Der WM-Auftakt begeistert auch Weltmeister Klaus Augenthaler. Für SPORT1 analysiert der heutige Trainer die deutschen Spiele.

Hallo Fußball-Freunde,

ich muss sagen: Nach dem überzeugenden Auftaktsieg der deutschen Mannschaft bin ich beeindruckt. Die Vorstellung gegen Australien hat mir imponiert.

Gut, es war "nur" Australien, aber einen besseren Start hätte ich mir nicht vorstellen können.

Die Laufbereitschaft war da, die Ballsicherheit. Dann wurde das Tempo noch gesteigert. Sie haben gewartet, bis sich die Räume ergeben und im exakten Zeitpunkt den Pass gespielt.

Ich habe gute Fußballer gesehen - ganz im Gegensatz zum Spiel vorher bei Ghana gegen Serbien.

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Solch ein klarer Sieg, noch dazu in solch spielerischer Eleganz, kann den Spielern von Jogi Löw nur Selbstvertrauen geben - so wie bei uns 1990.

Mich erinnert der aktuelle Start ins Turnier natürlich stark an unser erstes Spiel damals in Italien.

Das 4:1 gegen Jugoslawien im Giuseppe Meazza, als Lothar Matthäus zweimal traf und dazu Klinsmann und Völler die Tore schossen, hat uns einen enormen Schub verpasst.

Danach haben wir gemerkt: Wir sind eine gute Truppe. Wenn wir weiter so spielen, können wir jeden schlagen. Angst oder Unsicherheit kannten wir keine mehr.

Immerhin weiß nun auch das deutsche Team erstmal, wo es steht.

Die Konkurrenz wird das Spiel ebenfalls gesehen haben und sich bewusst sein, dass sie gegen diese Einheit schon ihr ganzes Können aufbieten muss.

Die Geschlossenheit war es auch, die mich so begeistert hat. Die Offensive ist so stark, weil die Mischung stimmt. Dazu marschiert Khedira unglaublich viel und Schweinsteiger verliert so gut wie keinen Ball.

Nach dem 1:0 ging das Spiel nur in eine Richtung. Interessant hätte ich es allerdings gefunden, wie das Spiel verlaufen wäre, wenn die Australier die hundertprozentige Chance gleich zu Beginn genutzt hätten. So aber war das Ganze relativ schnell klar.

Gut waren auch Podolski und Klose. Bei Löw waren sie immer eine feste Größe. Das Gefühl brauchen sie nach ihrer jeweils schwachen Saison.

Der nächste Gegner jagt Deutschland gewiss keine Angst ein. Natürlich: Unterschätzen sollte man die Serben nicht, aber normal wäre ein Sieg.

Richtig interessant wird es sowieso erst, wenn es gegen einen "Hochkaräter" geht.

Ich bin gespannt, ob die spielerische Leichtigkeit auch noch gegen die Niederlande oder Spanien vorherrscht. Die Basis für ein gutes Turnier ist jetzt jedenfalls vorhanden.

Und ach ja, ich habe zu Beginn gar nicht erwähnt, wohin uns der Weg 1990 führte. Aber das weiß ja sowieso jeder.

Bis bald,Euer Klaus Augenthaler

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