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Rio Ferdinand spielt seit 2002 für Manchester United © getty

Die Liste mit ausfallenden Spielern wird länger. Das neuste Mitglied, Englands Abwehrchef Rio Ferdinand, denkt gar an magische Mächte.

Johannesburg - Über den Stars und Kapitänen der WM in Südafrika liegt ein Fluch.

Während Mitfavorit England die Absage des "verhexten" Abwehrchefs Rio Ferdinand traf, mussten vor allem die afrikanischen Teilnehmer jeden Tag eine neue Hiobsbotschaft hinnehmen. 242946(Diashow: WM-Ausfälle)

Zunächst traf es Ghanas Michael Essien, dann sorgte bei der Elfenbeinküste der Ellbogenbruch von Teamleader Didier Drogba für helle Aufregung, ehe in Nigerias John Obi Mikel am Samstag der nächste Topstar verletzungsbedingt ausfiel.

Hoffnung auf Drogba

Zumindest bei Afrikas Spieler des Jahres Drogba hofft der ganze Schwarze Kontinent noch auf eine Wunderheilung.

Zwar wurde nach dem Bruch des Ellbogens beim Testspiel gegen Japan (2:0) zunächst das definitive WM-Aus verkündet, wenige Stunden später machte Trainer Sven-Göran Eriksson den Ivorern aber wieder leise Hoffnung.

"Drogbas WM-Teilnahme ist immer noch möglich. Vielleicht kann er mit einem Schutz spielen. Aber natürlich mache ich mir große Sorgen", sagte der schwedische Coach der Elfenbeinküste, der seinen Kapitän mit einer Arm-Manschette spielen lassen will.(Der WM-Spielplan)

FIFA müsste kontrollieren

Allerdings müsste der Weltverband FIFA wie 2006 bei Philipp Lahm das Spielen mit einer Manschette erst genehmigen.

Fraglich ist zudem, wann der Torschützenkönig der Premier League nach seiner Operation ins Turnier eingreifen könnte.

"Wenn Didier nicht spielen kann, sind wir nicht dasselbe Team", sagte Kolo Toure von Manchester City auch mit Blick auf die schwierige Gruppe G mit den Gegnern Brasilien, Portugal und Nordkorea: "Er ist so ein wichtiger Spieler für uns, auch abseits des Platzes. Wenn er nicht spielen würde, wäre das sehr schlecht für uns."

Prominente Ausfälle

Genauso schlecht wie der WM-K.o. von Führungsspieler Essien für Ghana oder der Ausfall von Mikel für Nigeria.

Michael Ballack (Deutschland), David Beckham, Ferdinand, Essien, Mikel und höchstwahrscheinlich Drogba - das Verletzungspech der WM-Hochkaräter sorgte vor allem im Fußball-Mutterland England für Gedanken an üblen Voodoo-Zauber.

"Wie verhext"

"Ich fühle mich wie verhext. Das ist ganz bitter", sagte Englands etatmäßiger Kapitän Ferdinand, dessen WM-Aus an die Reaktionen bei der deutschen Nationalmannschaft nach der Knöchelverletzung von Ballack erinnerte.

Dass in Ballack, Drogba, Mikel und Essien gleich vier Spieler des englischen Double-Gewinners FC Chelsea betroffen sind, sorgte für zusätzliche Fassungslosigkeit auf der Insel.

Furchtbares Pech

Ferdinand hatte sich bei der letzten Aktion im Training der "Three Lions" südafrikanischen Royal Bafokeng Sports Campus bei einem Zweikampf mit Emile Heskey am linken Knie verletzt. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

"Emile trifft keine Schuld. Es war einfach furchtbares Pech. Jetzt hilft nur noch beten", sagte Englands Teammanager Fabio Capello. Der Italiener nominierte Michael Dawson von den Tottenham Hotspurs nach. Das Amt des Kapitäns wird Steven Gerrard vom FC Liverpool übernehmen.

Auch Pirlo muss passen

Titelverteidiger Italien muss zumindest zu Beginn der WM auf Spielmacher Andrea Pirlo vom AC Mailand verzichten.

Der Mittelfeldspieler, der eine Wadenzerrung erlitt, fällt mindestens zwei bis drei Wochen aus.

Der 31-Jährige kehrte zwischenzeitlich nach Mailand zurück, um dort mit dem Reha-Programm zu beginnen. "Ich werde alles Mögliche tun, um in Südafrika dabei zu sein", sagte Pirlo, der zusammen mit der "Squadra Azzura" nach Südafrika fliegen will.

Sorgen bei Lippi

Nationaltrainer Marcello Lippi hat ohnehin schon Verletzungssorgen. Der WM-Einsatz von Mauro Camoranesi ist wegen einer Knieverletzung fraglich. Lippi hat bereits Mittelfeldspieler Andrea Cossu von US Cagliari als möglichen Nachrücker bestimmt.

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