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Alarmstufe Rot: In Südafrika sind Überfälle immer wieder an der Tagesordnung © imago

Bewaffneter Überfall auf drei Journalisten in Südafrika. Verletzte gibt es keine, doch die Sicherheits-Diskussion entflammt neu.

Johannesburg - Ein bewaffneter Raubüberfall auf drei Journalisten hat die Diskussion um die Sicherheit bei der WM in Südafrika erneut aufflammen lassen.

Zwei portugiesische Reporter und ein spanischer Kollege waren in der Nacht auf Mittwoch in ihrem als sicher geltenden Hotel überwältigt worden.

Der Fotograf Antonio Simoes wurde bei dem Überfall mit einer Pistole bedroht. Die Täter raubten Bargeld, Kreditkarten, Arbeitsausrüstung und Kleidung. Verletzt wurde niemand.

"Ich war der Einzige, der wachgeworden ist, als die Täter kamen. Ein Mann hielt mir eine Pistole an den Kopf und befahl mir, still zu sein", sagte Simoes: "Das ganze dauerte vielleicht zwei Minuten, aber es kam mir vor wie zwei Stunden. Ich hatte noch nie solche Angst."

Keine Verletzten

Von den Tätern fehlte vorerst jede Spur. "Zum Glück gab es keine Verletzten. Bislang haben wir noch niemanden festnehmen können. Aber wir sind guter Hoffnung, dass wir die Täter fassen", sagte Polizeisprecher Hangwani Mulaudzi.

40 Polizisten waren erst angerückt, als die Täter schon geflohen waren. Die WM-Gastgeber und die FIFA hielten sich mit Aussagen zurück. (die WM-Kader im Überblick)

"Wir warten jetzt zunächst die Ermittlungen der Polizei ab", sagte Sprecher Rich Mkhondo vom WM-Organisationskomitee.

Opfer in Angst und Schrecken

FIFA-Kommunikationsdirektor Nicolas Maingot erklärte: "Bislang ist die Zusammenarbeit mit den Behörden gut. Es gibt keinen Grund zur Sorge."

Die Opfer waren allerdings in Angst und Schrecken, sie berichteten von dramatischen Minuten:

"Bewaffnete Männer sind gegen 4.30 Uhr in der Nacht in das Hotel eingedrungen. Die Täter haben alles mitgenommen. Geld, Ausweise, Fernseher, Kameras, Laptops und Handys - alles ist weg", wurde ein Opfer beim Internetportal "Eyewitness" zitiert.

"Marca"-Mitarbeiter betroffen

Bei dem spanischen Opfer soll es sich um den "Marca"-Mitarbeiter Miguel Serrano handeln.

"Während er schlief, sind Räuber in sein Zimmer gekommen und haben alles mitgenommen, darunter auch 3000 Euro Bargeld", gab "Marca" bekannt.

Das überfallene Hotel Nutbush Boma Lodge befindet sich in Magaliesburg, etwa 120 Kilometer nordwestlich von Johannesburg entfernt. In der malerischen Kleinstadt hat die portugiesische Nationalmannschaft ihr WM-Quartier bezogen.

Die Spanier treffen dort als letztes WM-Team am Freitag ein.

Diskussion um Sicherheit erneut entfacht

Das Hotel ist eine Unterkuft der gehobeneren Kategorie und liegt etwas abseits.

Die portugiesischen Journalisten waren dort erst kurz vor dem Überfall vom 3:0 der Seleccion gegen Mosambik beim letzten WM-Test in Johannesburg am Dienstagabend zurückgekehrt.

Durch den Vorfall ist die Diskussion um die Sicherheit bei der WM erneut entfacht worden. Zahlreiche Fotografen meldeten gestohlene Ausrüstungen bereits bei ihrer Ankunft am Flughafen O.R. Tambo in Johannesburg.

Auch bewaffnete Überfälle sind in Südafrika immer wieder an der Tagesordnung.

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