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Wayne Rooney (l.) spielt seit Februar 2003 für die Three Lions © getty

Beim 3:0 der englischen Nationalmannschaft gegen einen südafrikanischen Erstligisten greift der Superstar den Referee verbal an.

Johannesburg/München - "Fuck You, Ref!" - die Fußball-WM in Südafrika ist noch nicht angepfiffen, da hat "Bad Boy" Wayne Rooney bei der englischen Nationalmannschaft bereits für den ersten Skandal gesorgt.

Der Angreifer von Manchester United beschimpfte beim 3:0 der Three Lions gegen den südafrikanischen Erstligisten Platinum Stars am Montag Schiedsrichter Jeff Selogilwe aus Südafrika auf das Übelste (Der WM-Spielplan).

Vier Tage vor dem ersten WM-Spiel gegen die USA am Samstag in Rustenburg (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) wurde er seinem Ruf als "Rüpel aus der Gosse" damit wieder mal gerecht.

"Temperament in den Griff kriegen"

"Rooney hat mich auf dem Platz beleidigt, er sagte 'Fick Dich' zu mir. Bei der WM wäre er mit Sicherheit vom Platz geflogen. Er muss lernen, sein Temperament in den Griff zu kriegen. So darf man sich auf dem Platz nicht verhalten", sagte der südafrikanische Schiedsrichter.

Bei Rooney war nach einem Zweikampf mit Mbulelo Mabizela, einst Profi beim englischen Erstligisten Tottenham Hotspur, einmal mehr der Jähzorn durchgebrochen.

"In der Premier League schlimmere Sachen"

Wayne braucht das. In ihm brennt das Feuer. Wenn man Wayne in diesen Dingen bremsen würde, wäre er nicht so ein guter Spieler", sagte Teamkollege Jermain Defoe.

Der verletzte Kapitän Rio Ferdinand spielte den Vorfall herunter. "In der Premier League sagt Wayne zu den Schiedsrichtern viel schlimmere Sachen. Bei einer WM wird sowas eben hochgespielt", sagte er dem Guardian.

Rooney sieht nur Gelb

Wegen der Verbal-Attacke sah der 24-Jährige kurz nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit von Selogilwe allerdings nur die Gelbe Karte.

Offenbar flog Rooney nur deshalb nicht direkt vom Platz, weil der Schiedsrichter den ManUnited-Angreifer so gerne spielen sieht: "Wayne Rooney ist eigentlich mein Lieblingsspieler. Die Aktion war aber sehr enttäuschend. Wenn Du ihn im Fernsehen siehst, ist er ein großartiger Profi. Aber auf dem Platz foult er die Gegner und beleidigt die Schiedsrichter."

Da es sich um ein inoffizielles Testspiel und nicht um ein Länderspiel handelte, hätte ein Platzverweis wohl keine Konsequenzen für den Starstürmer gehabt (Die WM-Kader im Überblick) .

Bei der WM 2006 in Deutschland war Rooney in Gelsenkirchen bei der Viertelfinal-Pleite gegen Portugal wegen eines groben Fouls an Chelsea-Profi Ricardo Carvalho vom Platz geflogen. "Wayne's World" war anschließend gehörig aus den Fugen geraten.

In der Form seines Lebens

Dabei hätte Rooney diese verbalen Ausfälle gar nicht nötig. Der Angreifer befindet sich in der Form seines Lebens und soll die englische Nationalmannschaft in Südafrika zum ersten WM-Titel seit 44 Jahren führen (GAMES: WM-Spieler-Guide).

"In seiner derzeitigen Verfassung ist Wayne Rooney ein ganz heißer Kandidat, der beste Spieler des Turniers zu werden", sagte beispielsweise auch Franz Beckenbauer.

Englands Teammanager Fabio Capello sagt: "Er zaubert derzeit wie ein Magier. Wir setzen große Hoffnungen in ihn. Wichtig ist vor allem, dass er gesund bleibt."

Allerdings muss Rooney für ein erfolgreiches Turnier vor allem sein Temperament zügeln. In der Vergangenheit sorgte der bullige Angreifer immer wieder für Negativ-Schlagzeilen.

So bespuckte der Sohn eines dauerarbeitslosen Amateurboxers und einer Putzfrau vor zwei Jahren einen Paparazzi, gab einer Prostituierten ein Autogramm auf ihre Brüste, zettelte auf der Geburtstagsfeier seiner Frau Coleen eine Massenschlägerei an und betrank sich in Pubs bis zur Besinnungslosigkeit.

Trikot als Entschuldigung

"Seit ich im vergangenen Jahr Vater geworden bin, bin ich aber viel ruhiger geworden", sagte Rooney. Am Montag wurde er wieder mal zum Rüpel.

Zumindest nach dem Schlusspfiff fand der bullige Angreifer von Manchester United seine guten Manieren wieder. Als Geste der Entschuldigung schenkte der 24-Jährige Selogilwe sein Trikot.

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