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Raymond Domenech (r.) gibt Stürmer Nicolas Anelka Anweisungen © getty

Für Frankreichs Nationalteam gibt es vor dem WM-Start gleich mehrere Probleme. Gegner Uruguay will seine Außenseiterchance nutzen.

Kapstadt/Johannesburg - Frankreich geht schwer angeschlagen in den WM-Auftakt am Freitag in Kapstadt gegen Uruguay (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER)

Ärger um die Nobel-Herberge, Grüppchenbildung im Kader und Dauer-Kritik an Trainer Raymond Domenech lassen die "Grande Nation" nicht zur Ruhe kommen.

In höchster Not hat sich nun sogar Staatschef Nicolas Sarkozy in die Debatte eingeschaltet und die Angelegenheit zur Chefsache erklärt.

"Ich hatte ein langes Gespräch mit Trainer Raymond Domenech und habe ihm meine vollste Unterstützung für das französische Team zugesagt", ließ der Staatschef auf seiner Facebook-Seite mitteilen.

"Ich erklärte ihm, dass die ganze Nation hinter der Mannschaft stehe", fügte Sakozy hinzu und schickte hinterher: "Allez les Bleus!". (Der WM-Spielplan)

Fakt ist aber, dass der Mannschaft im eigenen Land nicht viel zugetraut wird.

Schwache Auftritte in der Vorbereitung

Nach den mageren Auftritten in den Testspielen gegen China (0:1), Costa Rica (2:1) und Tunesien (1:1) glauben viele Franzosen nicht an den ganz großen Wurf.

Laut einer Umfrage der Boulevardzeitung Le Parisien, dass 50 Prozent aller Befragten an ein frühes Aus im Viertelfinale glauben.

"Gegen China zu verlieren, hat mich schon enttäuscht. Doch am Ende des Tages habe ich mir gesagt, es war eben doch nur ein Vorbereitungsspiel", sagte Domenech und ergänzte: "Jetzt geht es erst richtig los."

Seine Spieler stehen unter besonderen Beobachtung. "Der Druck ist enorm, aber es ist ein positiver Druck. Für uns ist es wichtig, mit dem Eröffnungsspiel unsere Linie zu finden", meinte Abwehrspieler Bakary Sagna.

"Luxus-Joker" Henry

Intern brodelt es. Franck Ribery von Bayern München und Nicolas Anelka vom FC Chelsea sollen Druck auf Domenech ausgeübt haben.

Sie fordern angeblich, dass Thierry Henry und Abou Diaby anstelle von Sidney Govou und Yoann Gourcuff zur Startelf gehören. Zumindest Diaby dürfte spielen.

Vor allem an Henry, letzter verbliebener Akteur des französischen Weltmeister-Kaders von 1998, entzünden sich intern die Debatten. Le Parisien taufte ihn bereits "Luxus-Joker".

Wagenburg im Luxushotel

Enorm angespannt ist das Verhältnis auch zwischen Mannschaft und Journalisten, die dem französischen Lager eine Wagenburg-Mentalität vorwerfen.

Die vielen Sicherheitskontrollen und die Tatsache, dass das Training weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, brachte die Presse auf die Palme.

Eine große Belastung für das Team stellt auch die Dauer-Debatte um das luxuriöse Fünf-Sterne-Hotel des Vize-Weltmeisters von 2006 in Knysna da. Immer wieder muss sich Domenech rechtfertigen.

"Diese Anlage gibt den Spielern ein Gefühl von Heimat, das sie in diesem Turnier gut gebrauchen können", sagte er. Selbst die französische Sportstaatssekretärin Rama Yadeam hatte angesichts finanziell schwieriger Zeiten die Wahl der teuren Herberge kritisiert.

"Urus" wollen Frankreich ärgern

Der zweimalige Weltmeister Uruguay (1930, 1950) kann mit der Rolle des Außenseiters gut leben. "Wir wollen den Franzosen das Leben so schwer wie möglich machen", sagte "El Maestro" Oscar Washington Tabarez. Hier geht es zum SPORT1-WM-Tippspiel)

Der 63-Jährige führt die "Celeste" nach 1990 bereits zum zweiten Mal zu einer WM. Zum Schlüsselduell des Spiels könnte der Zweikampf zwischen Frankreichs Abwehrspieler William Gallas (FC Arsenal) und Uruguays Superstar Diego Forlan werden.

Blondschopf Forlan zeigte seine Klasse vor wenigen Wochen, als er seinen Klub Atletico Madrid mit zwei Treffern zum Gewinn der Europa League schoss.

Zumindest von Gallas wird es nach dem Spiel aber keine Aussagen zum Zweikampf geben. Der 32-jährige hatte aus Protest gegen die Berichterstattung über seine Person angekündigt, er werde während der WM keine Interviews geben.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Uruguay: 1 Muslera - 19 Scotti, 2 Lugano, 3 Godin - 15 Perez, 5 Gargano - 16 M. Pereira, 11 A. Pereira - 18 Gonzalez - 9 Suarez, 10 Forlan

Frankreich: 1 Lloris - 2 Sagna, 5 Gallas, 3 Abidal, 13 Evra, - 14 Toulalan, 19 Diaby - 7 Ribery, 8 Gourcuff, 15 Malouda - 21 Anelka

Schiedsrichter: Yuichi Nishimura (Japan)

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