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Franck Ribery (v.) verlängerte seinen Vertrag bei Bayern bis 2015 © imago

In fünf Tagen geht's los! 32 Teams kämpfen um den WM-Pokal. Wie ist der Stand bei den Favoriten? SPORT1 wagt einen Ausblick.

Von Tobias Hlusiak

München - Der Countdown läuft.

Am 11. Juni beginnt mit dem Aufeinandertreffen von Gastgeber Südafrika und Mexiko die Weltmeisterschaft 2010.

Wie ist es um die Form von Rekordweltmeister Brasilien, Geheimtipp Niederlande, Frankreich und England bestellt?

SPORT1 macht den Favoriten-Check:

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Brasilien

WM-Vorbereitung: Den größten Aufschrei gab es bei der Kadernominierung. Coach Dunga verzichtete auf Stars wie Ronaldinho, Pato und Adriano.

Seitdem bereitet sich die Mannschaft - der auch Wolfsburgs Grafite angehört - in aller Ruhe in Afrika auf die Endrunde vor. Dort wird den Spielern auch die neue Mentalität eingeimpft. Trainer Carlos Dunga setzt auf Ergebnisfußball und viel Disziplin, zudem muss er Fußball-Artisten wie Robinho im Zaum halten.

Form: Der Rekordweltmeister bereitet sich schon seit einiger Zeit in Südafrika auf die Titelkämpfe vor. Dort gewann man ein erstes Vorbereitungsspiel gegen Simbabwe mit 3:0.

Auch im letzten Härtetest gegen Tansania ließ die Selecao keine Zweifel an ihrer Stärke aufkommen und gewann locker mit 5:1.

Ausblick: Mit der umgebauten Mannschaft ? vom WM-Kader 2006 sind nur Kaka, Lucio und Juan am Kap dabei ? ist die wahre Leistungsstärke Brasiliens nicht klar ersichtlich.

Die Testspielgegner lassen keine Rückschlüsse zu. In der schwersten Vorrundengruppe mit Nordkorea, der Elfenbeinküste und Portugal ist keine Zeit zum Einspielen.

Ist Brasilien vom Start weg hellwach, übersteht die Elf von Carlos Dunga die Vorrunde trotzdem problemlos.

Frankreich

WM-Vorbereitung: Fünf Tage vor dem ersten Spiel gegen Uruguay versinkt die "Grande Nation" im Chaos. Trainer Raymond Domenech, der seit 2004 im Amt ist, steht - mehr denn je - in der Kritik. (die WM-Kader im Überblick)

Dabei ist seine Ablösung durch Laurent Blanc nach den Titelkämpfen längst beschlossene Sache. Eine konzentrierte Vorbereitung der Mannschaft ist unter solchen Umständen nicht möglich.

Form: Frankreich rumpelt sich nach Südafrika. Die Testspiel-Ergebnisse lassen keinen Zweifel zu: Die "Equipe tricolore" muss sich am Kap deutlich steigern, um konkurrenzfähig zu sein.

Einem mühevollen 2:1 gegen Costa Rica folgte ein 1:1 gegen Tunesien. Die 0:1-Niederlage gegen nicht qualifizierte Chinesen setzte dem Ganzen die Krone auf.

Ausblick: Den Franzosen droht ein Deja-vu.

Bereits 2002 in Japan und Südkorea schied man ohne Tor in der Gruppenphase aus. Schon damals war Uruguay einer der Vorrundengegner.

Die "Urus" sind am Freitag erster Gegner Frankreichs in Südafrika. Finden Ribery und Co. nicht schleunigst zu halbwegs annehmbarer Form, wird es in der Vorrunde eng. Mit Gastgeber Südafrika und Italien-Bezwinger Mexiko warten zwei weitere unangenehme Gegner.

Niederlande

WM-Vorbereitung: Die Niederländer reisen mit einem Kader nach Südafrika, der für den Titel gut ist.

In der Vorbereitung lief zunächst alles nach Plan. Bis sich Arjen Robben beim lockeren Aufgalopp gegen Ungarn einen Muskelfaserriss zuzog. Der Bayern-Superstar konnte nicht mit dem Team nach Südafrika fliegen, sondern muss sich zunächst einer Kernspintomographie beim Arzt unterziehen.

Form: "Oranje" fliegt mit ordentlich sportlichem Rückenwind nach Südafrika. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Gegen Mexiko (2:1), Ghana (4:1) und zuletzt gegen Ungarn (6:1) steigerte sich die Elftal konstant. Insgesamt ist die Niederlande nun seit 19 Spielen unbesiegt. Auch für das neutrale Auge zeigte die Elf um Mark van Bommel ansprechende Leistungen. (Der WM-Spielplan)

Rafael van der Vaart sagt aber: "Wir spielen eigentlich immer super ? und gewinnen eigentlich nichts." Trainer Bert van Marwijk wird darauf achten, die richtige Mischung zwischen Artistik und Kampf zu finden.

Ausblick: Die Vorrundengruppe mit Dänemark, Japan und Kamerun sollte - bei allem Respekt für die Gegner - keine Hürde darstellen. Ob man - bei einem eventuellen Robben-Ausfall - allerdings in der K.o.-Runde ein Wörtchen mitreden kann, ist fraglich.

England

WM-Vorbereitung:

Der Ausfall von Star-Verteidiger Rio Ferdinand war eine Hiobsbotschaft für das Team von Fabio Capello. Auch David Beckham ist verletzungsbedingt nicht dabei.

Trotz der Sorgen strotzt der Coach vor Selbstbewusstsein: "Das perfekte Szenario wäre es, Deutschland zu schlagen und dann den Pokal mit einem Finalsieg gegen Frankreich zu gewinnen", tönt der Italiener.

Die Stimmung bei den "Three Lions" ist euphorisch und spannungsgeladen. Alle lechzen nach dem ersten WM-Titel seit 1966.

Form: Die Engländer haben sich in ihrem letzten Länderspiel vor der Abreise zur WM schwer getan. Sie besiegten Japan nur knapp durch zwei Eigentore.

Das Team wirkte am Ende des Trainingslagers in der Steiermark noch ausgelaugt und konzeptlos. Bis zum ersten Match gegen die USA am 12. Juni muss die Abstimmung verbessert werden.

Ausblick: Auch ohne David Beckham und Rio Ferdinand: In der Gruppe C spricht alles für einen Durchmarsch. Danach wird es spannend, das Zeug für das Halbfinale hat der Kader. Aber: Die Briten haben sich über die Jahrzehnte hinweg auch eine tragische Geschichte von Niederlagen im Elfmeterschießen erarbeitet.

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