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Sean Dundee absolvierte 162 Spiele in der Bundesliga und erzielte dabei 61 Tore © SPORT1

SPORT1-WM-Kolumnist Sean Dundee prophezeit Südafrikas Team trotz Euphorie einen schweren Stand und hofft auf einen Ex-Dortmunder..

Von Christian Paschwitz

München - Die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent läuft - und SPORT1-WM-Kolumnist Sean Dundee ist in seiner südafrikanischen Heimat mittendrin. (der Spielplan).

Im exklusiven Interview spricht der langjährige Bundesliga-Profi über die Chancen der Bafana Bafana, den ausgemusterten Benni McCarthy und die Stimmung im Land.

In Deutschland machte sich der in Durban geborene Stürmer einst als "Crocodile" einen Namen.

Den Durchbruch schaffte der 37-Jährige beim Karlsruher SC, wo er von 1995 bis 1998 und von 2004 bis 2006 aktiv war.

Heute lebt Dundee wieder in seiner Heimat.

SPORT1: Herr Dundee, Süfafrika steckt die Welt mit Fußball-Fieber an. Wie nehmen Sie die Atmosphäre wahr?

Sean Dundee: Es ist einfach für ganz Afrika eine Freude, dass die WM im eigenen Land stattfindet. Den Südafrikanern ist es egal, ob die eigene Mannschaft spielt oder Ghana und die Elfenbeinküste - sie werden alle afrikanischen Mannschaften unterstützen.

SPORT1: Bereitet Ihnen die hohe Kriminalitätsrate keine Sorge?

Dundee: Man wird alles für die Sicherheit tun. Vor allem, da sich alle Südafrikaner auf das Turnier freuen und einen guten Eindruck hinterlassen wollen. Rund um das Stadion wird es keine Probleme geben.

SPORT1: Wie schätzen Sie die Chancen der südafrikanischen Mannschaft ein?

Dundee: Vor ein paar Monaten hätte ich gesagt, dass wir überhaupt keine Chance haben. In den letzten drei Monaten haben wir uns jedoch sehr verbessert. Ich glaube aber, dass es nicht reichen wird, um die Gruppenphase zu überstehen.

SPORT1: Wo liegen die Qualitäten?

Dundee: Zuletzt war die Abwehr sehr stark. Im Sturm ist Mphela der entscheidende Mann.

SPORT1: Wie ist die Stimmung innerhalb des Teams?

Dundee: Gut. Die Spieler merken, dass sie durch den neuen Trainer besser geworden sind. Parreira hat es geschafft, aus Einzelspielern eine Mannschaft zu formen, die zusammen spielt, gute Pässe spielt und nicht mehr so viele unnötige Tricks macht.

SPORT1: Welcher südafrikanische Spieler hat das Zeug zu einem richtigen Star?

Dundee: Steven Pienaar ist sicherlich einer, der so einer werden könnte. Wenn er in guter Form ist, dann würde das Südafrika auch sehr helfen.

SPORT1: Ist Südafrika die stärkste afrikanische Mannschaft im Turnier? (Die WM-Kader im Überblick)

Dundee: Alle denken, dass die Elfenbeinküste das beste Team ist mit seinen England-Legionären Drogba, Kalou und Toure. Aber die Frage, wie fit Drogba nach seiner Verletzung sein wird, bleibt offen. Aber nach der Elfenbeinküste haben im Moment die meisten Südafrika auf dem Zettel.

SPORT1: Der Star der Mannschaft, McCarthy, wurde gestrichen. Wie wurde das aufgefasst?

Dundee: Ich hatte einfach das Gefühl, dass er nicht fit war und mit Übergewicht herkam. Wenn man schaut, was er die letzte Saison bei West Ham geleistet hat, dann sieht man, dass da nicht viel kam. Parreira legt viel Wert auf Fitness und da hat McCarthy nicht hereingepasst. Diese Frauengeschichte (zum Artikel: Sex-Skandal kostet McCarthy die WM) hat in Südafrika nicht für so viel Aufruhr gesorgt. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

SPORT1: Quinton Fortune hat Parreira für die Ausbootung kritisiert. Finden Sie das in Ordnung?

Dundee: Also eigentlich gibt es nur ganz wenige Leute, die wie Fortune denken. Die mehrheitliche Expertenmeinung ist, dass er bei der WM zu Recht nicht dabei ist. Wenn man sieht, wie er gerade aussieht, dann braucht man ihn nicht in der Mannschaft, trotz seiner Erfahrung.

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