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Siphiwe Tshabalala (r.) erzielte gegen Mexiko die 1:0-Führung für Gastgeber Südafrika © getty

Gastgeber Südafrika erreicht in der Gruppe A gegen Mexiko ein Remis, muss sich allerdings über eine vergebene Führung ärgern.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Johannesburg ? Der befürchtete Partykiller gleich im Eröffnungsspiel der 19. WM in Südafrika ist ausgeblieben. Die Auswahl der Gastgeber erreichte gegen stark eingeschätzte Mexikaner ein ehrenwertes 1:1 (0:0)-Unentschieden.

Siphiwe Tshabalala (55.) hatte "Bafana Bafana" mit einem sehenswerten Distanzschuss in Führung gebracht.

Zum Sieg und der ersten Tabellenführung in der Gruppe A reichte der Treffer allerdings nicht. Denn Rafael Marquez (79.) nutzte in der Schlussphase einen Abwehrschnitzer zum 1:1-Ausgleich (79.).

"Es ist ein guter Punkt für uns"

Der erste Torschütze des Turniers verbreitete trotzdem Optimismus. "Wir haben in diesem Spiel gut aufgetankt, uns Selbstbewusstsein für das weitere Turnier geholt. Jetzt denken wir nur an unser nächstes Spiel", sagte Siphiwe Tshbalala, der in der 55. Minute den Führungstreffer für die Gastgeber erzielt hatte.

Froh über den Auftakt war auch Steven Pienaar: "Es ist ein guter Punkt für uns. Zwar sind wir etwas enttäuscht, dass wir die Führung nicht halten konnten, aber wir können über das Unentschieden auch froh sein", sagte der ehemalige Dortmunder.

Die Mexikaner waren notgedrungen mit dem Punkt zufrieden. "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt. Nach dem Rückstand war es für uns schwierig, wieder ins Spiel zurückzufinden. Zum Glück konnten wir ausgleichen. Wir haben gute Chancen ausgelassen", analysierte Trainer Javier Aguirre.

Mandela fehlt bei Eröffnungsfeier

Vor rund 84.490 Zuschauern im Soccer City Stadion hatte die WM zuvor mit einer stimmungsvollen Eröffnungsfeier begonnen.

Diese hatte ohne Südafrikas große Persönlichkeit Nelson Mandela stattfinden müssen. Weil seine Ur-Enkelin Zenani in der Nacht zuvor tödlich mit dem Auto verunglückt war, hatte der 91-Jährige seinen angekündigten Stadionbesuch abgesagt.

"Der Geist von Nelson Mandela ist trotzdem mit uns", sagte FIFA-Boss Sepp Blatter, ehe er Südafrikas Staatspräsident Jacob Zuma die feierliche Eröffnung des Turniers überließ. (Der WM-Spielplan)

Nervosität unübersehbar

Die Südafrikaner begannen die anschließende Begegnung übernervös und hatten Glück, nicht schon nach zwei Minuten in Rückstand zu geraten.

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Giovani dos Santos kam aus sieben Metern frei zum Schuss. Bafana-Abwehrchef Aaron Mokoena verhinderte mit einer entschlossenen Grätsche einen frühes 0:1. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Doch die Szene schüchterte Südafrika weiter ein, erst nach sieben Minuten kam das Team von Trainer Carlos Alberto Parreira zum ersten Mal mit Ball über die Mittellinie.

Geschickter Winkelzug

Die Mexikaner setzten dem 4-4-2 der Südafrikaner ein 3-4-3 entgegen und schufen so eine Überzahl im Mittelfeld, mit der die Gastgeber ernsthafte Probleme hatten. Die Chancen kamen zwangsläufig.

Angreifer Guillermo Franco setzte einen Kopfball aus wenigen Metern über die Querlatte (15.), dos Santos verfehlte aus der Distanz (19.) und aus spitzem Winkel (35.) das Tor nur knapp.

Südafrikas Torhüter Itumeleng Khune reagierte zudem prächtig, nachdem Franco im Anschluss an einen Lupfer von dos Santos frei vor ihm aufgetaucht war (33.). (Die WM-Kader im Überblick)

Velas Tor aberkannt

Als der Ball nach einem Abstauber von Carlos Vela endlich im Netz lag, entschied der usbekische Schiedsrichter Ravshan Irmatov zu Recht auf Abseits (36.).

Südafrika wurde erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit gefährlich.

Zunächst verpasste Katlego Mphela eine Hereingabe von Tshabalala nur um Zentimeter (44.), dann setzte Kagisho Dikgacoi einen Kopfball einen Meter über das mexikanische Tor (45.).

Tshabalala macht das 1:0

Diese Minuten gaben "Bafana Bafana" mehr Selbstvertrauen für Halbzeit zwei. Als die Mexikaner weit aufgerückt den Ball hergaben, schlugen die Gastgeber zu.

Ein perfekt getimeter Diagonalpass von Teko Modise erreichte Tshabalala, der den Ball von links im Strafraum wuchtig zum 1:0 im rechten oberen Torwinkel unterbrachte (55.).

Khune verhinderte gegen den wendigen dos Santos (60.) den baldigen Ausgleich. In der Folge durften sich die Mexikaner glücklich schätzen, nicht zügig höher in Rückstand geraten zu sein.

Strafstoß verweigert

Modise setzte den Ball völlig unbedrängt aus Nahdistanz neben das Tor (66.). Gleich danach verweigerte Irmatov dem Mittelfeldmann einen Elfmeter, als Francisco Rodriguez ihn im Strafraum zu Fall brachte (70.).

Mexikos Trainer Javier Aguirre versuchte nun, der Partie durch die Einwechslung der frischen Offensivkräfte Cuauhtemoc Blanco und Javier Hernandez eine Wende zu geben. Mit Erfolg.

Nach einer Hereingabe von Efrain Juarez nutzte Rafael Marquez einen Stellungsfehler von Bafana-Innenverteidiger Bongani Khumalo mit einem Schuss aus acht Metern zum 1:1 (79.).

Damit durften die Mexikaner zufrieden sein. Denn Mphela hatte kurz vor Schluss noch den Siegtreffer für Südafrika auf dem Fuß. Doch sein Abschluss prallte vom Außenpfosten ins Aus (90.).

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