So schön die Vuvuzelas bei der WM auch anmuten: Sie quälen mehr, als dass sie Stimmung machen. Dabei gäbe es eine Lösung.

Auch auf die Gefahr hin sich mit diesen Zeilen nun als intoleranter WM-Spaßverderber zu outen, aber:

Von der WM mag man jetzt schon die Nase - korrigiere: die Ohren - gehörig voll haben. Der unsäglichen Vuvuzelas wegen.

So schön und exotisch diese gelben Tröten ja anmuten, so sehr sie dem ersten Turnier auf dem afrikanischen Kontinent auch das gern zitierte Lokalkolorit verleihen:

Sie gehen mit ihrer Lautstärke und Klangfarbe schlichtweg auf die Nerven.

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Schon das Eröffnungsspiel zwischen dem Gastgeber und Mexiko wirkte so, als dauerpräpariere sich ein gigantischer Hornissenschwarm für den ultimativen Stadion-Überfall. Jedes "Tröt" ein Stich ins Ohr. Einfach nur ätzend.

Mit 123,9 Dezibel übersteigt die Vuvuzela-Geräuschkulisse gar den Lärm einer Kettensäge (120) und eines Schlagzeugs (122).

Kein Wunder also, dass der Tinnitus grüßen lässt, der "Zuhörer" nach spätestens einer Halbzeit sich dem Hörschaden nahe wähnt.

Verbieten sollte man die Vuvuzelas deshalb natürlich trotzdem nicht.

FIFA-Boss Sepp Blatter hat Recht, wenn er sagt, das käme einer Diskriminierung gleich. Zumal die WM nun eben an ein Land auf einem Kontinent mit einer so ganz anderen Kultur vergeben wurde.

Die Anmahnung eines dosierteren Vuvuzela-Umgangs sollte aber trotzdem erlaubt sein:

Denn die steifen Plastik-Rüssel taugen als Stimmungsmacher ja durchaus - wenn man sie denn nur nicht permanent malträtiert.

Es würde gar nicht so sehr am Nervenkostüm nagen, bliesen die Fans nur dann kräftig in ihre Kunststoff-Trompeten, wenn es die - drücken wir es mal so aus - Spielsituation auch rechtfertigt.

Bei einem Angriff der eigenen Mannschaft zum Beispiel. Gern auch bei einer tollen Aktion des Gegners.

Beim anti-filigranen Pressschlag mit anschließendem Purzelbaum wäre aber Enthaltsamkeit wünschenswert, ließen uns eingesparte Luftstöße aufatmen - und obendrein auch den TV-Kommentator etwas besser verstehen.

Womöglich kommt diese Einsicht aber schneller als gedacht und schon in der Vorrunde.

Lauschige Stadion-Atmosphäre - auch ohne emotionale Aufschreie, Klatschen und Gesänge - wird's bis dahin so oder so geben.

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