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Die "Socceroos" gewannen bereits vier Mal die Ozeanien-Meisterschaft © getty

Sowohl Coach Verbeek als auch die Spieler geben sich vor dem Auftakt-Spiel gegen die DFB-Elf selbstbewusst und angriffslustig.

Aus Johannesburg berichtet Thorsten Mesch

Johannesburg - Über schlechte Bedingungen konnte sich Pim Verbeek dieses Mal wahrlich nicht beschweren.

Zuletzt hatte der niederländische Trainer der Australier den Rasen auf dem Trainingsplatz in Ruimsig im Westen Johannesburgs als "Acker", auf dem Rasenstücke lose herumfliegen, bezeichnet, aber am Dienstagnachmittag war alles nach Wunsch:

Perfekter Rasen, ein luxuriöses Sporthaus und einem wunderbarer Panoramablick auf das Zentrum von Sandton - auf dem Campus des St. Sithians College im Norden von Johannesburg wurde ein traumhafter und einer WM-würdiger Trainingsplatz geschaffen.

Bevor Verbeek bei wolkenlosem Himmel und Sonnenschein zum Training bat, gaben er und seine Spieler noch in aller Ruhe auf der Terrasse Interviews.

"Wir sind entspannt, haben uns gut vorbereitet und freuen uns auf das Spiel am Sonntag", erklärte Defensiv-Allrounder Scott Chipperfield im Gespräch mit SPORT1.

An Selbstbewusstsein mangelt es den "Socceroos", die in Durban erster Gegner des DFB-Teams sind, nicht.

"Deutschland ist sicher der Favorit in unserer Gruppe. Aber wir fühlen uns gut und gehen mit Selbstvertrauen in die Partie", sagte Chipperfield.

"Wir wollen Erster werden"

Sein Teamkollege Dario Vidosic ging mehr in die Offensive.

"Normalerweise ist Deutschland Favorit, aber wir wollen gegen sie drei Punkte holen", sagt der Mittelfeldspieler vom 1. FC Nürnberg.

"Uns ist egal, gegen wen wir spielen. Wir denken nicht an Platz zwei hinter Deutschland, wir wollen auch Erster werden", betont der 23-Jährige, der zuletzt an den MSV Duisburg ausgeliehen war.

Beim 1:0-Sieg gegen Dänemark hatten die Australier vor einer Woche gezeigt, dass sie eine kampfstarkes und schwer zu spielendes Team sind. Doch die letzte Partie gegen die USA ging 1:2 verloren.

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Verbeek setzt auf seine Einheit

"Man kann eine gute oder eine schlechte Vorbereitung gespielt haben, aber ein erstes Spiel bei einer WM ist immer völlig anders", relativierte Verbeek die Bedeutung der Testspiele.

Schließlich weiß er, dass die deutsche Mannschaft ein größeres Kaliber ist als die Dänen oder die Amerikaner. (Der WM-Spielplan)

"Wir müssen in diesem Spiel unsere beste Leistung abrufen. Es wird schwer", meinte Verbeek. Mit einem kleinen, aber wichtigen Zusatz: "Für beide."

Er habe zwar keine großen Namen in der Mannschaft ("Das wollen meine Spieler auch nicht sein"), erklärte Verbeek weiter, sondern "ganz normale Jungs, die gut Fußball spielen können. Erfolg können wir aber nur haben, wenn wir als Einheit gut zusammenspielen."

"Alle sind bereit"

Teamgeist und Kameradschaft seien sehr wichtig für den Erfolg - auch gegen Deutschland: "Wir werden alles tun, um einen oder am besten drei Punkte zu holen. Wenn nicht, haben wir noch zwei andere Spiele, für die wir bereit sein müssen."

Bereit ist offenbar auch der zuletzt angeschlagene Harry Kewell.

"Harry ist fit. Alle 23 sind bereit für das Spiel gegen Deutschland", erklärte Deutschland-Legionär Vidosic, der selbst auf einen Einsatz hofft.

Cahills Einsatz weiterhin fraglich

"Ob eine oder 90 Minuten - Ich würde natürlich unheimlich gern gegen Deutschland spielen. Es wäre toll, denn wir erwarten in Durban 30.000 bis 40.000 australische Fans", so Vidosic.

Tim Cahill, der wichtigste Spieler der "Socceroos" musste das Training nach dem Aufwärmen wieder abbrechen. Der 30-Jährige konnte lediglich leichte Läufe absolvieren, während der Rest des Teams im Trainingsspiel voll zur Sache ging.

Cahill hatte im WM-Test gegen die USA eine Verletzung der Nackenmuskulatur erlitten, die ihn aber wohl an einem Einsatz gegen Deutschland nicht hindert.

"Es geht ihm gut, er ist nicht verletzt. Er hatte nur einen steifen Nacken", sagte ein Sprecher des Teams.

Bayern-Spieler sind bekannt

Vor der DFB-Auswahl haben die "Aussies" trotz des Fehlens von Michael Ballack Respekt. (239581DIASHOW: Deutsche WM-Kapitäne)

"Wir haben die deutsche Mannschaft noch nicht analysiert, aber wir wissen, wie stark sie ist", meinte Chipperfield, der in der Schweiz beim FC Basel sein Geld verdient: "Die Hälfte spielt bei Bayern München, und die haben ja bekanntermaßen eine sehr gute Saison gespielt."

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