Der wunderbare WM-Auftakt euphorisiert die Fans und versetzt das Ausland ins Staunen. Noch aber ist Vorsicht angebracht.

Der überzeugende 4:0-Sieg über Australien war ein glänzender Auftakt der deutschen Mannschaft ins WM-Turnier.

Das junge Team von Bundestrainer Joachim Löw brannte gegen die "Socceroos" über weite Strecken der Partie ein wahres Feuerwerk ab und hätte eigentlich noch viel höher gewinnen müssen.

Es überraschte den Gegner und die Zuschauer aus aller Welt mit schnellen Kombinationen und eleganten Dribblings, wie man sie von einer DFB-Auswahl bei einem großen Turnier lange nicht gesehen hat.

In Spanien und Brasilien, deren Mannschaften zu den absoluten Top-Favoriten auf den Titel gehören, überschütteten die Medien das Löw-Team mit Lob.

"Spielerisch die beste deutsche Mannschaft seit 1974", hieß es zum Beispiel.

Einen niederländischen Journalistenkollegen erinnerte die Vorstellung an den "Voetbal total" von Ajax Amsterdam und der niederländischen Nationalelf.

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Doch sollte man (noch) auf dem Boden bleiben. Ohne die Leistung der deutschen Mannschaft schmälern zu wollen: Australien ist fußballerisch stark limitiert und war kein echter Maßstab.

Das weiß auch Löw, der daher sogar "überhaupt keinen Grund zur Euphorie" sah.

Die junge Mannschaft mit einem Durchschnittsalter der Startelf von nur 24,8 Jahren ist ein Versprechen für die Zukunft. Doch bis zum Halbfinale oder gar Endspiel ist es ein weiter Weg.

"Der nächste Gegner ist immer der schwerste", heißt eine alte Fußballweisheit, für die man im SPORT1-Doppelpass drei Euro ins Phrasenschwein werfen muss. Doch sie stimmt.

Serbien ist ein anderes Kaliber als Australien. Dort spielen Weltklasseprofis wie Stankovic, Krasic und das robuste Abwehr-Ass Vidic.

Und für die Serben geht es nach dem 0:1 gegen Ghana schon um Alles oder Nichts.

Zudem haben DFB-Teams traditionell ihre Probleme mit Mannschaften aus dem früheren Jugoslawien.

Gegen Kroatien gab es bei der EM 2008 und der WM 1998 Niederlagen, gegen dien Auwahl von Serbien und Montenegro bei der WM 1998 ein glückliches 2:2 nach 0:2-Rückstand.

Wenn das DFB-Team allerdings am Freitagmittag die Leistung vom Sonntagabend bestätigt, darf von mehr geträumt werden.

"Die Leute sollen feiern, das ist richtig so", sagte Lukas Podolski. "Aber wir müssen gegen Serbien wieder das umsetzen, was wir trainiert haben."

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