vergrößernverkleinern
In Mexiko betritt Marco Moreno bisweilen unter Polizeischutz das Spielfeld © getty

Marco Antonio Rodriguez Moreno pfeift das deutsche Auftaktspiel. Mit Deutschland hat der Mexikaner gute Erfahrungen.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Centurion/Pretoria ? Der Tisch von Ravshan Irmatov füllte sich ruckzuck.

Der Usbeke, Asiens amtierender Schiedsrichter des Jahres, leitet am Freitag das WM-Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Südafrika und Mexiko.

Kein Wunder, dass der 36-Jährige beim Medientag der WM-Schiedsrichter im weitläufigen Garten des Luxus- und Konferenzhotels Kievits Kroon unweit von Pretoria gefragtester Gesprächspartner war.

Immer wieder musste er zum Besten geben, welche Ehre dieser Vertrauensbeweis der FIFA für ihn sei.

Mexikanisches Trio pfeift Deutschland

Deutlich geringer war der Andrang bei Marco Antonio Rodriguez Moreno und seinen beiden Assistenten Jose Luis Camargo Callado und Alberto Morin Mendez.

Die drei Mexikaner werden am Sonntag das Auftaktspiel der deutschen Mannschaft gegen Australien pfeifen.

"Ich bin sehr glücklich darüber, dass die FIFA mich für diese Partie ausgewählt hat", sagte auf SPORT1-Nachfrage nun auch Rodriguez Moreno.

"Das Spiel ist für mich eine gute Plattform, um zu zeigen, was ich kann."

"Viel Spaß" bei der WM 2006

Sollte er bei der Begegnung nicht im Vordergrund stehen, wäre es ihm aber auch recht: "Der Schiedsrichter ist und bleibt eben nur der Schiedsrichter."

[image id="b5105f5b-65be-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

An Deutschland hat der Unparteiische, dessen Äußeres an den ehemaligen Münchner Verteidiger Lucio erinnert, nur gute Erinnerungen.

(Der WM-Spielplan)

2006 war der damals 32-Jährige der jüngste WM-Schiedsrichter im erlesenen Kreis.

"Natürlich habe ich damals eine Menge Spaß gehabt", sagt Rodriguez Moreno.

"Damals war ich noch sehr jung. Jetzt bin ich deutlich erfahrener."

Bereits zwei WM-Einsätze

In Deutschland leitete er die Begegnungen England gegen Paraguay und Elfenbeinküste gegen Serbien-Montenegro. Dazu war er viermal als Vierter Offizieller im Einsatz, darunter bei der australischen 0:2-Niederlage gegen Brasilien.

"Es macht mich nicht nervös, irgendwelchen deutschen Stars gegenüberzutreten. Ich zolle allen Spielern Respekt", meinte er.

(242946DIASHOW: Die WM-Ausfälle)

"Und natürlich ist für beide Seiten sehr bedeutsam, wie der Start ins Turnier ausfällt. Trotzdem gehe ich davon aus, dass sie fantastischen Fußball zeigen."

Busacca und Rosetti schauen noch zu

Den wird Massimo Busacca zunächst als Unbeteiligter verfolgen können. Wie der italienische Kollege Roberto Rosetti ist auch der renommierte Schweizer für keines der ersten 16 WM-Spiele angesetzt.

Kein Problem für die beiden, ein Einsatz ist ihnen garantiert. Ob es weitere gibt, entscheidet die Leistung.

Doch Busacca ist sich dessen bewusst, dass er einen festen Platz im Spitzenfußball besitzt.

Der Schiedsrichter als Star

"Wir gewinnen die Spiele nicht, wir treffen die Entscheidungen", sagt der 41-Jährige zwar.

"Aber ein Schiedsrichter ist ein Star, wenn er schwierige Entscheidungen treffen muss. Dann hat dich die Kamera lange im Bild, dann bist du ein Hauptdarsteller. Machst du einen Fehler, bist du allerdings auch ganz schnell ein Negativ-Star."

Busacca selbst käme er auch ohne Starruhm aus.

Adrenalinstöße durch guten Fußball

"Ich habe es lieber wie beim Champions-League-Finale 2009, als Barcelona gegen Manchester United 2:0 gewann", erklärte er.

"Da habe ich in der ganzen ersten Halbzeit nur sechs Mal gepfiffen. Da war nur Fußball, und ich war als Fan ganz nah dabei."

Ihm gebe es Adrenalinstöße, wenn er "ein spektakuläres Tor oder einen schönen Pass sehe. Wenn ich dieses Adrenalin einmal nicht mehr habe, bleibe ich zu Hause."

Das dürfte noch eine Weile dauern, denn derzeit erlebt Busacca zumeist das, was er als seine höchste Zufriedenheit definiert:

"Wenn beide Mannschaften auch schlechte Entscheidungen akzeptieren nach dem Spiel noch den Respekt aufbringen, sich von dir zu verabschieden, dann hast du einen Namen. Dann bist du ein großer Schiedsrichter."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel