vergrößernverkleinern
Holger Badstuber (r.) bestritt bislang zwei A-Länderspiele für den DFB © getty

Beim öffentlichen Training in Atteridgeville bemüht sich die deutsche Nationalmannschaft um die Sympathien der Südafrikaner.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Centurion/Pretoria - Seine Schätzung entpuppte sich als doch etwas zu optimistisch.

Mit mehr als 20.000 Fans hatte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff bei der ersten Trainingseinheit der deutschen Auswahl auf südafrikanischem Boden gerechnet.

Rund 3500 Begeisterte waren es dann wohl, die die DFB-Kicker mit Einbruch der Dämmerung am späten Nachmittag im Super Stadium im Township Atteridgeville vor den Toren Pretorias sehen wollten. (Der WM-Spielplan)

Doch die gaben dem vollzählig angetretenen Kader einen Vorgeschmack dessen, welche Geräuschkulisse Vuvuzelas erzeugen können.

Doppeltes "Ja" zur WM

Die Spieler trainierten in dem 28.900 Zuschauer fassenden Oval mit Laufbahn, das ansonsten den Klubs Supersport United and Mamelodi Sundowns als Teilzeitheimstätte dient, in Shirts mit der Aufschrift "yebo".

Das Zulu-Wort für "ja", erklärte DFB-Mediendirektor Harald Stenger die Idee von Teampsychologe Hans-Dieter Hermann, solle einerseits "ein Ja zu dieser WM und Südafrika sein, so dass es für die Besucher ein tolles Fest wird".

Andererseits richte sich das "Ja" auch an die Mannschaft, "dass es uns gelingt, den Traum vom vierten Stern wahr zu machen".

Erste Elf scheint festzustehen

Mit welcher Aufstellung Bundestrainer Joachim Löw dieses Unternehmen am Sonntag in Durban gegen Australien in Angriff nehmen will, ließ er in Atteridgeville durchblicken.

[image id="ee255513-636e-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

In einem Trainingsspiel der A- gegen die B-Mannschaft verteidigte wie beim 3:1 gegen Bosnien-Herzegowina Holger Badstuber auf der linken Außenbahn des A-Teams.

Im rechten offensiven Mittelfeld spielte Piotr Trochowski, als einzige Spitze Miroslav Klose.

Die zweite Garde muckt auf

Dass die vermeintlichen Reservisten nicht geneigt sind, sich kampflos mit ihrer vorgesehenen Rolle abzufinden, zeigte das Resultat des Trainingskicks. (242946DIASHOW: Die WM-Ausfälle)

5:3 setzte sich die zweite Garde durch. Dabei bewarb sich Thomas Müller mit zwei Treffern ebenso für eine Beförderung wie Cacau, der neben Marko Marin und Mario Gomez zu den weiteren Torschützen des zweiten Anzugs zählte.

Klose sammelte unterdessen mit zwei Abstaubertoren für die erste Elf dringend benötigtes Selbstvertrauen.

Schönes Solo von Özil

Für das größte Echo auf den Rängen sorgte in der knapp 75-minütigen Trainingseinheit aber ein sehenswerter Sololauf samt erfolgreichem Abschluss von Mesut Özil.

"Wir wollen den Südafrikanern gleich zeigen, dass wir gerne hier sind", hatte Bierhoff im Vorfeld des ersten und womöglich einzigen öffentlichen Auftritts der Mannschaft außerhalb der Spiele erklärt.

Und so warfen die deutschen Spieler nach Trainingsende ihre "yebo"-Shirts über den Begrenzungszaun den dankbaren Fans entgegen.

Bus ohne Sichtschutz

Dass die deutschen Stars keineswegs geneigt sind, sich in Südafrika abzuschotten, zeigte auch ihre Abfahrt mit dem Bus.

Denn das Gefährt mit der Aufschrift "auf dem Weg zum Titel" besitzt anders als seine Vorgänger in den letzten Jahren keinen Sichtschutz durch getönte Scheiben.

Und so winkten Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Dennis Aogo und Co. fleißig, bis der Bus die Backsteinbauten von Atteridgeville hinter sich gelassen hatte.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel