Endich startet die WM. Grund zur Vorfreude gibt es genug. Und es wird Zeit, eine Lanze für die Gastgeber und den Kontinent zu brechen.

"Ke Nako - die Zeit ist reif", so lautet das Motto der Weltmeisterschaft in Südafrika.

In der Tat wird es Zeit: Knapp drei Wochen sind schon seit dem Champions-League-Endspiel vergangen, fünf Wochen sogar seit dem Bundesliga-Finale und gar vier Jahre seit dem WM-Sommermärchen 2006.

Das lange Warten auf den Wettstreit, wer die beste Fußball-Nation der Welt ist, hat endlich ein Ende.

Trotz der zahlreichen Ausfälle gibt es allen Grund zur Vorfreude auf das Treffen der besten Spieler des Planeten.

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Vom Potenzial und von den Namen her gehen Spanien, Brasilien und Argentinien als Favoriten ins Turnier.

Die deutsche Mannschaft dagegen zählt spätestens nach der Verletzung von Michael Ballack nicht mehr zu den ersten Titelkandidaten.

Dennoch kann man guter Dinge sein, denn vielen DFB-Teams der Vergangenheit hat die Elf von Joachim Löw schon jetzt zwei wesentliche Dinge voraus: Spielerisches Potenzial und eine Perspektive.

Jahrelang haben Kritiker moniert, dass die Bundestrainer zu wenig junge Talente und zu wenig offensive Spieler zu WM und EM mitnahmen. Nun ist genau das Gegenteil der Fall.

Allein deshalb hat das jüngste deutsche WM-Aufgebot seit 1934, in dem sechs Stürmer und vier offensive Mittelfeldspieler stehen, einen Vertrauensvorschuss verdient.

Vertrauen sollte man auch den Gastgebern entgegenbringen. Unbestritten hat Südafrika massive Probleme, besonders bei Armut und Kriminalität.

Aber wie eigentlich immer seit dem Ende des Apartheid-Regimes 1994 hat die Regenbogen-Nation auch diesmal positiv überrascht:

Die Stadien waren lange vor dem Anpfiff fertig, auch sonst funktioniert die Infrastruktur und die Stimmung ist schon jetzt überwältigend.

Südafrika hat die WM verdient, weil eine Welt-Meisterschaft eben überall auf dieser Erde stattfinden muss, nicht nur da, wo alles sauber und sicher ist.

Natürlich hat Südafrika gravierende Probleme, für die man die Milliarden für die WM auch gut hätte gebrauchen können.

Aber spricht heute noch irgendjemand über die riesigen Summen, die Deutschland vor der WM 2006 investiert hat? Dabei fehlen in unserem Land doch offenkundig auch Unsummen in den öffentlichen Haushalten, wie die jüngsten Sparpläne verdeutlichen.

Doch darum geht es eben nicht, wenn man die Welt zu Gast bei Freunden haben kann. Zumal es auch noch eine andere Währung gibt: Das Image.

Und da zeigen alle Studien, dass sich das Bild der Deutschen im Ausland durch das Sommermärchen extrem ins Positive gewendet hat.

Kosten und Nutzen sind also relativ - das gilt umso mehr für diese Weltmeisterschaft.

Ganz Afrika, wo Fußball manchmal sogar wichtiger ist als Leben oder Tod, hat seit Jahrzehnten auf dieses Ereignis gewartet.

Die Zeit ist reif.

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