SPORT1-Redakteur Thorsten Mesch stößt in Südafrika immer mal wieder auf Probleme. Trotz verlorenem Gepäck überwiegt das Positive.

Sicherheit ist ein großes Thema während der WM.

Berichte von Diebstählen in Mannschaftshotels, mit Waffen bedrohte Journalisten und bestohlene Fans lassen in der deutschen Heimat den Eindruck aufkommen, man sei in Südafrika seines Lebens nicht sicher.

Umso erleichterter sind unser Fanreporter Christian und ich, dass wir die ersten drei Tage in Johannesburg schadlos überstehen und auch in Kapstadt keinerlei Probleme haben.

Im Gegenteil: In Johannesburg pilotiert uns unser Fahrer Jethro sicher durch die Straßen, und in Kapstadt vermittelt uns der Inhaber unseres Bed and Breakfast sofort einen Taxifahrer, der schon wenige Minuten später mit seinem 22 Jahre alten Audi 400 vorfährt.

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"Ich bin Derick. Ihr könnt Chief Inspector zu mir sagen", begrüßt er uns mit einem freundlichen Lächeln. Ja, auch in Südafrika kennt man Kommissar Stefan Derrick! Na, dann kann uns ja gar nichts passieren.

Derick (mit nur einem "r", aber egal) fährt uns zum Green Point Stadium und erzählt, dass er deutsche Vorfahren hat. Sein Großvater sei aus Stuttgart und habe bei Mercedes Benz gearbeitet, berichtet er stolz.

In der Nacht holt er uns nach kurzem SMS-Austausch in der Long Street, Kapstadts Party-Meile, ab. Schon sechs Stunden später sitzen wir wieder in seinem Auto, und er fährt uns in Richtung Tafelberg.

Auf der Wanderung zum weltberühmten Wahrzeichen der Stadt sind wir zunächst nur zu zweit, aber auf dem Weg nach oben treffen wir immer wieder auf Touristen, zumeist Fans aus Australien. Auch hier von Gefahr keine Spur.

Etwas brenzlig wird es erst am Nachmittag, als wir zum Fan-Fest fahren. Der Public-Viewing-Bereich im Zentrum Kapstadts ist längst wegen Überfüllung geschlossen, also sehen wir uns das Spiel zwischen Südafrika und Mexiko in einem Pub an.

Wir versuchen uns auf das Spiel zu konzentrieren, doch das ist im Gedränge nicht ganz einfach. Gleich mehrere Einheimische warnen uns vor Taschendieben, und so verfolgen wir die Partie mit den Händen an unseren Wertsachen.

Richtig sicher fühlen wir uns aber wieder auf dem Weg zum Stadion. Die von der Stadt organisierte Fanmeile bietet alles, was das Herz begehrt - sogar Thüringer Bratwürste, die eine Familie aus Jena verkauft.

Am nächsten Morgen erwischen wir gerade noch den Flieger nach Durban, doch in Südafrikas zweitgrößter Stadt angekommen, erlebe ich die erste böse Überraschung: Meine große Reisetasche ist nicht da.

Einzelschicksal, könnte man meinen, aber mit mir stehen 50 Leute in der Schlange, um sich nach dem Verbleib ihres Gepäcks zu erkundigen.

Das ist noch in Kapstadt und sollte eigentlich mit der nächsten Maschine kommen. Tut es aber nicht. Sondern erst am Sonntagmittag.

Zum Glück sind wir zu zweit, so habe ich wenigstens frische Unterwäsche und Socken. Nur Flip-Flops, Sonnenbrille und Badehose fehlen. Die kann man hier bei 25 Grad im Schatten sehr gut gebrauchen.

Ich lehne mich zurück, blicke auf den Indischen Ozean und beobachte Wale und Delphine. Das Gepäck wird schon irgendwann kommen. Echte Probleme haben wir in Südafrika bis jetzt noch nicht!

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