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Tony Baffoe spielte von 1989 bis 1992 für Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga © imago

Bei SPORT1 spricht Ghanas Berater Tony Baffoe über WM-Gegner Deutschland und die Bedeutung des Turniers für den Afrika.

Von Martin Volkmar

München/Kapstadt ? Tony Baffoe ist ein Wanderer zwischen den Welten.

Baffoe wurde in Bonn geboren und spielte in den 80er Jahren in der Bundesliga für den 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf.

Zudem spielte er 16-mal für die Nationalmannschaft seines Heimatlandes Ghana, wo er nach seiner Profi-Laufbahn seine zweite Karriere startete.

Heute arbeitet Baffoe unter anderem als Berater für den Afrikanischen Verband und für den deutschen Vorrundengegner (der Spielplan).

Bei SPORT1 spricht der 45-Jährige über die Bedeutung der ersten Weltmeisterschaft in Afrika, die Aussichten der "Heim-Teams" und seine besonderes Verhältnis zu Deutschland.

SPORT1: Herr Baffoe, welche Bedeutung hat die WM für Afrika?

Tony Baffoe: Die erste WM in Afrika ist sehr, sehr wichtig für den gesamten Kontinent. Vor allem deshalb, weil viele immer wieder daran gezweifelt haben. Daher fand ich es auch gut von FIFA-Präsident Sepp Blatter, dass er immer gesagt hat: Südafrika ist Plan A, Plan B und Plan C. Damit hat er gezeigt, dass er an uns Afrikaner glaubt.

SPORT1: Welches Signal erwarten Sie von der WM?

Baffoe: Wir wollen der Welt beweisen, dass wir zu vielem im Stande sind. Ich bin mir sicher, dass wir eine sehr bunte und fröhliche WM haben werden. Und wir werden es allen Zweiflern zeigen.

SPORT1: Sind Sie als Ghanaer auch ein wenig stolz?

Baffoe: Absolut, denn diese WM steht für den ganzen Kontinent. Wir haben in der Organisation unglaubliche Fortschritte gemacht und auf dem Platz haben unsere Teams natürlich einen Heimvorteil. Denn egal, welches afrikanische Team weiterkommt: Die Fans werden hinter dieser Mannschaft stehen.

SPORT1: Was trauen Sie den sechs Teams denn zu?

Baffoe: Ich stelle mich nicht hin und sage: Ein afrikanisches Team wird Weltmeister. Aber ich sage: Wenn eine unserer Mannschaften ins Halbfinale kommt, dann ist alles möglich. Denn diesmal haben wir Heimvorteil (Die WM-Kader im Überblick).

SPORT1: Was erwarten Sie von Ghana?

Baffoe:242946 Uns fehlt natürlich Michael Essien. Aber wir gehören trotzdem in Afrika zur Spitze, und rücken auch immer näher an die Weltspitze heran. Aber Serbien und Australien sind beide nicht einfach zu spielen. Es ist auf jeden Fall keine einfache Gruppe ? vor allem natürlich wegen Deutschland.

SPORT1: Wie bewerten Sie als gebürtiger Bonner das Los? (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Baffoe: Ich finde es klasse. Nach dem 1:6 bei unserem einzigen Spiel gegen Deutschland 1993 haben wir diesmal etwas gutzumachen.

SPORT1: Ist es für Sie eine besondere Begegnung?

Baffoe: Natürlich, denn ich bin in Deutschland geboren und groß geworden. Darum war auch die WM 2006 als Teambetreuer mit Ghana für mich ein spezielles Highlight. Ich freue mich darauf, auch auf das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten.

SPORT1: Und wie sehen das Ihre Landsleute?

Baffoe: Ich weiß, dass sich in Ghana viele auf diese Partie freuen. Es gab schon zu meiner aktiven Zeit viele Ghanaer in der Bundesliga wie Anthony Yeboah oder Charles Akonnor. Deutschland ist ein sehr starker Gegner und immer einer der Favoriten. Aber ich glaube, dass wir mit Ghana nach unserer ersten WM-Teilnahme 2006 sehr viel dazugelernt haben.

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