Für SPORT1-Experte Udo Lattek ist Griechenlands Fehlstart keine Überraschung. "König Otto" bekommt Kritik ab. Ebenso wie Capello.

Hallo Fußball-Freunde,

erst mal: Jegliche Diskussion über den Lärm der Vuvuzelas ist eigentlich überflüssig.

Schließlich hat der Guru in Deutschland, Dr. Zwanziger, gesagt, ihn störe das überhaupt nicht. Also.

Schwierigkeiten zwischen Trainer und Spieler während eines Spiels gibt es - wegen des Krachs - zudem sicher nicht.

Wenn du als Coach während dann Einfluss nehmen willst, nicken die Spieler - und spielen den gleichen Scheiß weiter - wie vorher.

Apropos: Der Fehlstart für Griechenland hat mich absolut nicht überrascht.

Otto Rehhagel hat einige Spieler, die nicht mal in einem Verein spielen - die können nicht fit sein! Man hat ja gesehen, wie behäbig sie durch die Gegend laufen.

Die Südkoreaner sind dagegen extrem beweglich und antrittsschnell - es war toll, zu sehen, wie unterschiedlich beide Teams sind: Das eine körperlich fit und spritzig, das andere lahm.

Rehhagel tut sich mit dieser WM keinen Gefallen. Manche verpassen den Zeitpunkt des richtigen Absprungs.

Was hätte er für einen Namen in Griechenland, wenn er nach dem Gewinn der Europameisterschaft 2004 gesagt hätte: "Meine Herren, ich habe das erreicht, was hier noch keiner erreicht hat - ich mache jetzt Schluss."

Aber er kriegt einfach nicht genug.

Probleme haben auch unsere Freunde aus Frankreich. Die Mannschaft sollte sich mal ohne Trainer zusammensetzen, alles ausdiskutieren und sich gegenseitig all das an den Kopf werfen, was zwischenmenschlich ohne Zweifel schief läuft.

Spielerische Klasse ist da. Ob sie Weltmeister werden können oder nicht, ist dann wieder eine andere Frage. Als Favorit würde ich sie nicht mehr einordnen.

Nach dem enttäuschenden 1:1 und dem Riesenbock von Torwart Robert Green gegen die USA muss das auch für England gelten.

Was mir bei diesem Spiel zudem aufgefallen ist: Wayne Rooney hat richtig gearbeitet, hat Bälle erkämpft.

Er war einer der wenigen, der sich keine Auszeit genommen hat, sondern versucht hat, die anderen mitzuziehen.

Aber wenn ich Trainer wäre, würde ich ihn vorne stehen lassen - weil er dort seine Gefährlichkeit ausspielen kann. Wenn er sich im Mittelfeld kaputt läuft, dann hat er vorne keine Kraft mehr. Es war taktisch also nicht das Ideale.

Die WM läuft, ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Bis nächste Woche!Euer Udo Lattek

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