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Scott Chipperfield erzielte für Australien zwölf Tore in 65 Spielen © getty

Scott Chipperfield sieht die Australier "bestens vorbereitet" und lobt vor dem Spiel gegen das DFB-Team die deutsche Offensive.

Aus Johannesburg berichtet Thorsten Mesch

Johannesburg - Ohne Superstars, aber mit großem Teamgeist, entspannt und voller Vertrauen in die eigene Stärke geht Australiens Nationalmannschaft in das Spiel gegen das DFB-Team am Sonntag.

"Deutschland ist Favorit, aber wir sind bestens vorbereitet und haben Selbstvertrauen", sagt Scott Chipperfield.

Vor vier Jahren bei der WM in Deutschland scheiterten die "Socceroos" sehr unglücklich im Achtelfinale am späteren Weltmeister Italien.

Auch dieses Mal wollen die Australier wieder die Runde der letzten 16 Mannschaften erreichen. (Der WM-Spielplan)

"Wir wissen, was vor uns liegt"

"2006 waren wir vor dem ersten Spiel ziemlich nervös. Jetzt wissen wir, was vor uns liegt", erklärt Chipperfield, der in der Schweiz beim FC Basel spielt: "Uns ist aber auch bewusst, dass die Leute dieses Mal viel mehr von uns erwarten. Wir hoffen, dass wir die Gruppenphase wieder überstehen werden."

Im SPORT1-Interview spricht Scott Chipperfield über die Chancen der australischen Mannschaft, die Erwartungen im Vergleich zur WM 2006 und über die Stärken der deutschen Auswahl.

SPORT1: Mit welchen Gefühlen gehen Sie in das Spiel gegen die deutsche Mannschaft?

Scott Chipperfield: Es wird ein hartes Match. Deutschland ist sicher der Favorit in unserer Gruppe. Aber wir sind bestens vorbereitet, fühlen uns gut und haben Selbstvertrauen.

SPORT1: Haben Sie sich schon speziell auf das DFB-Team vorbereitet?

Chipperfield: Wir haben die deutsche Mannschaft noch nicht analysiert, aber wir wissen, wie stark sie ist. Die Hälfte spielt bei Bayern München, und die haben ja bekanntermaßen eine sehr gute Saison gespielt. (239581DIASHOW: Deutsche WM-Kapitäne)

SPORT1: Die deutsche Mannschaft ist sehr jung, der Altersdurchschnitt liegt bei knapp unter 25. Denken Sie, dass die mangelnde Erfahrung einiger Spieler der DFB-Auswahl für Australien ein Vorteil sein könnte?

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Chipperfield: Vielleicht haben einige nicht soviel internationale Erfahrung, aber allein die Bayern-Spieler haben doch auf höchster Ebene ihre Klasse gezeigt. Die haben im Champions-League-Finale gestanden, andere vor zwei Jahren im EM-Finale. Die deutschen Spieler haben Erfahrung in großen Spielen, darum sehe ich da keinen Vorteil für uns.

SPORT1: Glauben Sie, dass die deutsche Mannschaft denn durch die Ausfälle von Michael Ballack oder zum Beispiel Heiko Westermann stark geschwächt ist?

Chipperfield: Deutschland hat immer noch viele gute Spieler im Kader. Schweinsteiger hat zum Beispiel eine herausragende Saison gespielt. Ich glaube, sie können die Ausfälle gut kompensieren.

SPORT1: Was sind aus Ihrer Sicht die Stärken der deutschen Mannschaft?

Chipperfield: Mit Özil, Marin oder Trochowski haben sie technisch sehr starke Spieler. Dadurch haben sie mehr Optionen im Mittelfeld und sind nicht so leicht auszurechnen. Sie haben eine sehr starke Offensive.

SPORT1: Australiens Mannschaft ist für viele Fans in Deutschland relativ unbekannt. Wie würden Sie ihr Team beschreiben?

Chipperfield: Ich will nicht zu viel über uns verraten. Keine Antwort (lacht).

SPORT1: Wie ist die Stimmung im Team im Vergleich zu 2006, und mit welchen Erwartungen gehen Sie ins Turnier?

Chipperfield: 2006 waren wir vor dem ersten Spiel ziemlich nervös. Jetzt wissen wir, was vor uns liegt. Uns ist aber auch bewusst, dass die Leute dieses Mal viel mehr von uns erwarten. Wir wollen wieder die Gruppenphase überstehen.

SPORT1: Es gibt Leute, die sagen: Das Team, das Australien bei einer WM schlägt, wird Weltmeister. So war es 1974, so war es 2006, als Australien jeweils nur einmal verloren hat. Führt der Titel wieder über Sie oder wird Australien nicht verlieren?

Chipperfield: Das hoffen wir natürlich. Wir nehmen jedes Spiel, wie es kommt und man weiß nie, was passiert. Wir hoffen auf einen guten Start am Sonntag.

SPORT1: Sie sind in der Schweiz mit dem FC Basel Meister und Pokalsieger geworden. Ein toller Erfolg für den Verein und Ihren jungen Trainer Thorsten Fink, mit dem lange Zeit kaum jemand gerechnet hatte, oder?

Chipperfield: Ja, das stimmt. Wir hatten einen sehr schlechten Start in die Saison, und dann hat Thorsten die Dinge auf den richtigen Weg gebracht und wir haben das Double gewonnen.

SPORT1: Haben Sie sich beim ehemaligen Bayern-Profi Fink ein paar Tipps für das Spiel gegen Deutschland geholt?

Chipperfield: Nein, das war nicht nötig. In der Schweiz bekomme ich ja genügend Informationen über die Bundesliga.

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