Robben bei der WM wohl partout nicht über den rechten Flügel stürmen lassen.

Ungeachtet der 23 Tore für Bayern, die der Außenstürmer auf dieser Position in 37 Pflichtspielen erzielt hat, damit auch zum besten Bundesliga-Spieler dieser Saison avancierte.

Saison-Bilanz lässt Bondscoach kalt

Was Robben mächtig wurmen dürfte.

Es liegt an der niederländischen Personalphilosphie: Van Marwijk möchte alle Positionen doppelt besetzt haben.

Und für die linke Seite bleibt neben Robben allein den vorm Wechsel zum Hamburger SV stehenden Ibrahim Afellay als Option.

Kuyt und van der Vaart rechts gesetzt

Auf rechts, wo Robben im Klub so gern agiert, von dort nach innen Richtung Strafraum drängt, um den Abschluss zu suchen, besteht dagegen ein Überangebot.

Weil Van Marwijk dort fest auf Dirk Kuyt (FC Liverpool) und Rafael van der Vaart (Real Madrid) baut.

Robbens Frust darüber kann der Bondscoach nur weglächeln: "Ich habe vorne verdammt viel Auswahl, und das ist fantastisch." - ein Luxusproblem.

Auch van der Vaart muss sich beweisen

Allerdings muss auch Rafael van der Vaart noch um seine Rolle bei der WM bangen.

Beim 4:1-Sieg gegen Ghana spielte der Ex-Hamburger 28 Minuten, empfahl sich dabei aber nachdrücklich: van der Vaart traf nach Pass von Mark van Bommel und holte einen Elfmeter heraus.

"Ich will beweisen, dass ich in die erste Elf gehöre", sagte van der Vaart nach dem Testspiel.

Hüftprobleme lassen keine Forderung zu

Robben dürfte zwar einen Stammplatz sicher haben, allzu viel fordern kann er im Moment aber nicht.

Beim 4:1 der Holländer am Dienstag gegen Ghana spielte der 26-Jährige keine Minute, weil er zuvor wegen Hüftproblemen nur eingeschränkt trainieren konnte.

Kein Wunder, dass Robbens Blicke Bände sprachen, er sich zum ganzen Thema höchst schmallipig gibt.

Auch in der Vorbereitung zuvor in Seefeld hatte Robben anfangs noch mit einem Physiotherapeuten arbeiten müssen, ehe er ins Mannschaftstraining zurückkehrte.

Ordentliche Testspiele

Nach dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung mit Testspielsiegen gegen Mexiko (2:1) und den deutschen Vorrunden-Gegner Ghana (4:1) gilt van Marwijks Blick sowieso nur dem großen Turnier.

Persönliche Belange wie die von Robben dürfen dem Traum vom lang ersehnten ersten WM-Titel dabei nicht im Weg stehen:

"Wenn du nicht daran glaubst, dass du etwas Großes erreichen kannst, kannst du sicher sein, dass es auch nichts wird", sagte Borussia Dortmunds Ex-Trainer auf der Verbands-Homepage.

Vater Robben dementiert Barca-Gerüchte

Nichts wird es unterdessen auch mit einer Rückkehr von Robben nach Spanien.

Robbens Vater und Berater Hans Robben dementierte die Wechselgerüchte um den Offensivspieler, der von der spanischen Sport-Tageszeitung "El Mundo Deportivo" mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht worden war.

"Uns liegt keine Anfrage von Barca vor. Ich gehe fest davon aus, dass Arjen auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielt", sagte er der "Bild-Zeitung".

Dem Bericht zufolge sollte Robben bei den Katalanen für eine Ablösesumme von über 40 Millionen Euro Thierry Henry ersetzen, der vor einem Wechsel zu den New York Red Bulls steht.

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