vergrößernverkleinern
Spaniens Villa (v.l.) schielt wie Italiens Gilardino und Argentiniens Messi auf den Titel © getty

Wie ist der Stand bei den WM-Favoriten? Wer liegt im Plan, bei wem hakt es noch? SPORT1 wagt einen Ausblick.

Von Tobias Hlusiak

München - Der Countdown läuft.

Am Freitag beginnt mit dem Aufeinandertreffen von Gastgeber Südafrika und Mexiko die Weltmeisterschaft 2010.

Am gleichen Abend greift einer der Turnierfavoriten ins Geschehen ein, wenn Frankreich auf Uruguay trifft. Allerdings legt der Finalist von 2006 derzeit alles andere als WM-Form an den Tag.

Auch andere Titelkandidaten schwächeln noch. Wie ist es um die Leistungsstärke von Argentinien, Europameister Spanien, Titelträger Italien, Rekordweltmeister Brasilien, der Niederlande sowie England bestellt?

SPORT1 wagt einen Blick in die Zukunft und fasst den Stand bei den WM-Favoriten zusammen.

Im ersten Teil steht die Formkurve von Argentinien, Spanien und Italien im Blickpunkt.

Argentinien

WM-Vorbereitung: Die Vorbereitung auf das Großereignis läuft bei den Südamerikanern nach Plan. Im Gegensatz zu anderen Nationen hat die "Albiceleste" keine Verletzten zu beklagen.

Lediglich Sportchef Carlos Bilardo sorgte mit einem Interview für Aufregung. Das Angebot des 71-Jährigen an die Spieler: "Wer das entscheidende Tor im Finale schießt, darf mich von hinten nehmen."

Trainer Diego Maradona ist seinerseits bemüht, die Favoritenrolle anderen zuzuschieben. Spanien nennt er besonders häufig. Brasilien, Deutschland und Italien stünden ebenfalls vor Argentinien.

Form: Die beiden letzten Vorbereitungsspiele waren jeweils klare Angelegenheiten. Gegen Haiti (4:0) und Kanada (5:0) konnte sich die Elf von Diego Maradona gemütlich einspielen.

Der extrovertierte Trainer baut voll auf Superstar Lionel Messi, leistete sich sogar den Luxus Esteban Cambiasso vom Champions-League-Sieger Inter Mailand nicht mit nach Südafrika zu nehmen. (Der WM-Spielplan)

Fraglich ist, mit welchem Spielsystem die Elf antritt, falls der Coach überhaupt eins im Sinn hat.

Ausblick: Die WM kann kommen. Im ersten Spiel gegen Nigeria am kommenden Samstag ist Argentinien haushoher Favorit.

Gleiches gilt für die Partien gegen Südkorea und Griechenland. In der Gruppenphase werde Messi und Co. ordentlich Schwung aufnehmen können, um in der K.o.-Runde durchzustarten.

Spanien

WM-Vorbereitung: Die letzte Phase vor dem Turnier ist verbunden mit dem Hoffen auf Fernando Torres. Der Europameister ist nach seiner Knieverletzung noch nicht bei hundert Prozent, wurde in den Testspielen aber trotzdem eingesetzt.

Spanien reist als letztes Team am 11. Juni nach Südafrika. Dort ist am 16. Juni die Schweiz der erste Gegner.

(Die WM-Kader im Überblick)

In der Heimat bestimmen derzeit Diskussionen über zu hohe ausgehandelte Titel-Prämien. Jeder Spieler soll bei Titelgewinn um 550.000 Euro reicher werden.

Im Team ist die Stimmung gut und hochkonzentriert, der Teamgeist erstaunlich ausgeprägt.

Form: Den Leistungsstand der Spanier richtig einzuschätzen, gestaltet sich schwierig. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Im vorletzten Testspiel gegen Südkorea präsentierte sich eine spanische B-Elf zunächst als kollektiver Chancentod. Die Einwechslung vierer Stammspieler brachte in der Endabrechnung schließlich den verdienten 1:0-Sieg.

Fünf Tage zuvor hatte Fernando Llorente mit einem 3:2 in der letzten Spielminute eine Blamage gegen Saudi-Arabien abwenden können. Der letzte Test gegen Polen am 8. Juni wird Aufschluss über die wahre Stärke des Europameisters geben.

Ausblick: Spanien wird die Vorrunde zum Einspielen nutzen. Diese Zeit braucht die Elf von Trainer Vicente del Bosque auch noch.

Trotzdem wird sich der Topfavorit gegen die Schweiz, Honduras und Chile keine Blöße geben.

Wenn die Iberer ihre Leistungsstärke voll abrufen und die rechte Siegermentalität an den Tag legen, führt der Weg zum Titel nur über den Europameister.

Italien

WM-Vorbereitung: Der Weltmeister braucht seinen Regisseur wie die Luft zum Atmen. Dieser droht nun die ersten zwei WM-Spiele zu verpassen. Andrea Pirlo zog sich eine Zerrung an der linken Wade zu.

Coach Marcello Lippi, der im eigenen Land hart in die Kritik geraten ist und nach der WM ohnehin durch Cesare Prandelli ersetzt wird, könnte bis zum 13. Juni einen Spieler nachnominieren - dann müsste er aber das komplette Turnier auf seinen wichtigsten Mann verzichten.

Form: Italien reiste vom Trainingslager in Sestriere nach Brüssel, wo man ein Testspiel gegen Mexiko mit 1:2 in den Sand setzte.

Auch die Generalprobe gegen WM-Teilnehmer Schweiz (1:1) sorgte nicht wirklich für Aufbruchstimmung.

Der Coach lässt sich dennoch nicht aus der Ruhe bringen.

"Bis zum Spiel gegen Paraguay werden wir in Form sein", versprach Lippi.

Dennoch: Am 14. Juni steht die "Squadra Azzurra" in Südafrika nun Paraguay im ersten WM-Spiel gegenüber, ohne genau zu wissen, wo sie steht.

Ausblick: Der Ausfall von Pirlo stellt Italiens komplette WM-Planung auf den Kopf.

Ohne den spielstarken Sechser wird Lippi wohl oder übel von 4-2-3-1 auf 4-4-2 umstellen. Trotzdem sollte die Vorrundengruppe mit Paraguay, Slowakei und Neuseeland keine Hürde darstellen, wenn man mit voller Konzentration zu Werke geht.

Wozu Italien nach überstandener Gruppe im Stande ist, dürfte den Fußballfans rund um den Globus noch bestens im Gedächtnis stehen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel