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Julio Cesar spielt seit 2004 für die brasilianische Nationalmannschaft © getty

Der Rekordweltmeister muss im letzten Test auf den Torhüter verzichten, Capello will nicht schwimmen lassen. Die WM-Splitter.

München - Ohne Stammtorhüter Julio Cesar bestreitet Rekordweltmeister Brasilien am Montag seinen abschließenden WM-Test gegen Tansania. (Der WM-Spielplan)

Der Schlussmann von Champions-League-Sieger Inter Mailand hatte sich am Mittwoch beim 3:0 gegen Simbabwe am Rücken verletzt und trat deshalb die Reise nach Daressalam nicht an.

Cesar, der bei einem Zusammenprall einen Schlag im unteren Rückenbereich erhalten hatte, war erst am Samstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, hatte am Sonntag aber auf das traditionelle Trainingsspielchen vor einem Match verzichtet.

SPORT1 fasst weitere Meldungen rund um die WM in Südafrika zusammen.

Brasilien hält sich zurück

Brasilien trainiert fünf Tage vor Beginn der WM "mit angezogener Handbremse".

Das berichtete Angreifer Grafite vom Bundesligisten VfL Wolfsburg und nannte als Grund die Verletzungen zahlreicher Topstars":

"Wir bekommen natürlich mit, wer alles ausfällt. Wir Spieler haben alle eine lange Saison in den Knochen, deswegen gehen wir nicht hart in die Zweikämpfe. Deshalb klopfen wir auf Holz, damit uns Brasilianern nichts passiert", sagte Grafite.

Dagegen sieht Maicon vom Champions-League-Sieger Inter Mailand nur die Vorteile der Ausfälle von Hochkarätern wie Michael Ballack (Deutschland), David Beckham, Rio Ferdinand (beide England), Michael Essien (Ghana) oder John Obi Mikel (Nigeria). (242946DIASHOW: Die WM-Ausfälle)

Maicon sieht nur Vorteile

"Ohne diese Akteure gegen Brasilien zu spielen, ist für uns auf dem Weg zum Titel natürlich viel besser", sagte Maicon.

Die Selecao hatte bislang nur mit kleineren Blessuren von Keeper Julio Cesar und Linksverteidiger Michel Bastos zu kämpfen.

Beide sind aber schon wieder ins Training eingestiegen.

Capello klopft auf Holz

Trotz des Ausfalls von Kapitän Rio Ferdinand für die WM in Südafrika will Teammanager Fabio Capello die englische Nationalmannschaft bis zum Auftakt gegen die USA am 12. Juni in Rustenburg nicht in Watte packen.

"Soll ich die Spieler nur noch schwimmen lassen, damit sich keiner mehr verletzt? Natürlich besteht weiter das Risiko, dass weiteren Spielern im Training etwas passiert. Aber mehr als auf Holz klopfen, können wir nicht tun", sagte Capello zwei Tage nach dem WM-Aus von Ferdinand.

Ferdinand hatte sich am vergangenen Freitag bei der letzten Aktion im Training der Three Lions im Royal Bafokeng Sports Campus bei einem Zweikampf mit Emile Heskey am linken Knie verletzt.

Ferdinand wie Ballack

"Ich fühle mich wie verhext. Das ist ganz bitter", sagte Englands etatmäßiger Kapitän, dessen WM-Aus an die Reaktionen bei der deutschen Nationalmannschaft nach der Knöchelverletzung von Ballack erinnerte.

Capello nominierte Michael Dawson von den Tottenham Hotspurs nach. Das Amt des Kapitäns wird Steven Gerrard vom FC Liverpool übernehmen.

? FIFA verdient, Südafrika braucht Hilfequiz

Profit für die FIFA, Finanzhilfe für Südafrika: Auch die WM kann das vorherrschende Ungleichgewicht vom reichen Europa und armen Afrika nicht verändern.

Der Weltverband mit Sitz in der Schweiz erwartet Einnahmen von insgesamt 2,6 Milliarden Euro.

Südafrikas Organisationskomitee hingegen benötigte erst kürzlich wieder finanzielle Zuschüsse in Höhe von 78 Millionen Euro. "Es war klar, dass das OK in Südafrika Zuschüsse benötigt", sagte Franz Beckenbauer.

"FIFA kann locker zahlen"

Der "Kaiser" selbst hatte als Mitglied des Exekutiv-Komitees der FIFA die Hilfe bewilligt.

Ein Teil der Summe wurde zum Ausbau der Trainingsanlagen genutzt, nachdem auch der DFB harsche Kritik daran geübt hatte.

"Die FIFA kann den Betrag locker zahlen", so Beckenbauer.

Die Kosten für die WM berechnet der Weltverband mit rund 1,2 Milliarden Euro.

Franzosen in der Kritik

Frankreichs Verband hat sich wegen der Wahl des Luxus-Hotels Pezula Resort als Quartier bei der WM-Endrunde scharfe Kritik von Sportstaatssekretärin Rama Yade gefallen lassen müssen.

Yade vermisst bei der Wahl des Fünf-Sterne-Hotels in Knysna an der Küste des Indischen Ozeans "den nötigen Anstand" in schwierigen finanziellen Zeiten.Thema

"Ich hätte diese Unterkunft nicht gewählt. Die Spanier haben zum Beispiel ein Universitätsgelände als Quartier gewählt", sagte Yade.

"Ich hoffe, dass die Mannschaft sportlich für bessere Schlagzeilen sorgt als durch die Wahl dieses Quartiers. Sollte das Team früh scheitern, bestünde Erklärungsbedarf."

Kein Kommentar vom Verband

Verbands-Präsident Jean-Pierre Escalettes wollte sich zu der Kritik von Yade nicht äußern.

"Es ist nicht meine Aufgabe, einen Kommentar zu einem Hotel abzugeben, das ich selbst noch gar nicht kenne", sagte Escalettes.

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