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Steven Gerrard (l.) ist Kapitän, John Terry ist weiterhin der Leader © getty

Der ausgebootete "Three-Lions"-Kapitän Terry sieht sich immer noch als Chef, die Fans fallen mit verrückten Aktionen auf.

Johannesburg - Das WM-Fieber hat kurz vor Turnierbeginn schon die ganze Welt gepackt.

Nirgends aber dürfte es so bizarre Blüten treiben wie bei den Fans im Mutterland des Fußballs.

Der England-Fan Dan Taylor aus der Nähe von Birmingham etwa hat in seinem Wohnzimmer 30 Quadratmeter Rollrasen verlegt, um die Spiele in würdiger Atmosphäre zu genießen.

Landsmann Chris Hilditch, ein Wirt aus Manchester, sorgt mit einer noch verrückteren Aktion für Aufsehen:

Er hat sein Thekenpersonal überredet, ihre Namen bis zum Ende der WM offiziell in "Wayne Rooney" ändern zu lassen.

Alle sieben Angestellten haben mitgemacht - auch die drei weiblichen.

"Die Aktion zeigt, wie sehr wir das englische Team unterstützen", meint Hilditch, der selbst den Namen von Nationalcoach Fabio Capello angenommen hat:

"Sie haben große Chancen den Titel zu holen - und Rooney kann Nationalheld werden."

Aufregung über Schimpf-Affäre

Die Hoffnung teilt die ganze Nation - und ist in entsprechend großer Aufregung über die Schlagzeilen, die der Original-Rooney zuletzt geschrieben hat.

Der Angreifer von Manchester United war bei der Generalprobe gegen den südafrikanischen Erstligisten Platinum Stars unangenehm aufgefallen, als er Schiedsrichter Jeff Selogilwe übel beschimpfte.

Capello nahm sich "Roo" bereits zur Brust, damit der Stürmer auf dem Platz Ruhe bewahrt.

Auch Kapitän Steven Gerrard mahnte Rooney: "Er muss seinen Frust am Gegner abarbeiten, nicht an den Schiedsrichtern."(Die WM-Kader im Überblick)

Schiris büffeln Flüche

Ohnehin sollte sich Rooney bei Englands Auftaktspiel gegen die USA in der Gruppe C (Sa., ab 20 Uhr im LIVE-Ticker) besser zurückhalten (Der WM-Spielplan).

Der brasilianische Schiedsrichter Carlos Simon hat sich eigens eine Liste der gängigsten englischen Flüche besorgt, um den Lautsprecher der Engländer für seine oft deftige Wortwahl auch bestrafen zu können.

Wir müssen einfach wissen, welche Flüche die Spieler drauf haben. Alle Spieler fluchen - und wir wissen schon, dass wir einige Male Sachen wie 'Hurensohn' hören werden", sagte Altemir Hausmann, einer von Simons Assistenten.

Terry: "Ich bin der Boss"

Ein anderer Lautsprecher, der bei England im Blickpunkt steht, ist John Terry, der nach seinem 198825pikanten Sex-Skandal zwar nicht mehr Kapitän, aber immer noch die Autorität der "Three Lions" ist.

"Ich bin der Boss. Ich bin zwar als Kapitän abgesetzt worden, aber ich habe Fabio Capello gesagt, dass sich nichts ändern wird", sagt der Abwehrchef vom englischen Double-Gewinner FC Chelsea.

"Ob in der Kabine oder auf dem Platz - ich werde vor dem Spiel gegen die USA Präsenz zeigen und meinen Mund aufmachen."

Gerrard zu phlegmatisch

Als offizieller Spielführer soll Gerrard die "Three Lions" als Kapitän zum ersten Titel seit 44 Jahren führen.

Der Mittelfeldspieler gilt jedoch als zu phlegmatisch, um der englischen Nationalmannschaft über ein gesamtes WM-Turnier hinweg als Leader voranzugehen.

Zudem ist Gerrard wie schon vor der WM 2006 gedanklich damit beschäftigt, ob er den FC Liverpool Richtung Real Madrid verlassen soll oder nicht.

Joe Hart als Stammkeeper?

Deshalb schwingt weiter Terry das Zepter. Der Innenverteidiger spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Torwartwahl.

Veteran David James meldete sich zwar bereits am Mittwoch fit, scheint aber im Rennen um die Nummer eins nicht mehr vorne zu liegen.

Robert Green gilt derweil als zu ruhig, deshalb könnte Capellos Wahl am Ende auf Joe Hart fallen, der in der Vorbereitung positiv aufgefallen war.

Hurst: "Rooney nicht zu ersetzen"

Nach Ansicht des englischen Fußballdenkmals Geoff Hurst wird für England aber alles mit Rooney stehen oder fallen.

"Es ist für England unmöglich, ohne Wayne Rooney im Sturm die WM zu gewinnen", sagt der 68-Jährige, der England 1966 zum Titel schoss: "Er ist einer der besten Spieler der Welt. Wayne Rooney ist nicht zu ersetzen."

Auch nicht durch die sieben Rooney von der Theke.

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